Mit Videospielen lässt sich richtig viel Geld verdienen, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit großen Marken wie EA Sports FC (ehemals FIFA), Call of Duty oder GTA werden Millionen von Euro umgesetzt.
Aber auch kleine Spiele können – den nötigen Erfolg vorausgesetzt – zur wahren Goldgrube werden, insbesondere wenn dahinter kleine Independent-Teams mit vergleichsweise kleinen Ausgaben stehen. Ein prominentes Beispiel ist der Solo-Entwickler Concerned Ape, der mit Stardew Valley mehrere Millionen Dollar verdient hat.
1:31
Haunted Chocolatier in 91 Sekunden: Alles zum neuen Spiel des Stardew Valley-Machers
Im Jahr 2013 veröffentlichte der vietnamesischen Entwicklers Dong Nguyen ein Spiel auf Android und iOS, das ebenfalls enorm erfolgreich war, wenige Monate später aber aus persönlichen Gründen des Devs wieder aus den Stores verschwand. Könnt ihr erraten, um welches Game es geht?
Dieser Artikel erschien bereits in einer früheren Version auf GamePro.de
Wir haben den Text im letzten Teil um die aktuellsten Geschehnisse ergänzt.
Konkurrenz zu Quiz Duell und Candy Crush
Denken wir an Mobile-Games, fallen uns direkt viele verschiedene Namen ein. Da wäre zum Beispiel das 2012 erschienene Candy Crush, das bis heute viele Leute begeistert und absurd hohe Umsatzzahlen erzielt. Aber auch Quizkanten, das bei uns wenig später unter dem Namen Quiz Duell erschien, kam 2012 auf den Markt und sicherte sich den Platz auf vielen Millionen Smartphones.
Kurze Zeit später, am 23. Mai 2013, erschien dann ein Geschicklichkeitsspiel, das viel Spaß, aber auch Frust und Wut bescherte, Spielende aber auch immer wieder dazu gebracht hat, einen neuen Versuch zu wagen um noch mehr Punkte zu erreichen – ein Umstand, der dem Spiel vielleicht sogar zum Verhängnis wurde.
Das Spielprinzip war dabei absolut simpel. Mit einem Vogel fliegen wir von links nach rechts und dabei müssen wir grünen Röhren ausweichen, indem wir entweder an Höhe zulegen, oder uns nach unten fallen lassen. Umso weiter wir kamen, umso mehr Punkte gab es.
Das machte extrem vielen Leuten anscheinend so viel Spaß, dass das Spiel in kurzer Zeit zum Erfolg wurde. Die eigentlich kostenlose App finanzierte sich dabei mit Werbeanzeigen im Spiel. In einem Interview gab Dong Nguyen später an, dass er durch den großen Erfolg im Schnitt 50.000 Dollar (damals umgerechnet rund 38.000 Euro) pro Tag damit verdiente.
Und plötzlich verschwand das Spiel aus den Stores
Am 8. Februar 2014 veröffentlichte Dong Nguyen dann einen Post auf Twitter und teilte darin mit, dass er sein Spiel binnen 22 Stunden offline nehmen würde. Am nächsten Tag folgten dann auch Taten und der Titel verschwand aus dem Shop.
In einem späteren Interview antworte Nguyen auf die Frage nach dem Warum, er habe es nicht mehr ertragen, dass so eine enorme Suchtgefahr vom Spiel ausginge - er wollte immer nur ein Spiel machen, das Leute entspannen lies. Außerdem gab er an, dass die mit dem Erfolg einhergehende Aufmerksamkeit nichts für ihn wäre.
Gerüchten zufolge spielten bei der Entscheidung noch andere Faktoren eine Rolle. So warf man dem Entwickler vor, er hätte mit spezieller Software nachgeholfen, die Popularität seiner App künstlich zu steigern. Zudem führte die optische Ähnlichkeit zu bekannten Nintendo-Motiven immer wieder zu Diskussionen und auch eine Klage von Nintendo stand im Raum. Allerdings gab es dazu keine offiziellen Bestätigungen.
Wahrscheinlich habt ihr ziemlich schnell erraten, dass es sich bei dem Spiel im Text um Flappy Bird dreht. Habt ihr das Original nicht gespielt, seid ihr sicher an einigen Stellen über die zahlreichen Klone des Mobile-Hits gestolpert. Noch 2014 kehrte das echte Flappy Bird sogar in einer "weniger süchtig machenden" Version zurück, allerdings exklusiv für den Amazon Fire TV Stick.
Das war allerdings das letzte Mal, dass Dong Nguyen das Projekt anrührte. Da es für die TV-Version keine Updates mehr gab, "starb" das Spiel langsam. Auf modernen Geräten wie dem Fire TV Cube oder neueren Generationen des Fire TV Sticks ließ sich die App zwar oft noch finden oder über den Account herunterladen, sie stürzte jedoch meist direkt beim Start ab oder frierte ein. Im Amazon Appstore für moderne Geräte gilt sie mittlerweile als „Legacy“-Software, die technisch am Ende ist.
Die Übernahme der Flappy Bird Foundation
Im September 2023 reichte die Gametech Holdings LCC einen Antrag beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) ein, um die Marke von Nguyen für ungültig zu erklären. Im US-Markenrecht muss eine Marke nämlich aktiv genutzt werden, um ihren Schutz zu behalten. Wenn ein*e Besitzer*in eine Marke über Jahre nicht verwendet, kann sie als „aufgegeben“ eingestuft werden.
Die USPTO forderte Nguyen daraufhin auf, Stellung zu beziehen, dieser reagierte allerdings nicht. Da kein Widerspruch erfolgte, wurde die Marke im Januar 2024 offiziell für "beendet" erklärt und der Gametech Holdings LCC zugesprochen.
Später kaufte die Flappy Bird Foundation die Markenrechte. Rechtlich ist das Vorgehen wasserdicht, es steht jedoch als „Trademark Squatting“ – also das gezielte Kapern von brachliegenden, aber wertvollen Namen – in der Kritik.
0:36
Flappy Bird-Trailer zeigt das erneute Comeback des Mega-Hits
Da die Foundation zwar die Marke besaß, das Urheberrecht am Code und den ursprünglichen Grafiken weiter bei Nguyen lag, wurde das Spiel mit neuen Assets von Grund auf neu entwickelt. Das Ergebnis sah sich später aber massiver Kritik ausgesetzt, da die neue Version Krypto-Elemente enthalten sollte und sich auch Nyguyen später vom Projekt distanzierte. Mittlerweile ist das neue Flappy Bird in einer über Werbung und In-Game-Käufe finanzierten Version für Android über den Epic Games Store spielbar.
An welcher Stelle habt ihr erraten, dass es um Flappy Bird geht? Oder kennt ihr das Spiel gar nicht? Welche anderen Games spielt ihr gerne auf eurem Smartphone? Verratet es uns in den Kommentaren!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.