Nach vielen Gerüchten im Vorfeld war der Shadowdrop von God of War: Sons of Sparta zwar nicht die größte Überraschung aller Zeiten, aber dennoch eine sehr coole Ankündigung einer insgesamt guten State of Play.
Und damit ihr nicht lange rätseln müsst, was das Metroidvania mit Kratos auf dem Kasten hat, bin ich direkt drei Stunden ins Spiel gesprungen und habe euch neben ersten Eindrücken auch Gameplay-Material vom Spielbeginn mitgebracht.
Ein sehr ungewohnter Anfang
Sons of Sparta ist der bislang ungewöhnlichste God of War-Teil überhaupt – und das selbst für diejenigen unter euch, die den spartanischen Wüterich noch auf der PS2 erlebt haben und sich schon im 2018er-Ableger gewundert haben, wer der fürsorgliche Familienvater mit der Axt ist, der dem grausamen Göttermörder so ähnlich sieht.
Im Metroidvania geht's nämlich um einen Kratos in seiner Teenager-Zeit, der zusammen mit seinem Bruder Deimos in der Rangordnung der Spartaner noch überhaupt keine Rolle spielt.
Hier könnt ihr euch übrigens die ersten 15 Minuten des Spiels anschauen:
15:35
Die ersten 15 Minuten aus God of War: Sons of Sparta
Auf den alten Grummel-Kratos müsst ihr allerdings nicht verzichten. Was wir in Sons of Sparta erleben, erzählt er seiner Tochter im Verlauf des Spiels als Geschichtenerzähler – übrigens in deutscher Synchro!
Das Ganze ist bislang aus zweierlei Gründen ein sehr erfrischender Ansatz: Zum einen, weil ich mehr über den jungen Kratos und seinen Bruder erfahren will. Zum anderen aber auch, weil die Geschichte mit vielen Ingame-Cutscenes bislang sehr eingängig erzählt wird. Allerdings bin ich noch nicht ganz sicher, wie cool ich einen Kratos finde, der mit vergleichsweise hoher Stimme spricht und ein komplettes Greenhorn ist.
Wichtige Eckdaten zum Spiel
- PS5-exclusiv
- 30 Euro
- Metroidvania
- deutsche Sprachausgabe
- Unmengen an Einstellungen für Steuerung, Gameplay, Audio und Barrierefreiheit
Entwickelt wurde Sons of Sparta übrigens von Mega Cat Studio. Sony Santa Monica ist allerdings für die Story verantwortlich, damit das Ganze auch zum Kanon von God of War passt.
Ein sehr zugängliches Metroidvania
Kommen wir zum Gameplay und hier direkt ein ganz wichtiger Punkt: Was den Grad der Herausforderung in den ersten drei Stunden anbelangt, ist das Spiel nicht mal im Ansatz mit Hollow Knight Silksong zu vergleichen – Gott sei Dank! (Sorry, Kevin)
- es gibt drei Schwierigkeitsgrade
- auf dem normalen Schwierigkeitsgrad könnt ihr 2-3 Treffer einstecken, ohne Kratos im nächsten Moment am Rande des Todes zu erleben
- es gibt sehr faire Rücksetzpunkte
- Gegner respawnen erst, wenn ihr euch ans Lagerfeuer setzt
- ihr könnt durch Gegner hindurchrollen
- es gibt einen Angriff, der zwar schwächer ist, mit dem ihr aber Leben regenerieren könnt
Und falls ihr jetzt denkt, dass Sons of Sparta durch das oben Geschriebene zum Selbstläufer wird, dann kann ich das zumindest aktuell nicht bestätigen.
So gibt es optionale Herausforderungen, wo an Olivenbäumen knackige Kampf-Challenges für wichtige Upgrade-Items auf euch warten. Und abseits des Tutorials musste ich bei den Bossen zumindest hellwach sein und die gut sichtbaren Angriffsmuster lernen.
Flottes Oldschool-Gameplay
Rein vom Spielgefühl passt sich Sons of Sparta etwas seiner Retro-Optik an. Soll heißen, die Animationen sind leicht abgehackt und nicht so fließend, wie in modernen Metroidvanias, also Silksong oder den Ori-Spielen. Das soll an der Stelle jedoch keine Kritik, sondern mehr eine Einordnung für euch sein. Gutes Oldschool-Feeling eben.
Sich mit Kratos und seinem langen Speer durch Skelette und Wesen der griechischen Mythologie zu schnetzeln, sie aus der Ferne mit einer Steinschleuder abzuschießen, Angriffe mit dem Schild zu blocken oder alternativ zu parieren, macht jedenfalls ordentlich Laune.
Und technisch? Hier kann ich bislang nur Positives berichten. Sons of Sparta spielt sich flüssig und kommt bislang ohne Bugs daher.
Auch die für ein Metroidvania so wichtige Motivationsspirale funktioniert bislang hervorragend. Die Erkundung der Gebiete und deren schrittweise Freischaltung motiviert, und ich kann meine Waffen und Kratos defensive und offensive Skills mit eingesammelten Orbs oder entdeckten Items sinnvoll aufleveln. Das reicht dann von ausgegebenen Punkten in mehr Stärke hin zu neuen Angriffen für den Spartiaten.
Allzu riesig sehen die Skilltrees jedoch nicht aus. Wie sich das auf die Spieltiefe und die Länge von Sons of Sparta auswirkt, kann ich aktuell noch nicht sagen.
Meine bislang größten Kritikpunkte
- die Schwarzblenden, wenn es von einem Areal zum nächsten geht, sind etwas zu lang. Dadurch wird der Fluss des Spiels immer leicht unterbrochen. Nichts Wildes, es ist mir jedoch direkt aufgefallen.
- mit dem Soundtrack bin ich bislang noch nicht warm geworden, da er sich teils unpassend laut in den Vordergrund drängt und im letzten gespielten Part auch in moderne Musikstile abdriftete, die etwas unpassend wirkten.
- die Story kommt bislang noch ohne Höhepunkte daher, die einen sofort erzählerisch ins Spiel reißen. Vielmehr legt sie in den ersten Stunden die Basis für das hoffentlich Große, das noch kommt.
Eine ungewohnte, aber stimmige Optik
Da ich in ersten Kommentaren bereits einige Kritik an der Optik gelesen habe, will ich für den Retro-Artstyle abschließend noch eine Lanze brechen.
Die Optik ist natürlich fernab von dem, was wir aus den AAA-Produktionen von Sony Santa Monica gewohnt sind. Dennoch finde ich, passt der Stil sehr gut zum Thema der griechischen Mythologie, da er einen gewissen "alten" Charme versprüht. Die Hintergründe sind schick gezeichnet und ich kann ohne farbliche Hervorhebungen klar erkennen, mit welchen Dingen ich interagieren kann. Auch die Boss-Designs sind bislang sehr gelungen.
Aber ich kann natürlich jeden verstehen, der keine Lust mehr auf Retro-Optik im Jahr 2026 hat.
Also nochmal zusammengefasst ...
Dennis Müller
@demig0rgon.bsky.social
Ein God of War-Metoidvania mit einem jungen Kratos? Klingt ungewöhnlich und ist auch ungewöhnlich, spielt sich bislang aber richtig gut und bringt eine frische Facette in die Actionreihe – so wie es vor knapp zwei Jahren auch Prince of Persia: The Lost Crown gelungen ist.
Sons of Sparta gelingt zudem ein schöner Spagat zwischen leichtem Zugang und knackiger Herausforderung, was nicht nur an einstellbaren Schwierigkeitsgraden, sondern auch an einer sehr geradlinigen und klar verständlichen Story liegt.
Das waren für mich jedenfalls nicht die letzten drei Stunden mit Kratos und seinem Bruder Deimos oder anders formuliert: Ich weiß, was ich am Wochenende zocke!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.