"Ich will hier nicht mehr arbeiten": EA-Mitarbeiter klagen laut Report über völliges Chaos und starken KI-Push nach Massenentlassungen

Nach der Übernahme und den Massenentlassungen scheint die Stimmung und Moral bei Electronic Arts am absoluten Tiefpunkt angelangt zu sein.

Bei Electronic Arts geht es jetzt wohl wirklich alles nur noch ausschließlich ums Geld. Bei Electronic Arts geht es jetzt wohl wirklich alles nur noch ausschließlich ums Geld.

Electronic Arts wurde vor Kurzem übernommen und wird jetzt von Saudi-Arabischen Staatsfonds sowie Silver Lake kontrolliert, ein Investment-Unternehmen von Donald Trumps Schwiegersohn. Die Übernahme hat massive Schulden angehäuft, die sich jetzt offenbar in gigantischen Entlassungswellen und einem noch stärkeren KI-Push äußern. Nach dem Ende von Bioware sieht es alles andere als rosig bei EA aus, wie Mitarbeitende berichten.

Was die Menschen über Electronic Arts erzählen, ist erschütternd

Dass der 55 Milliarden schwere Deal keine besonders positiven Auswirkungen auf den Spiele-Publisher haben dürfte, war abzusehen. Was die Angestellten jetzt aber anonym gegenüber Vertical Slice berichten, klingt dann doch nochmal eine ganze Spur härter, trostloser und finsterer als gedacht.

Video starten 1:17:04 Nach Übernahme von Electronic Arts: Unsere Erwartungen, Hoffnungen und Sorgen

Vor allem die Art und Weise der Kündigungen macht den Mitarbeitenden wohl schwer zu schaffen. Sie seien intransparent durchgeführt und schlecht kommuniziert worden. Den Verantwortlichen fehle dabei jedes Verständnis, sowohl für die Menschen als auch die Projekte, an denen sie arbeiten.

"Es ist sehr unpersönlich. Du wirst gefeuert, weil du nur Zahlen auf einer Liste bist. Da gibt es nie ein Verständnis des tatsächlichen Projektes."

Das unterbreche nicht nur den Workflow und reiße ganze Teams auseinander, worunter natürlich die Arbeit leidet. Auch die Menschen trifft es natürlich emotional hart. Oft scheint unnötig lange große Angst und Ungewissheit zu herrschen, wer seinen Job überhaupt behalten kann und wer gefeuert wird.

Ist es dann soweit, werden die Betroffenen offenbar meist zu Videocalls eingeladen, in denen der Chat ausgestellt und alle anderen Teilnehmenden verborgen sind. Es habe keinerlei Möglichkeit gegeben, Rückfragen zu stellen oder mit den Kolleg*innen zu sprechen.

Oft ziehen sich die Massenentlassungen wohl auch unnötig in die Länge, so dass sich Freunde und Kollegen immer wieder aufs Neue von nahestehenden Menschen verabschieden müssen.

Als Feigenblatt würde denen angeboten, sich intern auf andere Stellen bei EA zu bewerben. Die hätten aber in der Regel ganz andere Anforderungen und Arbeitszeiten. Niemand, der seit Jahren remote arbeitet und ganz woanders wohnt, will extra umziehen, um drei Tage die Woche ins Büro zu kommen – erst recht wohl nicht mehr bei EA:

"Es ist ein Witz. Ich habe es mir nicht einmal angesehen, weil ich hier nicht mehr arbeiten will."

Weniger Menschen, mehr KI

Zu den Massen-Entlassungen kommt ein offenbar nochmal verstärkter Push, generative KI zu benutzen. Dabei scheint es der kompletten Führungsriege stark an Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis zu mangeln. Laut mehreren Angestellten hätten die Manager schlicht keine Ahnung von der Videospielentwicklung und absurde Vorstellungen.

"Die Moral ist fürchterlich. Was uns immer wieder gesagt wurde, ist 'macht weniger, besser', aber es fühlt sich einfach nur an, als würden wir dieselbe Menge arbeiten müssen, nur mit weniger Leuten. Das höhere Management hat sich sehr über Claude gefreut und über die Möglichkeiten von KI, zum großen Ärger meines Teams."

Viele der Interviewten sollen außerdem geäußert haben, dass sie sich fragen würden, wo die Konsequenzen für die Menschen auf der Führungsebene bleiben. Immerhin seien sie es gewesen, die EA samt der zugehörigen Studios so zugrunde gewirtschaftet hätten.

Die Management-Ebene habe haufenweise Geld verbrannt und schlechte Entscheidungen getroffen, während es die Angestellten ausbaden müssten. Dass Studios wie Bioware letztlich geschlossen wurden, sei keine große Überraschung mehr gewesen. Mittlerweile gehe es wirklich nur noch darum, dass die Top-Executives sich die Taschen vollmachen, so der einstimmige Tenor.

"Dass die aktuelle E-Mail zu den Organisations-Änderungen so klingt, als wäre sie von einem Roboter geschrieben worden, fasst EA am besten zusammen. Ein kalter, toter Ort, der langsam verwest, während die Führung jeden letzten Cent herausquetscht und den Rest von uns zurücklässt, während wir uns darum sorgen, wie wir unsere Familien ernähren sollen."

Wir können euch wirklich nur ans Herz legen, den ganzen, ausführlichen Bericht von Vertical Slice mit allen Aussagen der Gesprächspartner*innen zu lesen. Es macht zwar keinen Spaß, gewährt aber auf jeden Fall tiefe Einblicke in das, was aktuell alles so schiefläuft in der Videospielbranche. EA selbst wurde zwar angefragt, hat das Ganze aber bisher noch nicht kommentiert.

Hättet ihr gedacht, dass es wirklich so schlimm bei Electronic Arts aussieht, wie die Betroffenen beschreiben?


Kommentare(1)
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