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Knockout Home Fitness im Test - Kampfsport light für die Switch

Wer sich mit Karate, Boxen & Co. fit halten will, sollte einen Blick auf Knockout Home Fitness werfen. Wie sich das Kampfsport-Paket auf der Nintendo Switch schlägt, hat Annika für den Test ausprobiert.

von Annika Bavendiek,
02.10.2021 14:00 Uhr

In Knockout Home Fitness können wir uns auf der Nintendo Switch mit Schlägen, Kicks und mehr auspowern. In Knockout Home Fitness können wir uns auf der Nintendo Switch mit Schlägen, Kicks und mehr auspowern.

Statt ins Fitnessstudio zu gehen, einfach zu Hause die Nintendo Switch anschmeißen und sich mit Spielen fit halten - Damit locken Fitnessspiele wie Ring Fit Adventure und nun auch Knockout Home Fitness. Wir haben das kämpferische Workout im Alltag getestet und klären mit den wichtigsten Fragen, was es darüber zu wissen gibt:

Wie funktioniert Knockout Home Fitness?

Für Knockout Home Fitness brauchen wir keine Sportgeräte, sondern lediglich genug Platz und die beiden Joy-Cons der Switch. Einen in die linke Hand, einen in die rechte Hand und schon kann es losgehen.

Wie viel Platz brauche ich vor dem Fernseher? Damit wir beim Kick nicht in den Fernseher treten, sollten wir großzügig Platz einplanen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wäre hier mindestens ein Meter Platz um uns herum nicht verkehrt. Ein vorsichtiger Test, wie weit ein Kick reicht, schadet ebenfalls nicht und ist hilfreich, damit wir uns beim Training nicht selbst ausbremsen, weil wir Angst haben etwas zu treffen.

Kämpfen mit Rhythmus

Knockout Home Fitness erinnert mit der Art und Weise, wie wir die Übungen durchführen,  an Spiele wie Guitar Hero. Bedeutet, dass wir passend zum Beat der Musik auf einer Spur Aktionen wie einen Tritt angezeigt bekommen, die wir dann zum richtigen Moment korrekt ausführen müssen. Das Spiel registriert dann anhand der Joy-Cons, wie exakt  das gelungen ist und bewertet uns. Durch mehrere erfolgreiche Aktionen hintereinander steigt auch der Kombowert, was sich schließlich auch auf das Gesamtergebnis positiv auswirkt.

Die Aktionen basieren dabei auf Techniken der Kampfsportarten Boxen, Muay Thai, Karate und Kung-Fu. Werden blau markierte Aktionen angezeigt, setzten wir die linke Hand bzw. den linken Fuß ein. Bei Pink ist die rechte Seite an der Reihe. Weiße Aktionen beziehen sich auf beide Seiten gleichzeitig. Zeigt die Spur beispielsweise “Tritt” in Blau an, führen wir einen geraden Kick mit dem linken Bein aus. Zur Unterstützung bekommen wir auch immer wieder Anweisungen vom Trainer bzw. der Trainerin, die alle auf Deutsch vertont sind. Das hilft, auch wenn manche Sprüche etwas aufgesetzt wirken und nicht immer zur erbrachten Leistung passen.

Der blaue Tritt wird mit dem rechten Bein ausgeführt, der pinke Tritt mit dem Linken. Das Prinzip gilt für alle Techniken. Der blaue Tritt wird mit dem rechten Bein ausgeführt, der pinke Tritt mit dem Linken. Das Prinzip gilt für alle Techniken.

Irgendwann hat man den Dreh raus

Während wir anfangs noch etwas hektisch in der Gegend rumboxen- und kicken, wurden wir mit der Zeit treffsicherer. Hier ist also etwas Eingewöhnung nötig. Trotzdem kann es auch immer wieder vorkommen, dass uns eine falsch durchgeführte Aktion wieder aus der Bahn wirft. Dafür ist es umso befriedigender, wenn sich ein leichter Flow entwickelt, wenn wir Aktion für Aktion richtig ausführen - zumindest bis dann plötzlich eine neue Übung in der Spur auftaucht.

Neue Aktionen als Stolperstein: Gerade zu Beginn stolperten wir während des Trainings etwas überfordert über neue Techniken wie den Unteramblock, der auf die Schnelle nur wie rasch umher schwingende Arme aussieht. Hier wäre es gut, wenn das Spiel vorab neue Aktionen automatisch erkennt und erklärt.

Irgendwann kannten wir zwar alle Übungen, wodurch sich das Problem erübrigte, ideal ist das aber trotzdem nicht. Der Trainer bzw. die Trainerin kommentiert die Übungen zwar zwischendurch, aber es ist dennoch umständlich, dass wir neue Aktionen meist erst nach der Einheit bemerken und in einem extra Menü genau anschauen können. Hinzu kommt, dass die meisten Bewegungen nicht sonderlich verständlich erklärt sind.

Zu jeder Technik (Aktion) können wir uns eine Erklärung samt Animation anzeigen lassen. Diese dürften aber durchaus verständlicher und ausführlicher sein. Zu jeder Technik (Aktion) können wir uns eine Erklärung samt Animation anzeigen lassen. Diese dürften aber durchaus verständlicher und ausführlicher sein.

Wie gut wird die Ausführung der Übungen erkannt?

Machen wir uns nichts vor: Die Bewegungssteuerung der Joy-Cons funktioniert zwar grundlegend, eine präzise Meisterleistung braucht ihr aber nicht erwarten. Dementsprechend wurden uns manche, eigentlich korrekt ausgeführten Techniken, als Fehler angerechnet, während wir andere Male auch einfach eine andere Bewegung ausführen konnten und trotzdem ein “Hervorragend” bekamen. Manchmal mussten wir auch einfach nur härter zuschlagen oder die Bewegung leicht anpassen, auch wenn wir der Meinung waren, alles richtig gemacht zu haben.

Diese nicht immer genaue Erkennung ist ärgerlich und kann demotivieren, ist aber nicht entscheidend für ein schweißtreibendes Workout, wenn wir dranbleiben. Wer darüber hinwegsehen kann, dass am Ende vielleicht doch nur eine bronzene statt einer silbernen Krone als Auszeichnung winkt, wird zumindest mit Bewegung belohnt, die einem gut tut.

Ersetzt Knockout Home Fitness das Training in der Kampfsportschule?

Wenn wir den Teamgedanken und Zweikämpfe mal außen vorlassen, liegt der entscheidende Grund, warum Knockout Home Fitness keine echte Kampfsportschule ersetzt, bei den Techniken.

Zum einen lässt das manchmal ungenaue Trefferfeedback der Joy-Cons sowie die knapp erklärten Techniken nur schwer Rückschlüsse darauf zu, ob wir eine Aktion wirklich richtig ausgeführt haben. So können wir uns schwer selbst korrigieren. Zum anderen ist niemand Kompetentes da, der unsere Bewegungen von außen bewerten und gegebenenfalls korrigieren kann. Das Risiko, dass wir uns so eine falsche Technik angewöhnen, ist also durchaus gegeben.

Zum Rhythmus der Musik absolvieren wir verschiedene Techniken, was mit der Dauer des Workouts an Komplexität zunimmt. So können sich auch schneller Fehler einschleichen, die echte Trainer*innen korrigieren würden. Zum Rhythmus der Musik absolvieren wir verschiedene Techniken, was mit der Dauer des Workouts an Komplexität zunimmt. So können sich auch schneller Fehler einschleichen, die echte Trainer*innen korrigieren würden.

Letztendlich ist Knockout Home Fitness mit seinem Mix aus Kampfsporttechniken auch gar nicht darauf aus, uns zu einem Bruce Lee zu machen. Das Spiel wirbt zwar damit, dass die Übungen “von Experten für maximale Effizienz entwickelt” wurden, im Fokus steht hier aber die Fitness selbst und nicht der Kampfsport. Selbst nach vielen Stunden des Trainings werden wir damit keinen Kampfsportler auf die Matte schicken. 

Hält das Spiel einen fit?

Ebenfalls ist Knockout Home Fitness kein vollwertiger Ersatz für den regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio. Es dient aber gut dazu, sich zwischendurch zu bewegen, ohne aus dem Haus zu müssen. Das tut nicht nur gut, sondern macht sich anfangs auch mit Muskelkater gut bemerkbar.

Neben der Muskulatur geht das Spiel aber auch auf die Kondition, wenn wir lange genug am Stück trainieren bzw. Einheiten mit höherem Anspruch wählen. Allerdings können wir euch aus eigener Erfahrung sagen, dass Ring Fit Adventure bei der Muskulatur als auch Kondition mehr fordern kann.

Wie lange motiviert das Spiel?

Knockout Home Fitness ist kein Spiel mit riesigem Umfang. So haben wir nur die Wahl zwischen zwei Modi, wobei uns einer davon viel Spielraum lässt:

  • Persönliches Training bietet uns einmal täglich ein personalisiertes Workout, das zwischen 10 bis 30 Minuten dauert. Hier können wir in den Einstellungen ein Ziel wie Gewichtsverlust, die Dauer und den Körperbereich auswählen, den wir beanspruchen wollen. Wer danach weiter trainieren will, muss auf den zweiten Modus ausweichen.
  • 3-Minuten-Fitness lässt uns aus verschiedenen Trainingseinheiten wählen. Diese dauern jeweils zwischen drei bis fünf Minuten und lassen sich auch filtern, beispielsweise nach Kalorien, Zeit und Art. Davon können wir mehrere frei hintereinander absolvieren.

Persönliches Training Beim persönlichen Training wird uns ein Programm aus mehreren Einheiten zusammengestellt.

3-Minuten-Fitness Der Modi 3-Minuten-Fitness lässt uns selbst entscheiden, was wir wie lange trainieren wollen.

Egal in welchem Modus wir trainieren, alle erledigten Übungen werden pro Tag zusammengerechnet und im Protokoll erfasst. So können wir unseren Fortschritt nachverfolgen, was zumindest uns dazu motiviert hat, nicht die allzu leichten Workouts zu wählen:

Unser Training wird im Protokoll erfasst und als einfache Statistik aufbereitet, was uns motiviert hat, kein zu leichtes Workout zu absolvieren. Unser Training wird im Protokoll erfasst und als einfache Statistik aufbereitet, was uns motiviert hat, kein zu leichtes Workout zu absolvieren.

Zu wenig Dehnübungen: Während wir uns bei den Techniken mehr austoben können, sieht es bei den optionalen Dehnübungen anders aus. Das Dehnen besteht nämlich wirklich immer nur aus denselben Übungen, was irgendwann langweilt. Hier wäre wirklich mehr drin gewesen, um für mehr Abwechslung zu sorgen.

Neue Inhalte freischalten: Grundlegend können wir in Knockout Home Fitness direkt zu Beginn ohne merkliche Einschränkungen trainieren. Wir können aber auch noch drei weitere Trainer*innen, weitere Techniken sowie Studios und genreübergreifende Songs von Techno, Rock bis hin zu Hip Hop freischalten. Das passiert aber während des Spielens meist sowieso automatisch.

Keine richtigen Kämpfe: Knockout Home Fitness ist ein reines Singleplayer-Spiel mit Fokus auf dem Training wie vor einem Spiegel. Wir trainieren demnach immer alleine und es werden auch keine Kämpfe gegen KI-Gegner simuliert.

Pro
  • Abwechslung durch Techniken, die auf vier Kampfsportarten basieren
  • Kampfsporterfahrung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung
  • Motivierendes Workout für zwischendurch
  • Übungen sind an den Beat der Musik angepasst
Contra
  • Bewegungssteuerung nicht immer zuverlässig
  • Techniken werden nicht ausreichend erklärt
  • Keine Abwechslung beim Dehnen

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