Ghost of Yotei hat mit der Complete Edition eine Story-Erweiterung spendiert bekommen, die mich rund 8 Stunden gut unterhalten, aber vor allem in einer Sache überrascht hat: Die sogenannten gewaltigen Waffen sind mir nämlich besonders positiv in Erinnerung geblieben.
Die Complete Edition beinhaltet vor allem eines: den neuen Story-DLC 'Echos von Sekigahara' und den Most Wanted-Modus, der unabhängig von der Kampagne ein Roguelite-Erlebnis bietet. Die CE erscheint am 1. Oktober 2026 exklusiv für die PS5 und kann auch als Upgrade zum Preis von 15 Euro erstanden werden, sofern das Basisspiel bereits gekauft wurde.
Was im Detail in der Complete Edition drinsteckt und wie ihr den Story-DLC startet, erfahrt ihr in meiner verlinkten News.
Darum geht's in Echos von Sekigahara
Mitten auf Atsus Jagd nach den Yotei-Sechs begegnet sie einem alten Bekannten aus ihrer Zeit in Sekigahara, was bei der Ronin für gemischte Gefühle sorgt. Während wir in Rückblenden ihre gemeinsame Vergangenheit kennenlernen, spinnen wir ihre Geschichte in den Ashoro-Ausläufern weiter, ein Tal, in dem sie gegen die Vipern kämpft. Die Gefolgsleute der Schlange terrorisieren die Bevölkerung, für die sich Atsu verantwortlich fühlt.
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Ghost of Yotei: Complete Edition mit Story-Erweiterung und mehr überraschend angekündigt
Die neuen Story-Missionen fügen sich gut in die Hauptgeschichte ein, da Atsu im DLC mit den Folgen ihres Rachefeldzugs konfrontiert wird. Entsprechend fühlt sie sich auch mal schlecht, was viel glaubwürdiger wirkt, als eine reine Gut vs. Böse-Geschichte.
An einigen Stellen reagiert Atsu für meinen Geschmack zwar etwas zu nett, wenn es um ihren alten Bekannten geht. Wiederum richtig gut gefallen hat mir allerdings, dass mich so manch Stelle in der Geschichte richtig überrascht hat. Echos von Sekigahara schreckt hier wahrlich nicht vor einem konsequenten Weg zurück.
Wer Yotei liebt, kommt an Echos von Sekigahara nicht vorbei
Echos von Sekigahara macht genau das, was ich von einer Erweiterung für das Action-Adventure erwartet habe. Sie spielt die gewohnten Stärken des Hauptspiels weiter aus und würzt sie mit ein paar Neuerungen.
So liefert auch der Story-DLC befriedigende Kämpfe, eine filmische Inszenierung, Atsus moralisches Dilemma und freischaltbare Items wie Rüstungen. Der frische Wind kommt durch die neuen schweren Waffen, mehr Rüstungssets und Farben sowie natürlich die neuen Story-Kapitel und das neue Gebiet.
Mit den Ashoro-Ausläufern wird ein neuer Teil der Open World begehbar. Das Tal sieht anfangs durch die Umstände noch ziemlich gebeutelt aus, versprüht aber wieder eine herrlich dichte Atmosphäre – und je mehr wir den Menschen dort helfen, desto mehr blüht die Landschaft wortwörtlich auf. Ich habe nicht umsonst wieder zig Stunden alleine im Fotomodus verbracht.
Kurzum: Ich habe mit Atsu schön mitgelitten, gezweifelt... und natürlich viele Feinden ins Jenseits befördert. Der Story-DLC lohnt sich für alle, die wie ich, einfach mehr von Ghost of Yotei wollen, plus ein paar kleine Extras, ohne dabei auf Innovationen zu hoffen.
So funktioniert der Meistgesucht-Modus
Sucker Punch bewirbt den Most Wanted-Modus als Kampf- und Überlebensmodus, der losgelöst von der Kampagne funktioniert. Im Grunde arbeiten wir ein Kopfgeld nach dem anderen ab, indem wir uns immer mehr Gegnerhorden stellen, um die Yotei-Sechs zur Strecke zu bringen.
Anfangs spielen wir noch als Atsu, aber mit der Zeit steigen wir im Level auf und sammeln genug Geld, um weitere spielbare Charaktere mit individuellen Fähigkeiten freizuschalten, darunter auch Jin Sakai aus Ghost of Tsushima.
Während der Kopfgeldjagd auf einen der Yotei-Sechs dürfen wir uns nach einer erfolgreichen Etappe neue Vorteile aussuchen, wie etwa, dass ein Wolf beschworen wird, der Gegner angreift, sobald wir Feinde 4 Mal mit einem Fokusangriff des Doppelkatanas getroffen haben.
So basteln wir uns also Roguelite-typisch in der Runde einen neuen Kampfstil zusammen und schalten langfristig dauerhafte Vorteile wie Techniken frei.
Fazit: Falls ihr besonders Spaß am Kampfsystem habt und alles drumherum auch mal ausblenden wollt, könnt ihr euch im Most Wanted-Modus ordentlich austoben. Die Freischaltmechaniken motivieren und der Schwierigkeitsgrad kann individuell angepasst werden. Ein allzu tiefgreifendes Roguelite-System solltet ihr aber nicht erwarten.
Gewaltige Waffen – ihr Name ist Programm
Besonders hervorheben möchte ich eine Neuerung, die mich positiv überrascht hat: die neuen "gewaltigen Waffen":
- Sasumata, eine Stange mit spitzen "Stierhörnern" und zusätzlichen Stacheln am Schaft
- Kanabo bzw. Tetsubo, eine schwere Keule mit Stacheln oder Noppen
- Ono, eine japanische Streitaxt
- Otsuchi, ein riesiger Hammer
Dabei handelt es sich eigentlich nur um temporäre, schwere Waffen, die in Lagern herumstehen oder die ich mir von besonders starken Feinden mopsen kann, um meine Widersacher damit ordentlich zu verdreschen. Heißt: Sie sind eher eine kleine Neuerung, die ich nicht einmal jederzeit frei ausrüsten kann, wie etwa das Yari. Außerdem gehen sie nach ein paar Angriffen kaputt.
Das klingt auf den ersten Blick recht nervig, aber tatsächlich hat mich das nie gestört. Im Gegenteil: Ich liebe es mit den vier wuchtigen Waffen zu kämpfen, da es sich enorm befriedigend anfühlt die Klopper durch die Luft zu wirbeln und Vipern damit die Köpfe zu spalten oder zu zertrümmern.
Und dass ich das sage, muss schon was heißen, denn normalerweise hasse ich schwere Nahkampfwaffen in Spielen, da sie mir trotz der starken Angriffe einfach zu träge sind. In Assassin's Creed Shadows habe ich daher das Kanabo von Yasuke nach nur wenigen Stunden links liegen lassen.
In Yotei fühlen sich die schweren Waffen dagegen zugänglicher an, weil sie nicht an Level oder Fähigkeiten gekoppelt sind. Ein einfacher Angriff geht zudem schneller von der Hand und das Trefferfeedback ist ein Genuss.
Gut, man könnte jetzt argumentieren, dass Atsu dafür mehr Kraft haben müsste oder das Sucker Punch hier noch etwas am Balancing arbeiten dürfte, aber in meinem Fall fühlte sich das genau richtig an. Die Kämpfe waren für mich immer noch so fordernd, dass mir die gewaltigen Waffen auch was brachten und ihr Einsatz entsprechend belohnt wurde.
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