Seite 2: Fable 2 im Test - Review für Xbox 360

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Jenseits von gut und böse

Jede Aktion, ob gut oder böse, wirkt sich auf Gesinnung und Aussehen eures Charakters sowie dessen Ruf aus. Ständig steht ihr vor Gewissensentscheidungen: Verpfeife ich einen Dieb oder helfe ich ihm? Befreie ich gefangene Sklaven oder lasse sie in ihrem Käfig schmoren? Der Humor kommt dabei nicht zu kurz: In einer Quest möchte beispielsweise die Sekte der Schattenanbeter, dass ihr in deren Tempel Dorfbewohner opfert. Zur Belohnung winken Gold und seltene Waffen. Gute Charaktere lehnen diese Mission dankend ab, während diabolische Naturen ins Dorf eilen und einige Leute überreden, ihnen zu folgen. Dies bewerkstelligt ihr anhand etlicher Ausdrucksmittel in den Bereichen »sozial«, »spaßig«, »kokett« und »furchterregend«. Von angeberischen Heldenposen über Luftküsse bis hin zu Tanzeinlagen, Furz- oder Rülpsattacken reicht das Interaktions-Repertoire. Notfalls steigert ihr eure Beliebtheit mit einem netten Geschenk, bis ihr eure Gegenüber soweit habt, dass sie euch gedankenlos folgen und ihr die Ahnungslosen in den Tod führen könnt.

Die Quest-Qualität schwankt von simplen Kurierjobs bis hin zu kniffligeren Aufgaben, in denen ihr beispielsweise eine Höhle von vorwitzigen Hobbs säubern, den Kapitän eines Geisterschiffs ausschalten, oder für eine Archäologin alte Artefakte finden sollt. Die Spielwelt ist zwar sehr groß, allerdings nicht so in sich geschlossen wie etwa in Oblivion. Dank Schnellreisefunktion gelangt ihr auf Knopfdruck zum gewünschten Ort, müsst dann aber lange Ladezeiten hinnehmen. Wenig komfortabel finden wir zudem die Menüführung: Um Quests, Fertigkeiten oder Gegenstände anzuwählen, sind viele mühsame Klicks notwendig.

Auf den Hund gekommen

Das Kampfsystem wurde vom Vorgänger nahezu unverändert übernommen und setzt auf actionreiche Echtzeigefechte. Sind diese zu Beginn von wildem Button-Gehämmere geprägt, erlernt ihr mit zunehmender Kampferfahrung immer neue Techniken und Zaubersprüche hinzu und könnt variantenreich agieren. Ob effektive Kombos, blitzschnelle Konter oder gar gezieltes Anvisieren bestimmter Körperteile eures Gegners per Pistole -- die Kämpfe bieten viel Abwechslung.

Allerdings laufen sie oftmals etwas chaotisch ab, da die Kamera eure Figur nicht immer optimal in Szene setzt. Eine wichtige Neuerung ist die Einführung eines tierischen Begleiters: Von Anfang an begleitet euch ein treuer Hund, der euch im Kampf unterstützt und euch auf Erkundungstouren zeigt, wo geheime Schätze vergraben sind. Ihr könnt den Vierbeiner loben oder bestrafen und ihm sogar Tricks beibringen. Die lernt er durch Bücher aus dem Buchladen, die ihn auch im Schatzsuchen oder Kämpfen trainieren. Das macht den Köter zu einer echten Hilfe, zumal die gefundenen Schätze oft hochwertig sind.

Technisch schwankt Fable 2 zwischen Durchschnitt und Traum. Gerade die Tag- und Nachtwechsel sowie manche Umgebungen wirken fantastisch. Dem gegenüber stehen aber oft hölzerne Animationen sowie etwas misslungene Effekte, etwa wenn der Held ins Wasser hüpft. Außerdem ist oft deutlich zu sehen, wie Texturen nachgeladen werden. Die Musik ist zwar fantastisch komponiert, kommt aber viel zu selten zum Einsatz. Lobenswert: Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen!

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