Microsoft Project xCloud - Streamingdienst offiziell vorgestellt, Beta startet 2019

Mit Project xCloud will Microsoft es Gamern möglich machen, ihre Spieler überall auf jedem Gerät zu spielen. Kommt Red Dead Redemption 2 bald auf unser Smartphone?

von Ann-Kathrin Kuhls,
08.10.2018 17:21 Uhr

Mit Project xCloud sollen Konsolenspiele bald auf dem Handy gezockt werden können. Mit Project xCloud sollen Konsolenspiele bald auf dem Handy gezockt werden können.

Als Microsoft seinen Streamingdienst Project xCloud auf der E3 2018 das erste Mal enthüllte, klang die Idee, Spiele immer und überall auf jedem Gerät spielen zu können, noch nach Zukunftsmusik.

Jetzt hat der Spiele-Publisher auf dem Microsoft-Blog neue Informationen veröffentlicht, die nicht nur erläutern, wie weltweites, geräteübergreifendes Streaming funktionieren soll, sondern zum Beispiel auch wichtige Details wie die offene Beta, die Bewältigung von Latenzproblemen oder die benötigten Plattformen angibt.

Was ist Project xCloud? Bei Project xCloud handelt es sich um den Namen für den geplanten Cloud Gaming Service der Xbox.

Mit besonderer Hardware will Microsoft es möglich machen, die eigenen Spiele überall zu spielen, egal auf welchem Kontinent und egal mit welchem Gerät.

Ziel ist es, auf allen Plattformen (PC, Konsole oder Smartphone) flüssiges, latenzfreies Spielen in 4G-Netzwerken zu ermöglichen. Konsolenspieler können zocken, wo sie wollen.

Und wer bis jetzt nur ein Smartphone hat, soll mit xCloud in der Lage sein, auch komplexe Blockbuster auf seinem Telefon zu spielen.

Weltkarte der Regionen, in denen die Betaphase gestartet wird.Weltkarte der Regionen, in denen die Betaphase gestartet wird.

Beta geht 2019 an den Start

Wo und ab wann ist Project xCloud erhältlich? Das Anpassen und Ausbauen von xCloud ist für Microsoft ein Langzeitprojekt.

Die ersten Beta-Tests beginnen 2019 und finden erst einmal in den Regionen statt, die von Azure, Mircosofts Streaming-Dienst, abgedeckt sind. Das sind jedoch bereits 140 Länder.

Zu dem Zweck wurden eigens neue Hardwarezentren errichtet, die dem Datenansturm Herr werden sollen. Eine erste öffentliche Beta soll 2019 stattfinden, danach werden die Ergebnisse ausgewertet und das Projekt verfeinert.

Wie funktioniert Project xCloud? In den neu eingerichteten Datenzentren werden Hardware- und Softwarekomponenten eingehende Daten verarbeiten und skalieren, sodass ein Spiel, das eigentlich die Rechenleistung einer Xbox One X bräuchte, so angepasst wird, dass es ohne Qualitätsverlust auf einem Smartphone laufen kann.

Die so genannten Blade-Server wurden von Microsoft extra für diesen Zweck entwickelt und in den Datenzentren verbaut.

Was sind die größten Herausforderungen? Als eines der größten möglichen Probleme nennt Microsoft den sauren Apfel, in den bis jetzt jeder Spiele-Streamingdienst beißen musste: Die Latenz von Eingaben und dem Spiel selbst.

Während ein gestreamter Film problemlos Daten im Vorfeld herunterladen und so für einen Buffer sorgen kann, sind Spiele weitaus interaktiver und ihre Daten deswegen sehr viel schwerer vorauszusehen.

Wenn dann auch noch ein Klops wie Assassin's Creed Odyssey oder Red Dead Redemption 2 auf einem Smartphone dargestellt werden soll, wird es kompliziert.

Multiplayer-Schlachten ruckelfrei zu streamen ist gar nicht so einfach.Multiplayer-Schlachten ruckelfrei zu streamen ist gar nicht so einfach.

Wie garantiert Microsoft ruckelfreies Spielen? Wie verarbeitet xCloud Eingaben und die Reaktion des Spiels in Single-Player-Spielen? Und wie stark beeinträchtigt ein Stream die Eingabeverzögerung bei Multiplayer-Shootern, in denen jede Millisekunde zählt?

All das soll durch die Rechenzentren gelöst werden, die in insgesamt 140 Ländern verteilt sind. Allerdings erwartet niemand von Anfang an ein perfektes Streaming, weswegen Microsoft seine Testphase erst einmal mit einer offenen Beta 2019 beginnt.

Sollte der Streamingdienst voll funktionsfähig sein, sollen Spiele je nach Plattform rauf- oder runterskaliert werden. Das gilt laut Microsoft für alle 3000 bereits für die Xbox One erschienenen und zukünftig erscheinenden Spiele.

Touch Overlay für Smartphones und Tablets.Touch Overlay für Smartphones und Tablets.

Konsolenspiele werden dann mit einem Touch Overlay für Smartphones und Tablets ausgestattet.

Macht xCloud die Xbox Scarlett abwärtskompatibel?

Würde das also bedeuten, dass wir Spiele der nächsten Konsolengeneration entsprechend runterskaliert auch auf unserer aktuellen Xbox One spielen können? Vielleicht. Was die noch nicht erschienenen Spiele angeht, hielt sich Microsoft noch bedeckt.

Fest steht, dass das Projekt auf die Zukunft ausgelegt wird, Es geht nicht nur darum, die Grenzen von 4G-Netzwerken auszuloten, sondern auch bereits 5G-Verbindungen in Betracht zu ziehen.

Momentan laufen die Test-Übertragungen mit 10 Megabit pro Sekunde, Ziel ist es, die höchst mögliche Qualität bei der niedrigst möglichen Bitrate zu ermöglichen.

Über 3000 Spiele gibt es momentan auf der Xbox One zu zocken.Über 3000 Spiele gibt es momentan auf der Xbox One zu zocken.

Entwicklerstudios sollen durch die Skalierung jedoch nicht eingeschränkt werden- Läuft alles so, wie Microsoft es plant, werden sie ihre Spiele auf jeder der Plattformen vertreiben können, ohne ihre Produkte großartig anzupassen.

Da die ersten Testläufe erst 2019 beginnen, können wir den Streamingdienst natürlich noch nicht beurteilen. Mit Project xCloud reiht sich Microsoft jedoch perfekt in die Riege der möglichen Kandidaten für ein zukünftiges Spiele-Netflix ein. Mitbewerber sind Sonys PS Now und Googles Project Stream.

Was haltet ihr von Games on Demand?


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