Doraemon: Story of Seasons 2 im Test: Bildhübsche Farming-Sim mit süßer Robokatze

Doraemon Story of Seasons: Friends of the Great Kingdom ist der zweite Teil der Farm-Sim mit den beliebten Anime-Charakteren.

Das Story of Seasons-Konzept, aber mit den Figuren aus dem Doraemon-Anime - Das erwartet euch in dieser Farm-Sim. Das Story of Seasons-Konzept, aber mit den Figuren aus dem Doraemon-Anime - Das erwartet euch in dieser Farm-Sim.

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Die meisten Farm-Simulationen bedienen sich bodenständiger Hintergrundgeschichten: Regelmäßig erben wir als gestresster Stadtmensch einen Bauernhof und beschließen, unser Glück auf dem Land zu suchen. In Doraemon Story of Seasons: Friends of the Great Kingdom sieht das etwas anders aus: Hier schlüpfen wir in die Rolle des Viertklässlers Nobita, der nicht nur seine Heimatstadt, sondern gleich die ganze Erde hinter sich lässt und zum Farmer wider Willen wird. 

Nach einem Streit mit seinen Eltern steigt der Grundschüler samt Clique, zu der auch Roboterkatze Doraemon gehört, in eine Rakete und flüchtet auf einen fremden Planeten. Dort wartet aber direkt die nächste Auseinandersetzung, als die launische Herrscherin das Fluggerät samt Doraemons Gadgets beschlagnahmt und nicht mehr rausrücken will. Um sie zu besänftigen, versucht Nobita einen heruntergekommenen Hof auf Vordermann zu bringen - und damit beginnt unser Farm-Abenteuer, das klassischer ausfällt, als es nach diesem Auftakt womöglich klingt. 

Was ist Doraemon?

Doraemon, der blaue Roboter mit dem breiten Grinsen, ist eine der beliebtesten Cartoon-Figuren Japans. Er kommt aus der Zukunft und sieht aus wie eine Katze ohne Ohren. Die Mangaserie existiert bereits seit den 60ern und zu den Charakteren, denen wir im Spiel begegnen, gehören neben Doraemon der tollpatschige Nobita (“Nobi”), die Unruhestifter Suneo und Gian und die hilfsbereite Shizuka.

Fremder Planet, gewohntes Landleben

Glücklicherweise hat es die Kinder nicht auf einen Wüstenplaneten, sondern ins reinste ländliche Idyll verschlagen, das dank Wasserfarbenoptik und warmer Lichtstimmung richtig viel Gemütlichkeit ausstrahlt. Flora und Fauna wirken bis auf wenige Ausnahmen genauso vertraut wie die altbekannte Farmarbeit aus Story of Seasons: 

Im Gemischtwarenladen kaufen wir saisonale Saat, um beispielsweise Kürbisse und Erdbeeren zu pflanzen, die wir täglich gießen müssen. Für Wolle, Milch und Eier schaffen wir außerdem niedlich runde Kühe, Schafe, Alpakas und Hühner an, die ebenfalls Pflege - und natürlich Futter - benötigen. 

Doraemon Story of Seasons: Friends of the great Kingdom - Trailer zur Stardew Valley-Alternative mit der blauen Robo-Katze 1:18 Doraemon Story of Seasons: Friends of the great Kingdom - Trailer zur Stardew Valley-Alternative mit der blauen Robo-Katze

Daneben gehen wir auf Fischfang und Insektenjagd, was gerade am Anfang dabei hilft, die Kasse aufzubessern und genug Geld für neue Investitionen heranzuschaffen. Die Einnahmen stecken wir dann unter anderem in neue Ställe und die besonders nützlichen Verbesserungen für unsere Werkzeuge, wie Axt, Spitzhacke oder Gießkanne. Die Arbeit geht gleich leichter von der Hand, wenn wir mit der aufgemotzten Kanne drei statt nur einer Pflanze auf einmal wässern können.

Nicht nur bei den Anschaffungen müssen wir abwägen, was gerade lohnt. Zusätzlich müssen wir jeden Tag überlegen, ob wir lieber in der Mine Erze abtragen oder stattdessen ein paar Bäume fällen. Beides bringt wertvolle Ressourcen, verbraucht aber auch Energie-Herzchen, die wir mit Nickerchen, Essen und Tränken wieder ein Stück weit auffüllen können; nur dass das wiederum Zeit oder Geld kostet.

Bauernhof-Tiere Abends müssen wir unsere Tiere einzeln in den Stall schieben und tragen, damit sie nicht krank werden.

Feldarbeit Wir können auch Viehfutter anbauen und mit der Sichel ernten. Schreiner Oli stellt außerdem Deko wie Zäune für uns her.

Erkundung In der hübschen Spielwelt gibt es jede Menge zu entdecken.

So schön kann Freundschaft sein

Dass Doraemon Story of Seasons keine Romanzen bietet, klingt vielleicht zunächst mal wie eine Einschränkung. Uns hat diese Komponente jedoch überhaupt nicht gefehlt, da sich das Spiel stattdessen besonders stark auf seine Freundschaften konzentriert. Während wir in vielen anderen Farm-Sims auf dem Hof erst Gesellschaft bekommen, wenn wir vor den Altar treten, brummt hier von Anfang an das Leben. Wir wohnen nämlich in einer lustigen, lauten WG mit unserer Clique. 

Das Beste daran: Wir können unsere Mitbewohner*innen jederzeit bitten, sich uns anzuschließen. Dann helfen sie uns automatisch bei allem, was gerade ansteht: Feldarbeit, Angeln, Steine klopfen - und glaubt uns, so viel Motivation haben wir beim Blumengießen selten erlebt. Falls ihr übrigens lieber echte Menschen an eurer Seite habt, könnt ihr das Spiel auch im Koop zocken.

Gemeinsam unterwegs Bitten wir Doraemon, Shizuka und Co. um Hilfe, so folgen sie uns auf Schritt und Tritt und packen mit an – und das mit ziemlich viel Begeisterung.

Zusammen arbeiten Lassen wir die anderen mit anpacken, so sparen wir Zeit und Ausdauer.

Bewohner Dieser Vogel hat die besten Angeltipps und Köder auf Lager.

Auch abseits von Nobitas Clique bringt die Farm-Sim einen liebenswert schrulligen Cast mit, der Lust darauf macht, Bekanntschaften zu schließen. Da wären beispielsweise das immer zankende Schreinerpaar Belle und Oli, der eigenbrötlerische Naturforscher Ivo oder eine angelbegeisterte Vogelfamilie. Freundschaften lassen sich ganz leicht vertiefen, indem wir regelmäßig einen kleinen Plausch halten oder mit den Figuren handeln. Belohnt werden wir mit zahlreichen Cutscenes, die häufig neue Seiten der Charaktere zeigen.

Immer was los

Die Freundschaftsszenen sind übrigens nicht die einzige Abwechslung vom “Ackern”. Wir bekommen zudem immer wieder neue Spielmechaniken an die Hand, die uns das Farmleben erleichtern. Erfolge auf dem Hof belohnt der Minister der Herrscherin damit, dass er uns nach und nach Doraemons Gadgets zurückgibt. Dazu gehört die “Überall-hin-Tür”, ein praktisches Schnellreiseportal.

Daneben treffen wir während der Story auf eine ganze Ansammlung an putzigen Tieren, Wal und Otter inklusive. Regelmäßige Feste mit Minispielen wie Wassermelonenzerteilen oder Wettangeln mischen ebenfalls den Alltag auf.

Gadgets Nach und nach bekommen wir Doraemons nützliche Gadgets zurück, wie die „Überall-hin-Tür“ oder einen Stab, der uns zu Personen in der Spielwelt führt.

Tier-Bekanntschaften Wir treffen auf verschiedene Tiere, wie diesen Otter, die meist sogar neue Mechaniken mitbringen.

Nur einige Kleinigkeiten trüben die Landidylle hier und da: So wirken manche Mechaniken etwas umständlich, wie dass wir unsere Tiere einzeln aus dem Stall hinaus- und hineinmanövrieren müssen, damit sie Frischluft bekommen. Dazu kommt, dass das Spiel mit seinen vielen Tutorials zwar schön zugänglich ist, aber manchmal etwas übertreibt.

Gerade am Anfang ploppen sie zu häufig und zu umfangreich auf, und da gleichzeitig zum Start eine geballte Ladung Gespräche mit den Ortsansässigen auf uns wartet, kann das erschlagend wirken. Hier und da ist übrigens mal eine Übersetzung in den deutschen Texten etwas ulkig, doch das stört nicht wirklich.

Doraemon Story of Seasons 2 für Kinder:

Aufgrund der kindlichen Perspektive und der Einsteigerfreundlichkeit eignet sich der Titel grundsätzlich ziemlich gut für Kinder. Bedauerlich ist allerdings – gerade, da die Konversationen in dem Spiel sehr viel Raum einnehmen – dass es keine deutsche Sprachausgabe gibt. Um der Story zu folgen, muss also sehr viel gelesen werden. Daher ist unsere Empfehlung, das USK 6-Spiel gemeinsam mit Kindern anzugehen, und vielleicht auch hier und da zu erklären, dass ein Bauernhofleben in der Realität anders funktioniert.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist Doraemon Story of Seasons: Friends of the Great Kingdom, wie schon der Vorgänger von 2019, eine charmante Farm-Sim, mit einer ordentlichen Prise abgedrehter Fantastik.

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