Forager – Wie ein Idle-Game die Herzen der Spieler eroberte

Seit Ende Juli ist Forager nach ersten Steam-Erfolgen auch auf PS4 & Nintendo Switch verfügbar. Yona hat sich sofort darin verloren, obwohl er nicht der größte Fan von Idle Games ist.

von Yona Dillmaier,
26.09.2019 12:00 Uhr

Forager ist kein Spiel für Jedermann, aber ein Blick lohnt sich allemal. Forager ist kein Spiel für Jedermann, aber ein Blick lohnt sich allemal.

Fast jeder kennt sie, fast jeder hat schon einmal eines gespielt, aber kaum jemand will es zugeben - die Rede ist von sogenannten Idle-Games. Für manche auch als Clicker- Spiele bekannt, besteht das Kern-Gameplay hier aus der einen Sache, die eigentlich jeder Spieler am meisten hasst, nämlich aus dem Warten.

Wir warten ungeduldig auf das nächste Upgrade, das noch schnelleren Wachstum und noch rasanter steigende Zahlen verspricht. Egal ob Kekse, Geld oder Erfahrungspunkte - jedes Idle-Game nutzt die immer gleichen Verlockungen, um seine Spieler bei der Stange zu halten.

Forager - Ankündigungstrailer für PS4 1:22 Forager - Ankündigungstrailer für PS4

Wer wartet schon gerne?

In gewöhnlichen Videospielen sind Stellen, an denen man warten muss, selten etwas Gutes. Niemand steckt gerne in einem nicht enden-wollenden Ladebildschirm fest oder legt im Spiel weite Strecken zurück, ohne dass etwas Interessantes passiert. Dieser Grundgedanke ist wohl auch dafür verantwortlich, dass gerade erfahrene Spieler eher negativ oder spöttisch gegenüber Idle-Games eingestellt sind.

In Forager gibt es unzählige Upgrades und nach und nach wird unsere Basis immer größer. In Forager gibt es unzählige Upgrades und nach und nach wird unsere Basis immer größer.

Wieso sollte man warten, wenn man in derselben Zeit auch aktiv eine Welt erkunden oder ein paar Gegner vermöbeln kann?

Auf den ersten Blick sieht der Indie-Überraschungshit Forager nach allem anderen als einem Idle-Game aus. Die bunte Spielwelt, die niedliche Spielfigur und die Vogel-Perspektive - das alles erinnert mehr an Spiele wie Stardew Valley oder ältere Ableger der The Legend of Zelda-Reihe, als an Cookie Clicker und Co.

Das Idle-Game im Schafspelz

Setzt man jedoch erst einmal mit der Spitzhacke an, sammelt ein paar Ressourcen und erspielt sich die ersten paar Level-Ups, wird schnell klar, dass es hier um viel mehr geht, als nur die Welt zu erkunden. Das fängt schon dabei an, dass die Welt vor dem Erkundet-Werden erst einmal gekauft werden möchte.

Neue Kartenabschnitte beinhalten manchmal auch klassische Dungeons. Neue Kartenabschnitte beinhalten manchmal auch klassische Dungeons.

Jede Erweiterung der Spielwelt bringt neue Gebiete und Aufgaben mit sich, aber jede weitere Insel kostet auch mehr Geld. Um an dieses heranzukommen, müssen Ressourcen gesammelt, Strukturen gebaut und Materialien verfeinert werden.

Damit das aber nicht langweilig wird, werden den Spielern immer tollere Verbesserungen präsentiert, auf die sie hinarbeiten können. Neue Level-Ups schalten mehr Funktionen und Möglichkeiten frei, bessere Ausrüstung bringt neben mehr Kraft auch spezielle Boni mit sich. Alles ist darauf ausgelegt, möglichst schnell noch effizienter und ertragreicher zu werden.

Die Brücke zwischen Warten und Spielen

Der wichtige Punkt, in dem sich Forager von seinen Idle-Game-Kollegen unterscheidet, ist die Tatsache, dass es hier gleichzeitig auch immer etwas für die Spieler zu tun gibt. Zusätzlich zu der Vorfreude auf neue Verbesserungen und Spielgebiete, bietet das Spiel eine Vielzahl an zu lösenden Rätseln und zu bestreitenden Dungeons.

Zahlreiche Skills machen Forager noch einmal komplexer. Zahlreiche Skills machen Forager noch einmal komplexer.

Dabei ist es egal ob man gerade einen Boss bezwingt oder einem NPC bei einer Quest hilft, am Ende springt immer eine Belohnung dabei heraus, die eine lohnenswerte Hilfe im weiteren Spielverlauf darstellt. Forager findet hier eine nahezu perfekte Balance, die Spieler nie zu lange auf das nächste große Ding warten lässt. Gerade deswegen macht das Spiel so unglaublich süchtig und man kann es, einmal angefangen, kaum aus der Hand legen.

Nachschub ist schon unterwegs

Obwohl Forager schon jetzt sehr viel zu bieten hat, kommt irgendwann der Moment, in dem das letzte Upgrade erspielt und die letzte Insel erforscht wurde. Momentan gibt es leider kaum Wiederspielwert und auch die Endgame-Inhalte lassen noch zu wünschen übrig.

Aber keine Sorge - auf dem PC gab es bereits zwei große Updates und zwei weitere befinden sich in Entwicklung. Konsolenspieler müssen sich zwar noch ein wenig gedulden, aber auch jetzt ist das Spiel definitiv schon einen Blick wert. Wer also gerne einen süchtig-machenden Zeitvertreib sucht, ein entspannendes Spiel vermisst oder einfach ein paar Zahlen beim Steigen beobachten will, der sollte sich Forager auf keinen Fall entgehen lassen!


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