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Seite 2: Call of Duty: Black Ops im Test - Von wegen kalter Krieg!

Die Action: Hollywood-Kino!

Das kennt man schon aus früheren Serienteilen: Ein Kamerad hängt über dem Abgrund. [360] Das kennt man schon aus früheren Serienteilen: Ein Kamerad hängt über dem Abgrund. [360]

Doch die kurze Spielzeit hat Treyarch mit jeder Menge Spektakel gefüllt. Da ballern wir uns nachts durch Hue City, das gerade von einem Bombardement heimgesucht wird, fliehen nur mit einem Messer bewaffnet aus einem russischen Hochsicherheits-Gefängnis oder holen am Baikonur Kosmodrom gar eine startende Mondrakete vom Himmel. Zeit zum Durchatmen lassen uns die überlebensgroßen, nahezu perfekt choreografierten Actionszenen nur selten.

» Call of Duty: Black Ops - Test-Video ansehen

Ein Call of Duty-Klassiker: Mit dem aufmontierten MG halten wir Verfolger von unserem Lastwagen fern. [360] Ein Call of Duty-Klassiker: Mit dem aufmontierten MG halten wir Verfolger von unserem Lastwagen fern. [360]

In einer Verfolgungsjagd etwa heizen wir zuerst mit einem Motorrad eine Steppe entlang und ballern ganz wie Arnold Schwarzenegger in Terminator 2 mit einer Schrotflinte auf Gegner, steigen anschließend bei 150 Sachen erst in einen Truck und dann sogar auf einen fahrenden Zug, während um uns herum so viele Jeeps und Motorräder explodieren, wie grade noch erträglich sind. Zwar kommt auch Call of Duty: Black Ops nicht ohne stumpfe Moorhuhn-Einlagen aus, doch die halten sich in Grenzen und ziehen sich nicht so gähnend in die Länge wie bei Medal of Honor. Abgeschafft gehören indes die endlos anstürmenden Gegnerwellen, die erst stoppen, wenn wir eine bestimmte Stelle überschreiten oder einen Schalter betätigen. Da stört es doppelt, dass uns das Programm verschweigt, wann es sinnvoll ist, vorzupreschen oder ob man doch lieber in Deckung geht. Überhaupt fällt die Gegner-KI serientypisch mehr durch Masse als durch Klasse auf. Zudem rennen die Burschen, wenn sie mal keine Deckung finden, meist blindlings auf uns zu oder bleiben wie angewurzelt stehen. Hier dreht sich Call of Duty seit Jahren auf der Stelle.

Die Levels: hübsche Schläuche

In Modern Warfare 2 war es noch ein Schneemobil, in Black Ops klettern wir in den Sattel eines Motorrads. [360] In Modern Warfare 2 war es noch ein Schneemobil, in Black Ops klettern wir in den Sattel eines Motorrads. [360]

Auf gewohnt hohem Niveau ist das Leveldesign. Zwar ist auch Black Ops serientypisch streng linear angelegt, doch weiß Treyarch die »schlauchige« Natur der Areale gut zu kaschieren. Nahezu überall gibt es mehrere Routen, die zum Flankieren einladen und alternative Taktiken erlauben. Unlogische Levelbegrenzungen wie in Medal of Honor sind uns dabei ebenso wenig aufgefallen wie doppelte Laufwege. Zudem reiht Black Ops eine großartige Staunszene an die nächste. Da stecken gespenstische Eisbrecher im arktischen Packeis, gigantische Täler durchfliegen wir mit einem Kampfhelikopter und auch das Pentagon in Washington oder der dichte Dschungel Vietnams gehören zu den beeindruckenden Schauplätzen. Letzterer kann in Sachen Vegetation und Weitsicht nicht mit dem mittlerweile drei Jahre alten Crysis mithalten, und auch sonst hinkt Black Ops technisch manch aktuellem Genre-Standard leicht hinterher. So ist etwa die Umgebung statisch und nicht wie in Battlefield: Bad Company 2 zerstörbar. Treyarch leistete jedoch ganze Arbeit, das Beste aus der angestaubten Modern Warfare-Engine von 2007 rauszuholen. Vor allem die Explosionseffekte sowie die butterweichen Charakteranimationen können sich sehen lassen. Auch die durch die Bank sehr stimmungsvoll, abwechslungsreich und nachvollziehbar gebauten Levels lenken erfolgreich von den technischen Mankos ab.

Der Spielfluss: läuft, läuft, läuft...

Die Fahrt im Kanonenboot wird in der englischen Version von den Rolling Stones untermalt, in der deutschen Fassung fehlt »Sympathy for the devil«. [360] Die Fahrt im Kanonenboot wird in der englischen Version von den Rolling Stones untermalt, in der deutschen Fassung fehlt »Sympathy for the devil«. [360]

Thema Steuerung: Eigentlich bräuchte man es bei einem Call of Duty nicht dazusagen, dennoch wollen wir Black Ops ein großes Lob aussprechen. Das Spiel fühlt sich einfach gut an. Das Zielen (egal ob über Kimme und Korn oder »aus der Hüfte«) ist hochpräzise, der Waffenwechsel geht flott von der Hand, und zuschaltbare Einblendungen weisen stets darauf hin, wo das nächste Ziel liegt. Das sorgt für Übersicht und hält den Spielfluss auf konstant hohem Niveau. Auch dass wir wie schon in den Vorgängern nicht frei speichern dürfen, fällt angesichts der fast durchgehend gut platzierten Kontrollpunkte kaum negativ auf. Allerdings verzichtet Black Ops auf ein Tutorial. Auch das aus den beiden Modern Warfare-Teilen bekannte Training, das Ihnen aufgrund der erbrachten Leistung einen Schwierigkeitsgrad vorschlägt, fehlt. Shooter-Neulinge haben es in Black Ops ohnehin schwer, denn die Missionen werden schon früh in der Kampagne recht knackig. Und gegen Ende fordert das Spiel selbst fortgeschrittenen Ballerfans viel Fingerfertigkeit ab.

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