Harvest Moon: Echoes of Teradea hat es wieder nicht geschafft, den Fluch der Reihe zu überwinden

Die neue Farming Sim Harvest Moon: Echoes of Teradea von Publisher Natsume kann Fans kaum überzeugen.

Harvest Moon hat es weiterhin schwer bei der Farming Sim-Community. Harvest Moon hat es weiterhin schwer bei der Farming Sim-Community.

Mit Harvest Moon: Echoes of Teradea erschien vor Kurzem der neueste Ableger der bekannten Farming Sim-Marke. Dabei handelt es sich wieder um einen Versuch von Publisher Natsume, dem großen Namen der einstigen Klassiker mehr Bedeutung zu verleihen – damit sieht es aber (wieder einmal) schlecht aus.

Falls ihr euch jetzt fragt, wer Natsume ist oder eine Auffrischung braucht, warum der Titel "Harvest Moon" in der Farming Sim-Fanbase ein zweischneidiges Schwert ist, schaut euch das folgende Video an.

Hier habe ich die verwirrende Situation um Harvest Moon und Story of Seasons zusammengefasst:

Video starten 2:29 Harvest Moon vs. Story of Seasons: Warum ihr die beiden Farming-Sims nicht verwechseln solltet – auch wenn das gar nicht so einfach ist

So kommt Harvest Moon: Echoes of Teradea an

Echoes of Teradea startet also ohnehin schon unter keinem allzu guten Stern und viele Genre-Fans schauen direkt mit einem skeptischen Blick auf das Spiel, was bei der Historie auch verständlich ist. Der neue Teil wird daran wohl auch wenig ändern, denn die ersten User-Stimmen und Reviews fallen eher verhalten aus.

Ein Blick in die Steam-Reviews oder Tests von Kanälen wie Josh’s Gaming Garden zeigen, dass Natsume es nicht durchweg geschafft hat, motivierendes Gameplay und eine stimmige Welt umzusetzen – obwohl es durchaus ein paar nette Ideen im Programm hat.

Die wichtigsten Features des neuen Teils:

  • eine weitläufige Welt mit vier Dörfern – und vier Bauernhöfen
  • gefährliche Raubtiere wie Wölfe, Bären und Co., die das Erkunden aufpeppen sollen
  • 10 Charaktere für Freundschaften und Romancing
  • versteckte Orte, Höhlen, Inseln und Geheimnisse zum Entdecken

Auf Steam steht Echoes of Teradea nach vier Tagen bei 64 Prozent Empfehlungen. Das liegt noch einmal deutlich unter dem Vorgänger Harvest Moon: The Winds of Anthos von 2023, das mit 73 Prozent gar nicht so schlecht abgeschnitten hat.

Insgesamt könnt ihr auf vier Bauernhöfen wieder Felder anlegen, eure Waren weiterverarbeiten oder zu Geld machen (Bild © Natsume). Insgesamt könnt ihr auf vier Bauernhöfen wieder Felder anlegen, eure Waren weiterverarbeiten oder zu Geld machen (Bild © Natsume).

Das wird kritisiert

Ein großer Kritikpunkt ist die Steuerung und das Erkunden der Welt. Echoes of Teradea setzt nämlich auf eine Open World, die ihr erkunden könnt und in der ihr euch im Laufe des Spiels um mehrere Bauernhöfe kümmern müsst.

Eine Tastatur/Maus-Unterstützung fehlt am PC. Controller ist also Pflicht. Zusätzlich wird häufig die ungenaue Controller-Steuerung kritisiert. Ein Beispiel dafür nennt etwa User Rhuvia auf Steam:

“Die Steuerung ist sehr clunky. Schleichen funktioniert nicht richtig. Es geht nur, wenn man in einer geraden Linie schleicht. Wenn ich mich bewege und dabei die Kamera gleichzeitig drehe, bleibt der Charakter stehen?”.

Neben häufigen und langen Ladezeiten kommen Design-Entscheidungen dazu, durch die sich die Erkundung der Welt hakelig anfühlt. Die Spielfigur kann beispielsweise nicht springen, weswegen selbst kleine Kanten und Hügel zu unüberwindbaren Hindernissen werden können, wie etwa Josh’s Gaming Garden in seiner YouTube-Review bemängelt.

Das Erkunden der Welt ist ein wichtiges Feature, wird aber einigen Fans durch hakelige Steuerung madig gemacht (Bild © Natsume). Das Erkunden der Welt ist ein wichtiges Feature, wird aber einigen Fans durch hakelige Steuerung madig gemacht (Bild © Natsume).

Einzig an vorgegebenen Stellen dürft ihr euch an Kanten fallen lassen, um Routen abzukürzen – das wirkt natürlich dem Gefühl von freier Erkundung entgegen.

Mit den Gefahren der Wildnis, die Natsume bereits im Vorfeld als großes neues Features angepriesen hatte, gibt es auch Probleme. Wenn ihr in der Natur etwa wilden Raubtieren begegnet, müsst ihr diese mit Futter besänftigen.

Falls das nicht klappt, kippt eure Spielfigur vor Angst um und landet wieder im Bett. Ihr verliert also entweder mühsam gekochte Gerichte oder Zeit, was bei einigen Fans vor allem für genervte Gefühle sorgt – und nicht für (spaßige) gefährliche Spannung.

Dazu kommen noch technische Darstellungen wie etwa die Gesichtsausdrücke oder sich ständig wiederholende Bewegungen in Dialogen, die etwa von Positive_Bag_6551 und anderen Usern auf Reddit für Stirnrunzeln sorgen. Die Animationen lassen sich zudem nicht überspringen, wie Otter Chaos auf Steam anmerkt.

Video starten 1:33 Harvest Moon: Echoes of Teradea zeigt neues Gameplay aus der abenteuerlichen Open World

Was wird gelobt?

Es sind allerdings auch nicht alle unzufrieden mit Echoes auf Teradea. So schreibt Roselia in ihrer Steam-Review:

“Gibt es Bugs? Ja. Machen sie das Spiel kaputt? Nein. Zumindest nicht für mich. Ich habe keine probleme mit ungenauer Steuerung und das Fehlen einer Sprung-Taste unterstützt eher das Erkunden der Welt”.

Violetlilies lobt außerdem das Camping-Feature, durch das man beim Erkunden in der Nacht nicht immer nach Hause zurück muss, sondern unterwegs ein Lager aufschlagen kann. Außerdem sei der grundlegende Gameplay-Loop aus Farming, kleinen Quests und Erkundung simpel, aber motivierend.

Auch in den positiven Reviews finden sich aber immer wieder Hinweise darauf, dass es sich vermutlich lohnen könnte, hier eher auf einen Sale zu warten oder anderen, besseren Farming Simulationen erst einmal den Vortritt zu lassen.

Die Grafik wird öfter positiv erwähnt. Für Reddit-User SnooChipmunks1820 ist sie etwa ein "großer Fortschritt" im Vergleich zu den Natsume-Vorgängern, auch wenn die Performance auf der Switch 2 besser sein könnte.

Einige negative Steam-Reviews heben die Optik ebenfalls als Pluspunkt hervor, wie etwa Rhuvia: "Das Spiel ist wirklich schön und ich liebe dass es mehr Details bei Himmel, Dörfern und Gras-Texturen gibt."

Die Spielwelt und auch die Optik wird von einigen Fans gelobt (Bild © Natsume). Die Spielwelt und auch die Optik wird von einigen Fans gelobt (Bild © Natsume).

Noch ein Problem: es ist echt nicht billig

In das durchwachsene Bild dürfte auch mit reinspielen, dass Harvest Moon: Echoes of Teradea mit 49,99 Euro recht teuer ist. 

Hier nur mal ein paar Farming-Sims zum Vergleich (Preise via Steam):

  • Stardew Valley: 13,99 €
  • Fields of Mistria: 13,74 €
  • Moonlight Peaks: 34,99 €
  • My Time at Sandrock: 34,99 €
  • Starsand Island: 38,99 €
  • Story of Seasons Grand Bazaar: 49,99 €

Mit Story of Seasons: Grand Bazaar erlaubt sich also Konkurrent Marvelous ebenfalls einen recht hohen Kaufpreis, allerdings ist das aktuelle Remake auch durchweg gelungen und kommt bei der Community ziemlich gut an.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Echoes of Teradea von Fans nicht als kompletter Reinfall wahrgenommen wird, aber letztlich bleibt das bisherige Fazit zur Natsume-Reihe bestehen: Es gibt einfach deutlich bessere Farming Sims.

Was denkt ihr: Schaut ihr bei Harvest Moon: Echoes of Teradea mal rein, oder haltet ihr lieber Abstand?


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