Gunzilla soll vielen Entwickler*innen schon seit Herbst letzten Jahres kein Geld mehr gezahlt haben. Das sagen zumindest die Mitarbeitenden, die ihrem Frust jetzt öffentlich Luft machen und beginnen, das Studio zu verklagen. Der Chef hält allerdings dagegen und streitet die ganze Sache ab.
Off the Grid-Macher werden beschuldigt, keine Gehälter zu zahlen
Auf LinkedIn häufen sich mittlerweile die Beiträge von Menschen, die für Gunzilla an dem Battle Royale-Shooter und web3-Spiel Off the Grid gearbeitet haben. Sie beklagen, teilweise schon seit Juni, September oder Oktober 2025 keine Kohle mehr gesehen zu haben. Weiterarbeiten sollen sie trotzdem.
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Teaser zu Off The Grid: Cyberpunk-Shooter von Ex-Crysis-Machern setzt auf Unreal Engine 5
Ein Freelancer aus Kanada namens Paul Creamer, der für die deutsche Abteilung Gunzilla GmbH gearbeitet hat, schreibt, dass Gunzilla Games seine Angestellten schon für viele Monate nicht mehr bezahlt habe. Er selbst sei seit Oktober nicht mehr entlohnt worden, habe sich dummerweise aber überreden lassen, trotzdem noch drei weitere Monate für das Studio zu arbeiten.
"Das höhere Management hatte versprochen, diese Verzögerungen wären nur temporär und dass es sich dabei um Wachstumsschmerzen eines neuen Unternehmens mit neuem Spiel handele."
Dieser Bericht macht ordentlich die Runde und viele andere Betroffene haben ihm bereits beigepflichtet. Die ehemalige Talent Acquisition-Leitung bei Gunzilla schreibt Folgendes:
"Das ist kein Einzelfall. Paul bestätigt nur, was ich und viele andere erlebt haben. Nichts zu sagen, ist keine Option mehr, wenn Menschen für ihre harte Arbeit nicht bezahlt werden."
Dazu gesellen sich noch viele weitere Aussagen, wie zum Beispiel die Riccardo Galdieris, der sein Geld mittlerweile wohl erfolgreich einklagen konnte:
"Es ist viel größer, als man glauben kann, es gibt Dutzende Menschen, die noch auf Geld von ihnen warten. Ich habe vor einiger Zeit schon einen Post erstellt und sie haben versucht, mich zum Schweigen zu bringen, aber ich habe einen Anwalt involviert und bekommen, was sie mir geschuldet hatten."
GamesMarket hat mit 15 Betroffenen gesprochen, die vom deutschen Gunzwilla-Zweig noch Geld einfordern. Aber es ist kein rein deutsches Problem. Gunzilla hat auch im ukrainischen Kiew eine Niederlassung, wo es offenbar dieselben Schwierigkeiten gibt. Gegenüber GamesMarket haben das neun Mitarbeitende bestätigt.
Der Gunzilla-CEO streitet alles ab
In einem Beitrag auf Twitter schreibt der Gunzilla-Studiochef Vlad Korolev, dass das alles nicht stimmen würde. In erster Linie geht es in dem ausführlichen Beitrag zwar darum, dass angebliche "Hater" ständig falsch liegen würden, Off the Grid das erste erfolgreiche web3-Spiel wäre und dass angeblich "jeden Tag 3.000 neue Spieler*innen" zu Off the Grid hinzukämen (wonach es zumindest bei SteamDB nun wirklich nicht aussieht), aber eben auch um die Anschuldigungen.
"Ja, wir optimieren Kosten – wie es jede Gaming-, Crypto- oder Tech-Firma gerade tut. Wir machen das jetzt schon seit über einem Jahr. Und ja, um die Unternehmens-Abläufe nicht zu unterbrechen, könnten einige Zahlungen so geplant worden sein, dass sie für den Cashflow des Unternehmens funktionieren, aber nicht immer für alle individuell. Das ist die Realität der Welt, in der wir leben."
Das ist wirklich eine Aussage zum auf-der-Zunge-zergehen-lassen, erst recht im Licht der Anschuldigungen.
Was war Off the Grid nochmal?
Die Idee klang zunächst vielversprechend: Der visionäre District 9-Regisseur Neill Blomkamp entwirft die Welt und Geschichte eines dystopischen Cyberpunk-Battle Royales. Das befindet sich nun allerdings seit 2024 im Early Access und hat sich mit der Zeit als vollgestopft mit NFTs (ja, die gibt es anscheinend tatsächlich noch!) und ansonsten relativ unspektakulär entpuppt. Ihr könnt darin recht coole Augmentationen für eure Spielfiguren finden und euch permanent von einem Kommentator beschimpfen lassen.
Was sagt ihr zu den Anschuldigungen und der Reaktion?
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