Dass Sony Belohnungen an Hacker auszahlt, ist alles andere als ungewöhnlich. Über das HackerOne-Portal vergütet der PlayStation-Hersteller Sicherheitsexperten und -expertinnen, wenn diese dem Unternehmen vor einer Veröffentlichung Sicherheitslücken mitteilen. Damit können entsprechende Exploits schnell und ohne Gefahr für die Käufer*innen der PS4 oder PS5 gefixt werden.
Eine dort eingereichte Meldung führte jüngst zu einer ungewöhnlich hohen Auszahlung von ganzen 50.000 US-Dollar. Bisher wurde eine solch hohe Summe nur ein einziges Mal ausgezahlt, da es sich dabei um die kritischsten aller Sicherheitslücken handelt. Und die Belohnung hatte es tatsächlich in sich – in vielerlei Hinsicht.
Das 50.000 Dollar-Kopfgeld ist für den Hacker Fluch und Segen zugleich
Um Raubkopien von PS5-Titeln anzufertigen, muss der sogenannte Hypervisor der Konsole überwunden werden. Dabei handelt es sich um eine in sich geschlossene Software-Ebene, die das Betriebssystem des Geräts und ihre voneinander abgegrenzten Funktionen verwaltet und überwacht.
Der Hypervisor ist unter anderem auch für die DRM-Mechaniken zuständig, sowie für die Ver- beziehungsweise Entschlüsselung von Spieledaten.
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Dass der Hypervisor Cyber-Attacken standhält, ist insbesondere in einem Jahr wichtig, in dem mit GTA 6 ein ziemlich großer und für die gesamte Gaming-Industrie wichtiger Release ansteht.
Da wahrscheinlich jeder Mensch auf der Welt und dessen Oma bereits von dem Gangster-Titel gehört hat, stand der aktuelle GTA-Ableger auch ganz weit oben auf dem Wunschzettel von Raubkopierenden.
Daraus wird aber erst einmal nichts, wie wir bereits berichtet haben:
Kurz zusammengefasst: Der PS5-Hacker Jordy hat die Hypervisor-Lücke bei Sony eingereicht. Sie wurde gepatcht und aufgrund der kritischen Einstufung hat der Hacker im Nachhinein die größtmögliche Belohnung von 50.000 Dollar eingefahren. Höchstwahrscheinlich, da es sich dabei um einen essenziellen Exploit für Raubkopien handelt – ohne Hypervisor-Exploit eben keine GTA 6-Raubkopie.
Wie glücklich Jordy mit dem Geld ist, lässt sich aber nur schwer abschätzen, da der Hacker seitdem online mit Hass überschüttet wird. Sony ist aktuell mitunter das Feindbild Nummer Eins auf Social Media-Plattformen wie X, da das Aus von physischen PlayStation-Datenträgern viel negative Aufmerksamkeit auf den Tech-Riesen lenkte.
Jordy geriet somit ebenfalls ins Kreuzfeuer, mit dem Vorwurf, sich dem Großkonzern zu unterwerfen.
Nicht nur Raubkopierer teilen ihren Unmut
Die Meldung der Sicherheitslücke löste eine zusätzliche Kontroverse damit aus, dass sie schon vor einigen Jahren von dem in der Szene beliebten Hacker Andy "TheFlow" Nguyen gefunden und geheimgehalten wurde. Laut eigenen Aussagen, um es Moddern zu erlauben, das Spiel legal auf ihren gejailbreakten Konsolen zu zocken und gleichzeitig Linux darauf zu nutzen. Ein Hypervisor-Exploit sei dafür notwendig, laut Nguyen sei das aber "der letzte" gewesen, der noch zur Verfügung stand.
Jordy fand die Lücke aus "unabhängigen" Bestrebungen selbst heraus, bekam aber wohl Panik, als noch weitere Hacker unter Zuhilfenahme von KI-Agenten wie Claude Code auf den Hypervisor-Exploit stießen. Er reichte den Hypervisor-Exploit schlussendlich bei Sony ein, obwohl auch er eine Abmachung mit Nguyen getroffen hatte, mit der Meldung bis nach GTA 6 zu warten.
Nguyen kündigte daraufhin an, die PS5-Szene zu verlassen und das in der Community beliebte Linux-Projekt sowie dessen PS5 Pro-Portierung aufzugeben.
Kurzum: Jordy hat seit der Veröffentlichung der Sicherheitslücke online einen ziemlich schweren Stand, obwohl der Hypervisor-Exploit wahrscheinlich auch ohne sein Zutun von einer anderen Person eingereicht oder von Sony selbst entdeckt worden wäre. Schwer schien er mit KI-Support zumindest nicht mehr zu finden gewesen zu sein.
In dem Sinne war er nur die richtige Person am falschen Ort. Wobei der 50.000 Dollar-Trost sicherlich kein schlechter ist.
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