Das Ende von Destiny 2 war nötig und unvermeidlich, aber ich vermisse es jetzt schon

Der Support für Destiny 2 wird bald eingestellt und Max schaut traurig auf viele schöne Stunden mit dem Online-Shooter zurück.

Destiny 2 bekommt sein finales Update und ich werfe einen nostalgischen Blick zurück. Destiny 2 bekommt sein finales Update und ich werfe einen nostalgischen Blick zurück.

Bungie hat die Bombe platzen lassen: Am 9. Juni 2026 bekommt Destiny 2 das allerletzte Content-Update. Der aktive Support des Online-Shooters wird danach eingestellt und für mich geht eine Ära zu Ende. Wie es mit der Reihe weitergeht, ist ungewiss.

Keine Überraschung, aber trotzdem ein Tritt in die Magengrube

Nun ist das grundsätzlich keine Überraschung. Spätestens nach der Erweiterung The Final Shape von 2024 hat sich bereits abgezeichnet, dass die Luft so langsam raus ist. Zum einen, weil die große Hauptgeschichte um den Reisenden abgeschlossen wurde, aber auch weil die Zahl der aktiven Fans seitdem stetig gesunken ist.

Video starten 1:03 Destiny 2: Der erste Trailer zu The Final Shape bringt einen alten Bekannten von den Toten zurück

Destiny 2 hatte definitiv seine Probleme: Ob nun die wenig beliebten DLCs nach The Final Shape, aus dem Spiel entfernte Inhalte wie die ursprüngliche Red War-Kampagne oder starke Fokus auf den Premium-Shop.

Außerdem dürfen wir eins nicht vergessen: Destiny ist mit 12 Jahren seit dem Release des Originals einfach schon ziemlich alt. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass der Glanz der alten Tage langsam nachgelassen hat.

In einer perfekten Welt hätte Bungie mit anderen Entscheidungen vielleicht noch mehr aus der SciFi-Welt herausholen können. Aber wisst ihr was? Das ist mir gerade, im Angesicht der jüngsten Ereignisse, gar nicht so wichtig.

Allein dieser ältere Screenshot des Hauptmenüs lässt mich ganz wehmütig werden. Allein dieser ältere Screenshot des Hauptmenüs lässt mich ganz wehmütig werden.

Über 2.000 Stunden habe ich in der ETZ, auf Titan oder dem Eismond Europa verbracht. Destiny 2 hat mich über viele Jahre begleitet und sich mit etlichen starken Momenten fest in meine Erinnerungen gebrannt.

Etwa, als wir endlich die Kammer der Schreie abgeschlossen haben, um die exotische Handkanone Dorn freizuschalten oder die ersten Runs durch neue Dungeons, in denen wir erst einmal selbst zusammenpuzzlen mussten, wie die Rätsel und Kämpfe gelöst werden wollten.

Dazu kommen natürlich unzählige Abende, an denen ich regelmäßig mit zwei Kumpels für irgendeine Godroll-Waffe endlos lange gegrindet habe, während wir über Gott und die Welt geqatscht haben. 

Immer begleitet vom vielleicht besten Shooter-Gameplay, das ich je erleben durfte, und herausragenden SciFi-Kulissen, die bis heute ihresgleichen suchen.

Storytelling war zwar noch nie die größte Stärke von Bungie, aber einige Figuren werden mir trotzdem fehlen. Storytelling war zwar noch nie die größte Stärke von Bungie, aber einige Figuren werden mir trotzdem fehlen.

Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Stunden meines Lebens ich mit meinem Raumschiff im Orbit geschwebt habe, nur um dem fantastischen Soundtrack zu lauschen – und das ein oder andere Mal dabei friedlich auf dem Sofa einzuschlafen.

Immerhin: All das existiert erstmal auch weiterhin. Schließlich werden nicht die Server abgeschaltet und Destiny 2 bleibt dementsprechend spielbar, genau wie der Vorgänger.

Trotzdem ist das Ende des Spiels ein trauriger Moment für mich, obwohl auch ich zu denen gehöre, die seit The Final Shape schon gar nicht mehr wirklich aktiv dabei waren.

Letztlich wäre es wohl besser gewesen, den finalen Abschluss der Licht-Saga direkt zu nutzen, um das gesamte Spiel schon 2024 in Rente zu schicken. Mehrere unzufriedenstellende Updates wären der Community damit erspart geblieben.

Allein für das geniale Artdesign der Welten war Destiny immer eine Reise wert. Allein für das geniale Artdesign der Welten war Destiny immer eine Reise wert.

Was passiert als nächstes bei Bungie?

Noch trauriger wird das Ganze dadurch, dass es durchaus fraglich ist, ob es mit Destiny als Marke überhaupt noch weitergeht. Nach der gestrigen Ankündigung des finalen Updates dauerte es nicht lange, bis das Magazin Bloomberg einen Report veröffentlichte.

Darin berichtet der bekannte Journalist Jason Schreier, dass “signifikante” Entlassungen auf die Belegschaft von Bungie zukommen. Hier bleibt natürlich erstmal abzuwarten, was das genau für das Unternehmen bedeutet. Eine gute Nachricht ist das aber ganz sicher nicht.

In den letzten Jahren hat sich das Studio dazu entschlossen, viele Mitarbeitende von Destiny 2 abzuziehen, um stattdessen beim neuen Extraction-Shooter Marathon zu unterstützen.

Der kam zwar bei vielen Shooter-Fans recht gut an, konnte bisher aber nur eine recht kleine aktive Community für sich begeistern. Auch Marathon muss langfristig erst beweisen, dass sich das Spiel – und damit das Studio – halten kann.

Marathon muss Bungies Karren jetzt aus dem Dreck ziehen. Ob das klappt, bleibt abzuwarten. Marathon muss Bungies Karren jetzt aus dem Dreck ziehen. Ob das klappt, bleibt abzuwarten.

Laut dem Bloomberg-Report ist Destiny 3 nicht aktiv in Entwicklung. Bungie hatte offenbar wirklich alles auf Marathon gesetzt. Selbst wenn das Studio langfristig die Entlassungswelle übersteht und irgendwann ein neues Destiny machen möchte, kann das noch viele, viele Jahre dauern – falls es überhaupt dazu kommt.

Das alles ist in meinen Augen ziemlich traurig, denn faktisch bedeutet es, dass Destiny auf dem Abstellgleis landet. Und dort hat dieses riesige Universum mit schier endloser SciFi-Lore, einem tollen Gameplay-Mix aus Shooter- und Magie-Fähigkeiten und seiner durchweg hochwertigen audiovisuellen Strahlkraft eigentlich nichts verloren.

In den nächsten Wochen werde ich sicherlich immer mal wieder eine Runde drehen. Noch einmal Strikes grinden, mir an einem Dämmerungs-Run die Zähne ausbeißen und im Schmelztiegel auf die Mütze bekommen, während Shaxx versucht, meine kümmerliche PvP-Leistung in ein gutes Licht zu rücken. 

Und auch wenn ich dabei vermutlich wehmütig sein werde, bin ich doch froh, dass ich dieses wunderbare SciFi-Universum in seiner Prime Time erleben durfte.

Ich vermisse Destiny 2 jetzt schon.

Das zockt die GamePro-Redaktion

Nicht alle im Team werfen noch einmal einen Blick auf Destiny 2! Was der Rest der Redaktion am verlängerten Wochenende spielt, erfahrt ihr jetzt im Schnelldurchlauf:

  • Kevin segelt mit LEGO Batman durch Klemmbaustein-Gotham
  • Chris will eigentlich weiter Saros spielen, aber Forza Horizon 6 hält ihn noch fest in der Hand
  • Rae und Mary spielen auch Destiny 2, denn eigentlich wollte Mary gerade erst so richtig damit anfangen … perfektes Timing!
  • Dennis beweist exzellenten Geschmack und spielt noch einmal das gute alte Gothic, bevor es bald mit dem Remake losgeht
  • Basti spielt ebenfalls LEGO Batman und hat darin schon sein persönliches neues Arkham Asylum gefunden
  • Tobi freut nach Forza Horizon 6 auf frische Abwechslung mit Yoshi and the Mysterious Book
  • Eleen erkundet das All in The Outer Wilds und kämpft mit dem Autopiloten ihres Schiffs, der sie immer wieder in die Sonne manövriert
  • Myki hat mit der Definitive Edition von Xenoblade Chronicles X auf der Switch 2 angefangen und zockt zudem das Spike Chunsoft-Adventure Master Detective Archives: Rain Code. Beide Spiele findet sie bislang ganz fantastisch

So, das wars an dieser Stelle von mir. Ich wünsche euch ein schönes Pfingstwochenende, egal ob mit oder ohne Destiny. 

Verratet mir und der GP-Community gerne in den Kommentaren, welche Spiele bei euch in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen!


Kommentare(9)
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