Nach Verkaufsstop von PS4-Spiel - Entwickler bitten Sega um Vernunft

Nach dem Debakel um einen Synchronsprecher reagieren nun auch die Entwickler auf den Vorfall und zeigen sich eher kritisch gegenüber Sega.

von Maximilian Franke,
14.03.2019 11:20 Uhr

Die Synchronstimme dieses Yakuza-Mitglieds ist der Grund, warum Judgment vielleicht nicht im Westen erscheint. Die Synchronstimme dieses Yakuza-Mitglieds ist der Grund, warum Judgment vielleicht nicht im Westen erscheint.

Nachdem der japanische Schauspieler Pierre Taki wegen Drogenkonsum festgenommen wurde, kappen viele japanische Unternehmen sämtliche Verbindungen zu ihm, auch wenn das einen Verkaufsstop einiger Produkte bedeutet. Das betrifft auch Sega und das Spiel Judgment von den Ryu ga Goroku Studios, bei dem Taki als Synchonsprecher mitgewirkt hat.

Drogen sind in Japan ein viel schwierigeres Thema als in westlichen Ländern, trotzdem heißt das nicht, dass alle Beteiligten mit der Entscheidung von Sega einverstanden sind. Auf Twitter haben sich die Entwickler eher kritisch dazu geäußert und hoffen, dass das nicht das Ende des Spiels bedeutet (via Dualshockers).

Daisuke Sato, der Producer bei Ryu ga Gotoku Studio, meint auf Twitter, dass er es "nicht so enden lassen wird". Außerdem spricht er davon, etwas "irgendwann, mit Sicherheit, wiederauferstehen zu lassen".

Auch wenn er nicht direkt Judgment oder Pierre Taki erwähnt, ist klar, dass er den vergangenen Vorfall um das aktuelle Spiel seines Studios meint. Der Tweet lässt etwas Raum für Interpretation, aber vermutlich meint er, dass Taki wieder zurückkommen soll, ohne dass beispielsweise seine Stimme aus dem Spiel geschnitten werden muss.

Es gibt derzeit noch kein offizielles Statement von Sega, wie es mit dem Verkauf weitergehen wird. Sato setzt sich demnach dafür ein, dass es weiterhin ohne inhaltliche Anpassungen erworben werden kann.

Hiroshi Matsuyama sieht das ganz ähnlich. Der CEO von Cyber Connect 2, den Entwicklern der .hack//-Reihe, Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm oder dem kommenden Dragon Ball: Project Z, äußert sich ebenfalls kritisch dazu, dass letztlich die Kunden bestraft werden.

Er spricht sich zudem für eine Trennung zwischen Fehlverhalten von Mitarbeitern und dem eigentlichen Produkt aus.

Da Pierre Taki in Japan ein berühmter Schauspieler ist, betrifft das Problem nicht nur Sega. Auch Fernsehsendungen, CDs, Filme und Merchandise sind betroffen. Derzeit warten wir noch auf ein Statement des Publishers, wie es mit Judgment weitergehen wird.

Ursprünglich war der westliche PS4-Release für den 25. Juni 2019 angedacht. In Japan ist das Spiel unter dem Namen Judge Eyes: Shinigami no Yuigon bereits seit dem 13. Dezember 2018 erhältlich.


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