Fortnite-Stress? Spielt lieber Zelda: Breath of the Wild, sagt Psychologe

Wem Fortnite zu viel ist, findet in The Legend of Zelda: Breath of the Wild das perfekte Gegenmittel, sagt ein französischer Psychologe.

von Ann-Kathrin Kuhls,
10.02.2020 18:14 Uhr

Wenn das kein entspannender Ausblick ist. Wenn das kein entspannender Ausblick ist.

Der Battle Royale-Modus in Fortnite kann uns bei einem Sieg triumphieren lassen - einen Großteil der Zeit ist er aber vor allem eines: stressig. Ein Psychologe empfiehlt bei zu viel Fortnite-Stress eine entspannende Partie Breath of the Wild.

Michaël Stora, ein französischer Psychologe, beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit Videospielen und ihrer Wirkung auf Menschen, insbesondere Kinder. Dabei vertritt er keine generalisierte Meinung zu allen Spielen, sondern behandelt jeden Titel separat und streicht Vor- und Nachteile bestimmter Genres, Themen oder Verhaltensweisen heraus.

So auch in seinem Video zu der ganz besonderen Art von Stress, die Fortnite bei Kindern verursachen kann und wie gerade den Battle Royale-Spielern ein Spaziergang durch Hyrule zu Gute kommen kann (via eurogamer). Das Video ist in französischer Sprache, wir haben es unten für euch zusammengefasst.

Zu viele Skins, zu wenig Struktur

Im Video beginnt Stora mit dem Umstand, dass Fortnite immer wieder neue Skins bereithält, die Spieler kaufen und präsentieren können. Um diese zu bekommen, müssen sie entweder stundenlang grinden, oft mehr als sie unbedingt wollen würden, oder sie für Echtgeld kaufen.

Und während junge Erwachsene oft nur noch müde bei dem Gedanken an neue Skins mit den Schultern zucken, haben die stetig wechselnden Angebote auf Kinder eine ganz andere Wirkung. Wenn jeder den neuen Skin hat, braucht man ihn selbst auch, um vor seinen Freunden (und Millionen anderer Leute online) nicht dumm dazustehen.

Kinder sind zwar unterschiedlich empfänglich für diese Art von Druck, bei Zweifeln empfehlen wir jedoch einfach mal daran zurückzudenken, wie wichtig einem damals ein Handy, blinkende Turnschuhe, ein Gameboy oder Klamotten einer bestimmten Marke waren.

Ein Beispiel wären die Star Wars-Skins, die zum Kinostart erhältlich waren. Ein Beispiel wären die Star Wars-Skins, die zum Kinostart erhältlich waren.

Und kaum hat man den einen Tanz oder den einen Skin, der so wichtig war, kommt bereits die nächste Season mit neuen Outfits. Aus Spielmotivation wird so ganz schnell Zwang, und das wird stressig.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild hingegen nimmt das Tempo aus der Item-Beschaffung. Wenn wir eine neue Waffe wollen, müssen wir sie finden oder kaufen und dann hegen und pflegen, damit sie nicht kaputt geht. Statt unzähligen Kostümen gibt es jeweils eines für bestimmte Zwecke, die Aufmerksamkeit geht so weg vom Äußeren und dem Zwang, immer die neuesten Skins zu besitzen. Denn in Breath of the Wild gibt es keine Seasons.

Entschleunigt, aber mit Sinn

Der zweite Punkt, den Stora anspricht, ist das Gameplay. Dem hektischen, sich stetig beschränkenden Gewusel auf der Fortnite Map, der die Spieler immer weiter zusammenpfercht, stellt er die ruhigen Weiten von Hyrule entgegen, die wir in aller Ruhe erkunden können und uns abseits von Kälte, Hitze oder dem ein oder anderen Boss keine Begrenzungen erwarten.

Der einzige Stresskommt wahrscheinlich auf, wenn es mitten in einer Kletterpartie anfängt zu regnen. Der einzige Stresskommt wahrscheinlich auf, wenn es mitten in einer Kletterpartie anfängt zu regnen.

Außerdem hat der Fortschritt in Zelda einen anderen Sinn. Hier geht es darum, eine Welt zu retten und hinter die Geheimnisse der Welt zu kommen. In Fortnite wird in erster Linie Loot erbeutet. Und während in beiden Spielen Gewalt angewendet wird, um vorwärts zu kommen, begründet die Story von Breath of the Wild die Handlungen und setzt sie, ähnlich wie Märchen, in einen Kontext. Gerade für Kinder ist das enorm wichtig.

Und während Fortnite nur darauf ausgelegt ist, eine Runde nach der anderen zu absolvieren, setzt die Handlung von Breath of the Wild einen klaren Start- und Endpunkt. Wer also vom ewigen looten, über die Schulter schauen, strafen und Über-die-Map-hetzen gestresst ist, sollte mal wieder Breath of the Wild anschmeißen. Denn was Kinder entspannt, entspannt uns hundertprozentig auch.

Stimmt ihr mit dem Psychologen über ein? Oder habt ihr eine andere Meinung?

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