Nach Hack: Nintendo brachte neues Switch-Modell zum Schutz gegen Piraten

Nintendo entwickelte 2018 ein neues Modell der Switch. Dahinter steckt ein Gerichtsfall, der jetzt für einen Hacker im Gefängnis endete.

von Jonathan Harsch,
08.06.2022 11:55 Uhr

Die Switch musste 2018 abgeändert werden, um Hacking-Software inkompatibel zu machen. Die Switch musste 2018 abgeändert werden, um Hacking-Software inkompatibel zu machen.

Die Nintendo Switch kam im März 2017 auf den Markt, und schon Anfang 2018 wurde die Konsole gehackt. Dadurch konnte auf das Gerät individuelle und gestohlene Software aufgespielt werden. Im vergangenen Jahr landetet dann einer der Hacker der Gruppe "Team Xecutor", der auch noch Gary Bowser heißt, auf der Anklagebank. Wie aus Gerichtsdokumenten zu dem Fall hervorgeht, hat Nintendo 2018 ein neues Modell der Switch veröffentlicht, um die Hardware vor Piraten zu schützen.

Sichere Switch kostet Nintendo Millionen

In den Dokumenten gibt Nintendo zu Protokoll, gezwungen worden zu sein, als Antwort auf eines der Hacking-Tools, um die es im dem Fall geht, eine neue Version der Switch zu entwickeln (via Axios):

Diese Modifikation kostete uns unzählige Stunden der Entwicklung sowie eine Anpassung unserer weltweiten Produktions- und Distributions-Ketten und – natürlich – entsprechende Ressourcen. Um das klarzustellen: Diese Auswirkungen resultierten unmittelbar aus dem Angriff des Angeklagten und Team Xecutor auf unsere technischen Schutzmaßnahmen.

Im Dokument wird nicht konkret erwähnt, um welches Modell es sich handelt, doch es ist bekannt, dass 2018 eine neue Version der Switch auf den Markt kam, deren Tegra-Chip mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen versehen wurde. Laut Nintendo habe diese Revision der Hardware rund 65 Millionen Dollar gekostet. Der Verlust durch mögliche verpasste Software-Verkäufe ist hier nicht mit einberechnet.

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Hacker muss ins Gefängnis

Für Gary Bowser endete der Gerichtsfall in einer Zelle. Der Hacker, einer der Köpfe hinter Team Xecutor, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten verurteilt – die Anklage forderte 60 Monate, die Verteidigung 19.

Laut Nintendos Anwalt Ajay Singh wollte das Unternehmen die Maximalstrafe, um „die Öffentlichkeit zu unterrichten“. Nintendo wollte also einen Präzedenzfall schaffen, um andere Hacker abzuschrecken. Diese Ansicht teilte offenbar Richter Robert Lasnik, der für den Fall „eine wichtige Rolle im Bezug auf eine Nachricht“ an die Öffentlichkeit ausmachte.

Der Hacker selbst glaubte nicht daran, dass das Urteil irgendjemanden abschrecken könne: „Durch Piraterie lässt sich so viel Geld machen“, sagte Bowser vor Gericht. Eine mögliche Freiheitsstrafe sei im Verglich „unbedeutend“.

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