Ganz ehrlich, ich hatte Destiny 2 innerlich abgeschrieben. Nach der Ankündigung des vermeintlich letzten Updates vor einigen Monaten war ich wirklich traurig, denn Entwickler Bungie und Publisher Sony wollten sich voll auf den neuen Shooter Marathon konzentrieren. Doch nun dreht sich der Wind, wie das Studio selbst am Montag bekannt gab – und hat mich damit wirklich positiv überrascht.
Was ist passiert?
In einem aktuellen Statement-Video haben Bungie-Chef Poria Torkan und Head of Product Josh Deane über die Zukunft des Unternehmens gesprochen.
Die wichtigsten Kerninfos:
- Das Destiny-Franchise wird nicht fallen gelassen.
- Destiny 2 bekommt die verlorenen Vault-Inhalte zurück.
- Marathon soll weiter ausgebaut werden.
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Das ist eine ziemliche Kehrtwende im Vergleich zu dem, was bisher kommuniziert wurde und in meinen Ohren ziemlich absolut klang. Tatsächlich war ich nicht mehr davon ausgegangen, dass wir jemals wieder große neue Inhalte für die Destiny-Reihe sehen werden.
Stattdessen hätte ich persönlich sogar eine Studio-Schließung für wahrscheinlicher gehalten, denn es sieht aktuell wirklich nicht gut für die Shooter-Spezialisten aus.
Während Destiny 2 auf Eis gelegt wurde, legte Bungie nämlich indes den Fokus voll auf Marathon. Doch dessen Erfolg blieb bisher aus, was auch Torkan im Video einräumt. Es seien nicht die Spielerzahlen erreicht worden, die man sich erhofft hatte.
Um das zu ändern, soll Marathon erweitert werden und sich durch neue PvP- und PvE-Features weiterentwickeln. Hier bleibt Bungie also offenbar auf dem Kurs, der schon in den vergangenen Monaten für den SciFi-Shooter angedeutet wurde.
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Alter Destiny 2-Content kehrt zurück
Wirklich spannend wird es dagegen beim Thema Destiny 2. Wenn ihr den Online-Shooter verfolgt habt, werdet ihr bestimmt auf die “Vault” gestoßen sein. Vor etwa vier Jahren entschied sich Bungie dazu, etliche Inhalte aus dem Spiel zu streichen. Darunter fielen mehrere Planeten, etliche Spielmodi und sogar die ursprüngliche Story-Kampagne, mit der das Spiel 2017 veröffentlicht wurde.
Bis heute erntet das Studio dafür extrem viel Kritik aus der Community – verständlich, immerhin handelte es sich dabei um beliebte Inhalte und letztlich schlicht um Content, für den Fans Geld bezahlt haben.
Alle gestrichenen Vault-Inhalte sollen ins Spiel zurückkehren, wie Josh Deane im genannten Video bestätigt. Dies sei “ein erster Schritt”, um das Vertrauen der Community wieder “zu verdienen”.
Außerdem machen die beiden klar, dass es mit der Rückkehr der Inhalte noch eine Weile dauern wird. Aus technischer Sicht lasse sich nicht einfach “ein Schalter umlegen”, um beispielsweise die Story-Kampagne zurückzuholen, aber das Team habe sich diesem Ziel verpflichtet, heißt es.
“Wir sind definitiv nicht fertig mit Destiny. Wir haben mehr Geschichten zu erzählen, aber wir müssen es richtig machen und müssen unseren Teams die Zeit geben, die diesem großartigen Universum gerecht wird.” - Poria Torkan
Was ein möglicher zweiter Schritt sein könnte, verraten die beiden nicht. Trotzdem wird klar, dass es mit Destiny auch nach der Rückkehr der Vault-Inhalte weitergehen soll – und das ist schon deutlich mehr, als das bisher von mir vermutete Verschwinden im Nirvana.
Wünschen würde ich mir am ehesten Destiny 3, aber warten wir’s ab.
Mal schauen, ob das alles so klappt
Ob das wirklich funktioniert, sei mal dahingestellt. Immerhin muss das Studio jetzt zwei IPs gleichzeitig unter einen Hut bekommen, während sich das Team über Jahre hinweg nur auf Destiny 1 und 2 konzentrieren konnte.
Hinzu kommt, dass viele Beschäftigte entlassen wurden. Erst im Juni dieses Jahres setzte Sony knapp 300 Bungie-Angestellte vor die Tür (via Gamesindustry.biz). Hier warten also viele große Aufgaben auf weniger Leute.
Auch bei der Finanzierung bilden sich Fragezeichen, denn erstmal steht das Studio vor langen, umfangreichen Entwicklungsarbeiten, während die einzigen beiden Spiele entweder auf Eis liegen oder nicht genug zahlende Fans für sich gewinnen können.
Die jüngste Ankündigung von Bungie hat mich trotzdem erstmal positiv überrascht. Mit dieser drastischen Rolle Rückwärts hatte ich – trotz der teils massiven Community-Proteste – jedenfalls nicht mehr gerechnet.
Was denkt ihr: Hat euch Bungies Umdenken auch kalt erwischt oder schätzt ihr die Situation anders ein?

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