Könnt ihr euch noch daran erinnern, wann ihr das erste Mal einen Trailer von Crimson Desert gesehen habt? Egal, wie viele Jahre es her ist, es wird sich um Ausschnitte von der PC-Version gehandelt haben. Rufe nach der Konsolenfassung wurden jüngst immer lauter, wenngleich Entwickler Pearl Abyss stets beteuerte, dass man "nichts zu verbergen habe".
Das scheint wohl auch zu stimmen. Für eine Technikeinschätzung hat sich das Studio nämlich die Grafikexperten von Digital Foundry ins Boot geholt, die einen exklusiven Blick auf die PS5 Pro-Version werfen durften. Dabei hagelt es vor allem Lob!
Ausgezeichnete Grafik und unzählige Effekte – auch auf der Konsole
In einem circa halbstündigen Video hat sich John Linneman von Digital Foundry die wichtigsten Aspekte von Crimson Desert angeschaut und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie zum Großteil mit der PC-Fassung im Einklang sind. Dazu zählen:
- eine extrem hohe Weitsicht
- vom Wind beeinflusste Vegetation
- dynamische Wettereffekte
- per Ray-Tracing erzeugte Schatten und Lichtverläufe
- tiefschwarze Nächte
- viele Physikeffekte inklusive zerstörbarer Gegenstände
- enorm plastische Texturen
- Unmengen an Umgebungsdetails
- von Rauch und Nebel geworfene Schatten (sehr cool!)
Und natürlich auch eine enorm realistische Wellensimulation, die bereits in diesem frühen Video gezeigt wurde:
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In wohl kaum einem Open World-Spiel war das Wasser bisher so schön wie in Crimson Desert
Beim Ray-Tracing wird übrigens je nach Distanz, Art des Effekts und Bildmodus der Detailgrad reduziert beziehungsweise erhöht. Im Performance-Modus spiegelt sich in Seen und Flüssen beispielsweise ausschließlich die nahe Umgebung, während im Qualitätsmodus auch ferne Objekte mit hoher Genauigkeit von der Wasseroberfläche reflektiert werden.
Es gibt auch ein paar Probleme
Bei den Texturen im Spiel wird sogenanntes Displacement Mapping verwendet, also eine Technik, die den Pixeltapeten ein Gefühl von Tiefe verleiht. Backsteine weisen also authentische Abschürfungen und Löcher auf, die bei direkter Draufsicht auch wie "echte" Höhenunterschiede wirken. Im Spiel kommt es jedoch ab und an zu einem Flackern an Wänden und Bäumen, da der Displacement-Effekt nicht immer korrekt dargestellt wird.
Darüber hinaus ploppen beim Durchqueren der Spielwelt regelmäßig Details ins Bild und es wurden ein paar Wackler bei der Framerate gemessen. Sobald sehr große Mengen an NPCs oder Gegner aktiv werden, kommt es im Performance-Modus zu Drops auf 40 fps oder sogar weniger.
Diese Ruckler tauchen aber fast ausschließlich über 40 fps auf, im Balance- und im 4K-Qualitätsmodus gibt es sie schlicht nicht. Daher liegt die Vermutung nahe, das viele gleichzeitige KI-Berechnungen auf die recht veraltete CPU-Architektur der PS5-Konsole ans Limit bringen.
Hier erfahrt ihr, wie sich die Auflösungen und Framerates je nach Modus gestalten:
Ebenfalls wichtig zu wissen: In der von Digital Foundry getesteten Version wurde PSSR 1 als Platzhalter eingesetzt und dort ist noch das lästige Schimmern bei Ray-Tracing-Effekten und der Vegetation zu erkennen, das häufig bei dem Upscaler kritisiert wurde.
Im fertigen Spiel wird dann aber PSSR 2 eingesetzt und damit verschwindet das Flimmern dann hoffentlich weitgehend. Ganz ausgeschlossen sind ein paar wabernde RT-Effekte in den Grafikmodi mit niedrigerer Ray-Tracing-Stufe nicht.
Was ist mit VRR?
Im Spiel gibt es die Möglichkeit VSync auszuschalten. Dann richtet sich die Framerate nicht mehr nach einer festen Bildwiederholrate aus, sondern wird komplett freigeschaltet. Ohne VRR-Funktion am TV kommt es dabei jedoch zu einem nervigen Bildzerreißen, weshalb Digital Foundry klar davon abrät.
Mit VRR sind im Leistungsmodus bis zu 80 fps drin, die flüssig angenehm wirken und für ein direkteres Spielgefühl sorgen. Im Qualitäts- und Balance-Modus ist die Funktion aber wohl noch verbuggt, da niedrigere Framerates als 48 fps nicht ordentlich vom Bildschirm kompensiert werden.
Was lässt sich für die Basis-PS5 ableiten?
Die PS5 Pro-Fassung läuft also überaus ordentlich, aber gut, die Premium-Konsole kostet immerhin stolze 800 Euro. Laut Linneman war es den Entwickler*innen nicht möglich, die "normale" PS5-Version für das Video zur Verfügung zu stellen. Dazu soll es zu einem späteren Zeitpunkt Informationen geben.
Link zum BlueSky-Inhalt
Wann genau und ob noch vor dem Release am 19. März, ist derweil aber unklar.
Wir halten einen ebenso positiven Eindruck auf der Standardkonsole aber für wahrscheinlich: Die PS5 Pro-Version scheint nur dann zu ruckeln, sobald sie ins CPU-Limit läuft. Der Prozessor taktet in der Pro nur minimal höher als bei der Basis-PS5, sie dürfte also ähnliche Schwankungen bei vielen NPCs haben, eventuell in einem leicht größeren Umfang.
Es ist bereits bekannt, dass die Auflösung für die Basis-PS5 ein ganzes Stück reduziert wird, die grafische Last sollte also zu stemmen sein, sofern sich nicht ein anderer Flaschenhals – etwa bei der niedrigeren Speicherbandbreite – bemerkbar macht.
Genaueres wissen wir aber wohl erst in ein paar Tagen, wenn Crimson Desert für PS5, Xbox Series X|S und PC erscheint.
Beruhigt euch das erste Konsolen-Gameplay von Crimson Desert? Oder bleibt ihr vorerst skeptisch?
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