Ich habe LEGO Skylines gespielt und dabei ein Spiel gefunden, dass sogar Aufbau-Muffel hinter der Klemmbaustein-Kiste hervorholen könnte

Max konnte auf der gamescom 2026 erstmals den neuen Klemmbaustein-Citybuilder ausprobieren. Das erwartet euch!

Erster Angespielt-Eindruck zu Lego Skylines! Erster Angespielt-Eindruck zu Lego Skylines!

Mit LEGO Skylines wurde auf der gamescom 2026 ein neuer Citybuilder von Publisher Paradox (Cities Skylines) angekündigt, der vor allem durch die Klemmbaustein-Lizenz auf sich aufmerksam macht. 

Ich konnte auf der Messe bereits einen Blick auf das Aufbauspiel werfen, das derzeit ohne Releasetermin für PS5, Xbox Series X/S, Switch 2 und PC erscheinen soll – und verrate euch, für wen sich das Projekt vermutlich lohnt.

Darum geht’s in LEGO Skylines

Das Ziel im Aufbauspiel des finnischen Studios Iceflake Games ist es, eine möglichst große und schöne Metropole zu erschaffen. Dabei müssen nicht nur die Bedürfnisse der Plastik-Männchen beachtet werden, sondern auch verschiedene Systeme wie Versorgung, Kriminalität oder Gesundheit.

Video starten 0:42 LEGO Skylines während der ONL angekündigt

Im "Story-Modus" führt das Spiel mit Quests durch die konkreten nächsten Schritte, um die eigene Siedlung immer weiter wachsen zu lassen. Eine richtige Geschichte solltet ihr aber nicht erwarten. Als "Master Builder" sprecht ihr lediglich mit verschiedenen NPCs, die euch in unvertonten Dialogen sagen, wo es lang geht.

Alternativ soll es auch einen Kreativmodus geben, in dem ihr einfach drauflosbauen könnt und euch nicht an vorgegebene Aufgaben halten müsst.

Mit wenigen Mausklicks platziere ich in der Demo-Version auf einer leeren grünen Wiese die ersten Häuser und Straßen. Kurz darauf brausen auch schon kleine Umzugs-LKWs heran und die ersten Minifiguren ziehen ein, wuseln auf den Gehwegen herum und quatschen auf Parkbänken.

Ein Lategame-Spielstand hat mir außerdem gezeigt, wie eine fertige Metropole aussehen kann. Später sind die Straßen voll mit kleinen herumdüsenden Autos und schlendernden Passanten, was ein wirklich schönes Wimmelbild ergibt, das allein beim Zuschauen Spaß macht.

Die Architektur von Gebäuden war in der Demo vorgegeben, aber Gärten und Umgebungen sind detailliert anpassbar (Bild © Paradox). Die Architektur von Gebäuden war in der Demo vorgegeben, aber Gärten und Umgebungen sind detailliert anpassbar (Bild © Paradox).

Nach wenigen Minuten im Spiel wird mir direkt eines der wichtigsten Features vorgestellt: die Zufriedenheit der Bevölkerung. Alle Minifiguren haben Bedürfnisse, die von ihrer direkten Umgebung möglichst ausgefüllt werden sollten. Ganz wichtig ist beispielsweise, dass es genug Jobs gibt.

Neben Wohnhäusern platziere ich also bald Bauernhöfe, Läden und andere Arbeitsplätze, um meine kleine Siedlung beschäftigt zu halten. Das sorgt wiederum für Steuereinnahmen und bestimmt dementsprechend darüber, wie viel Geld ich für neue Projekte zur Verfügung habe.

Abseits der Arbeit muss es obendrein schön sein, damit sich die LEGO-Figuren wohlfühlen. Viele Gegenstände und Dekorationen sind in Kategorien wie “modern” oder “cozy” eingeteilt. Einzelne Charaktere haben wiederum Vorlieben für einige dieser Stile.

Ein Klick auf ein Haus verrät, wie eine Nachbarschaft in den Augen der Einwohner*innen aussehen sollte. Bei dichter Bebauung können sich diese Geschmäcker auch widersprechen, was zu netten Tüfteleien führen kann, wenn ich verschiedene Familien gleichermaßen zufriedenstellen möchte.

Mit der Zeit lassen sich beeindruckende Metropolen aus Klemmbausteinen auf die Beine stellen (Bild © Paradox). Mit der Zeit lassen sich beeindruckende Metropolen aus Klemmbausteinen auf die Beine stellen (Bild © Paradox).

Angenehm (unter)komplex

Abseits von der allgemeinen Zufriedenheit muss ich beim Bau meiner Stadt noch auf deutlich mehr Faktoren achten. Hier mal ein paar Beispiele, die mir in der Demo bereits untergekommen oder anderweitig bestätigt sind:

  • Elektrizität
  • Lebensmittelversorgung
  • Wasserversorgung
  • Kanalisation
  • Müllabfuhr
  • Kriminalität und Polizei
  • Bildung
  • Feuerwehr
  • Gesundheitsversorgung

In größeren Städten ist auf den Straßen viel Getümmel, das sich wunderbar beobachten lässt (Bild © Paradox). In größeren Städten ist auf den Straßen viel Getümmel, das sich wunderbar beobachten lässt (Bild © Paradox).

Wie ihr seht, gibt es in einer Klemmbaustein-Metropole also ziemlich viel zu beachten, damit der Laden läuft. Allerdings ist die Umsetzung der einzelnen Features wiederum simpel. Ein Stromnetz aufzubauen, klingt vielleicht komplex, letztlich reicht es allerdings, ausreichend viele Solarzellen, Kraftwerke und Co. zu bauen.

Es ist nicht notwendig, Leitungen zu legen oder auf die Auslastung zu achten. Wenn alle Gebäude meiner Stadt zusammen 100 Strom benötigen, muss ich lediglich dafür sorgen, dass genügend Produktionsgebäude am Straßennetz stehen, die mindestens 100 Strom liefern.

Ähnlich verhält es sich auch mit Bildung, deren Qualität vor allem davon abhängt, wie viele Schulen oder Universitäten in einem Bereich platziert sind.

Freischaltungen sind ebenfalls unkompliziert: Für gebaute Gebäude und mehr eingezogene, glückliche Minifiguren, bekomme ich Erfahrungspunkte, die bei regelmäßigen Meilensteinen weitere Häuser, Deko und Co. eröffnen. Mit der Zeit wachsen meine Möglichkeiten also ganz automatisch mit.

Arbeitsplätze wie Bauernhöfe produzieren Nahrung und können mit verschiedenen Upgrade verbessert werden. Arbeitsplätze wie Bauernhöfe produzieren Nahrung und können mit verschiedenen Upgrade verbessert werden.

Die Mischung macht's

Dieser Spagat zwischen vielen Management-Systemen, die aber gleichzeitig simpel umgesetzt sind, ist in meinen Augen die potenziell größte Stärke von LEGO Skylines.

Falls ihr bei “großen” Citybuildern wie Cities Skylines von dem hohen Grad an Komplexität abgeschreckt seid, könnte die Klemmbaustein-Variante genau den richtigen Einstieg in das Genre für euch darstellen. Außerdem ist es damit natürlich auch für jüngere LEGO-Fans interessanter.

Gleichzeitig ist LEGO Skylines trotz dieses gemütlichen Ansatzes kein Selbstläufer. Einfach nur planlos drauflosbauen, war schon in der Anspielversion keine gute Idee. Etwas Planung und Management sind am Ende trotz der reduzierten Simulationen notwendig.

Ich habe die Devs auch gefragt, ob es möglich sei, in LEGO Skylines zu verlieren: Ja, theoretisch schon. Allerdings sei ein tatsächliches K.O. mit wütenden Minifiguren und Staatsbankrott nur schwer zu erreichen. 

Das Spiel ist verzeihend und darauf ausgelegt, entspannt an der perfekten Metropole zu werkeln, in der einige grobe Zahnräder ineinandergreifen und sich dabei alle wohlfühlen.

Für wen ist LEGO Skylines interessant?

Der Cozy-Citybuilder mit LEGO-Steinen spricht also eher die Leute an, die zwar gerne eine große, bunte Stadt errichten möchten, aber gleichzeitig keine Lust auf kleinteilige Menüs, Mikromanagement und komplexe Simulationen haben.

Genau das schätzen allerdings natürlich viele Fans von Spielen wie SimCity, Cities Skylines oder Anno. Falls ihr eher auf Hardcore-Aufbauspiele dieser Art steht, könnte LEGO Skylines zu trivial für euch sein.

Technisch hat das Team allerdings noch einiges vor sich. Im Lategame-Spielstand war der Messe-PC – dessen Specs ich nicht kenne – spürbar von der großen Metropole überfordert und starke Ruckler haben gestört. Das sollte in der Vollversion natürlich nicht der Fall sein.

Gleichzeitig wirft das Spiel bei mir die Frage auf, wie lange das Bauen Spaß macht, wenn meine Stadt irgendwann größtenteils steht.

Durch verschiedene Maps mit unterschiedlichen Terrains und Klimazonen soll es immerhin etwas Abwechslung für neue Spielstände geben, doch Iceflake muss noch beweisen, dass der entspannte Simulationsansatz auch über viele Stunden hinweg fesseln kann und nicht zu schnell dröge wird.

Ich drücke die Daumen, dass das klappt, denn allein die Präsentation spricht bereits für sich. Von einer LEGO-Großstadt hat wohl fast jedes Kind schon einmal geträumt – mich eingeschlossen. Ein Spiel, dass diesen Traum zum Leben erwecken will, ist daher eine gute und naheliegende Idee.

Was denkt ihr: Spricht euch LEGO Skylines an oder seid ihr noch skeptisch?


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