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Diablo 2: Resurrected im Test - Ein angestaubtes Meisterwerk

Nach über 20 Jahren dürfen Konsolenspieler*innen zum ersten mal den Hack and Slay Klassiker von ihrem Sofa aus genießen. Ob sich das Remaster lohnt oder die Lootjagd doch langsam Alterserscheinungen zeigt, erfahrt ihr hier.

von Stephan Zielke,
28.09.2021 15:30 Uhr

Endlich könnt ihr Diablo 2 vom Sofa aus genießen. Endlich könnt ihr Diablo 2 vom Sofa aus genießen.

Mit Diablo 2 Resurrected findet eines der bedeutendsten Hack and Slay-Spiele seiner Zeit (samt des Addons Lord of Destruction) seinen Weg auf PS4 und PS5, Xbox One und Series X/S sowie die Switch. Mit brandneuer 3D-Grafik, überarbeiteten Zwischensequenzen, wuchtigem Sound und kleinen spielerischen Verbesserungen versucht Activision Blizzard, alte Fans glücklich zu machen und neue zu gewinnen. Ob diese Maßnahmen jedoch ausreichen, hängt jedoch stark von euch selbst als Spieler*in ab.

Wie gut die Technik des Remaster wirklich ist, verrät euch Chris in seinem Artikel:

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Klage gegen Activision Blizzard: Auch im Test zu Diablo 2 Resurrected soll nicht unerwähnt bleiben, dass aktuell eine Klage wegen sexueller Diskriminierung gegen Activision Blizzard als Publisher des Spiels im Gange ist. Demnach ist auch das Remaster unter den Arbeitsbedingungen entstanden, wie sie in der Klageschrift zu finden sind. Alle Infos zu den Vorwürfen gegen Activision Blizzard haben wir für euch in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Einen Kommentar von GamePro-Chefredakteurin Rae Grimm bezüglich unserer Berichterstattung zum Thema, haben wir euch ebenfalls verlinkt

Bombastische Grafik und Änderungen im Detail

Die wohl offensichtlichste Änderung im Remaster ist die 3D-Grafik. Während das Original im Jahr 2000 noch in 2D und einer Auflösung von 640x480 (später per Patch dann auf bombastische 800x600 hochgeschraubt) erschien, protzt Resurrected mit komplett überarbeiteter Grafik.

Besonders die Lichteffekte der Zaubersprüche, Fackeln oder Lavagruben tauchen die dunklen Gewölbe der Spielwelt Sanktuario in eine angenehm schaurige Atmosphäre.

Alte Grafik Alte Grafik
Neue Grafik Neue Grafik

Besonders die Beleuchtungs-Effekte machen viel her.

Der Clou: Per Tastendruck könnt ihr jederzeit zwischen alter und neuer Grafik umschalten. Dabei fallen auch die vielen kleinen Details auf, die Entwickler Vicarious Visions eingebaut hat: Statt ständig gleich aussehender Wände erwarten euch zum Beispiel Bücherregale, Nischen, Altäre und andere Deko, die wunderbar das dunkle Gothic-Thema unterstreichen. Das lässt viele bekannte Orte wie das Kloster, Lut Gohlein oder den Berg Arreat vertraut und doch vollkommen neu erscheinen.

Zusätzlich wurden Charaktermodelle verbessert, die Musik neu abgemischt, Zwischensequenzen komplett neu produziert und ein paar Quality of Life-Funktionen eingebaut:

  • eine größere Beutetruhe
  • geteilte Bankfächer zwischen euren Charakteren
  • automatisches Einsammeln von Gold
  • Inventar mit einem Tastendruck sortieren
  • Gürtel auf Befehl mit Tränken aus dem Inventar befüllen
  • Vorher exklusive Ladder-Items und Runenwörter nun in jedem Spiel-Modus verfügbar.

Was noch alles verbessert bzw. im Vergleich zum Original angepasst wurde, das erfahrt ihr ihm Video von GameStar-Kollege Maurice:

Alle Neuerungen von Diablo 2 Resurrected in 11 Minuten 11:00 Alle Neuerungen von Diablo 2 Resurrected in 11 Minuten

Ansonsten bleibt alles beim Alten. Denn trotz der beeindruckenden optischen Veränderung, handelt es sich bei Resurrected nicht um ein Remake, sondern um ein Remaster. Daher solltet ihr keine tiefgreifenden Gameplay-Änderungen erwarten.

Wie die Switch-Version sich schlägt, erfahrt ihr in diesem Artikel:

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Alterserscheinungen oder Zeitlos?

Die Treue zum Original wird viele alte Fans des Meisterwerks freuen, könnte aber besonders neuen Spielern Stolpersteine in den weg legen.

Fallen für neue Spieler: Immer noch könnt ihr sehr leicht euren Charakter verskillen. Da sich nur ein einziges Mal pro Schwierigkeitsgrad die Werte zurücksetzen lassen, kann es sein, dass euer Charakter einfach unrettbar ist. Dann bleibt nur neu anzufangen. Hier hätten wir uns gefreut, wenn neuen Spieler*innen mehr unter die Arme gegriffen worden wäre.

Auch die sogenannten Corps-Runs hätte man sich im Jahr 2021 sparen können. Nackt zu eurer Leiche zu rennen und dabei allem auszuweichen, machte schon damals keinen Spaß und wurde auch über die Jahre hinweg nicht besser.

Leider schaffen es Skelette auch nach über 20 Jahren nicht durch enge Gänge Leider schaffen es Skelette auch nach über 20 Jahren nicht durch enge Gänge

Bugs und Glitches sind keine Nostalgie! Ein Rätsel bleiben uns auch die Bugs, die bewusst im Remaster gelassen wurden, um das Spielgefühl so "unverfälscht" wie möglich zu lassen. Diese reichen von gravierenden Gameplay Bugs und der immer noch strunzdummen Pet-KI, bis hin zu grafischen Glitches wie Türen, die obwohl sie offen sind immer noch geschlossen angezeigt werden. Dass hier von den Machern die Extrameile gegangen wird, diesen Glitch sogar in der neuen Grafikengine anzuzeigen, wirkt mehr abstrus als nostalgisch.

Zeitloses Prügeln und Looten: Von diesen kleinen Kritikpunkten abgesehen erzeugt Diablo 2 Resurrected dieselbe Suchtspirale wie schon vor zwei Jahrzehnten. Die Jagd nach legendären Items, Runenwörtern oder dem Schwert mit den perfekten Sockeln motiviert nach wie vor. Die Charaktere spielen sich herrlich unterschiedlich und setzen sich auch innerhalb ihrer Klasse wunderbar ab. Wollt ihr ein Nekromant mit einer Armee aus 15 Skeletten sein, oder doch lieber mit Knochen und Flüchen um euch werfen? Beides ist möglich und spielt sich erfrischend anders, so dass es sich auch lohnt, jede Klasse mehrfach zu spielen.

Schnell zieht wieder die alte Suchtspirale. Hier machen wir einige Runs auf die Gräfin für unser erstes Runenwort. Schnell zieht wieder die alte Suchtspirale. Hier machen wir einige Runs auf die Gräfin für unser erstes Runenwort.

Toller Koop mit "Inventar-Tetris"

Der Multiplayer ist das Herzstück von Diablo 2: Resurrected. Bis zu acht Spieler*innen (bis zu vier auf der Switch) können sich gemeinsam in die Welt von Sanktuario stürzen. Dadurch erhaltet ihr nicht nur härtere Monster, sondern auch bedeutend bessere Beute. Die Klassen unterstützen sich dabei hervorragend. Auren des Paladins wirken auf alle Gruppenmitglieder, Flüche des Nekromanten erleichtern Bosse und die Schreie des Barbaren halten Gegner in Schach. Es lohnt sich immer, mit seinen Mitspieler*innen zusammenzuarbeiten. Das funktioniert auch nach zwei Jahrzehnten immer noch und macht Spaß.

Klassen ergänzen sich gut miteinander. Aber ihr müsst euren hart erkämpften Loot teilen. Klassen ergänzen sich gut miteinander. Aber ihr müsst euren hart erkämpften Loot teilen.

Zwangspausen und Loot-Drama: Leider wird das fröhliche Schnetzeln immer wieder unterbrochen. Schnell füllen sich die Taschen und ständig müssen Charaktere zurück in die Stadt, um das winzige Inventar wieder freizumachen. Oder es steht eine Runde "Inventar-Tetris" an, bei der ihr versucht, dieses eine Item noch reinzuquetschen. Denn seid ihr nicht schnell genug dabei, Gegenstände aufzuheben, dann landen sie in den Taschen anderer Spieler*innen. Resurrected verzichtet bewusst auf personalisierten Loot, sodass alle dieselben Items aufsammeln. Das kann bei acht Spieler*innen sehr chaotisch werden und auch gerne mal zu Drama führen. Spielt also vor allem mit Freunden und sprecht euch ab.

Verpasste Chance auf Konsole: Wer auf Couch-Koop wie in Diablo 3 hofft, wird leider enttäuscht werden. Auch das Remaster setzt voll auf den Online-Multiplayer. Eine verpasste Chance, denn besonders der Koop von Diablo 3 ist auch heute noch äußerst empfehlenswert. Auch Crossplay wird aktuell nicht unterstützt, dafür jedoch Cross Save. Wer mag, kann seinen Spielstand beispielsweise von der Nintendo Switch auf PlayStation, Xbox oder den PC übertragen. Voraussetzung ist natürlich, ihr besitzt auf der jeweiligen Plattform eine Version des Spiels.

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