No Straight Roads - Ein Koop-Spiel, das Beat im Blut hat

Im Rahmen von FYNG stellen wir euch mit No Straight Roads ein Koop-Spiel vor, das euch mit seinen EDM-Rock-Beats tanzen lässt.

von Sebastian Zeitz,
29.06.2020 16:00 Uhr

Wir stellen euch das Koop-Spiel No Straight Roads vor. Wir stellen euch das Koop-Spiel No Straight Roads vor.

Genre: Action Entwickler: Metronomik Plattform: PS4, Switch, Xbox One Release: 25. August 2020

Musikspiele haben bei vielen Spielern ein gewisses Stigmata. Sobald es irgendwie darum geht, etwas auf den Takt zu machen, sind viele direkt raus. Bei No Straight Roads hingegen bekommen wir ein Koop-Actionspiel, das zwar Musik als Thema hat und auch auf dem Rhythmus basiert, aber in der Regel kein "Taktgefühl" von euch verlangt.

Wir haben es angespielt: Für diese Spielvorstellung durften wir in eine neue Version von No Straight Roads schauen. In dieser war die erste Spielstunde verfügbar, die uns ein Tutorial und zwei Level zum Anspielen bot.

Um euch auf das Spiel einzustimmen, empfehlen wir den folgenden Trailer:

3:13

Was macht No Straight Roads so besonders

Was direkt ins Auge springt, ist der bunte Stil des Spiels. Alle Charaktere sehen aus, als wären sie direkt einem Cartoon entsprungen und verhalten sich auch dementsprechend überzeichnet. Hauptcharakter Mayday, eine Vollblut-Rockerin, ist zum Beispiel voller Energie und kann den Mund kaum halten, während ihr Partner Zuke, der das Schlagzeug spielt, eher das Gegenteil ist. Wer mal wieder ein charmantes Spiel braucht, das liebevoll gestaltet ist, der ist hier genau richtig.

Genre-Kampf als zentrales Element: Im Spiel selbst steht der Kampf gegen das Musik-Label NSR im Mittelpunkt, das die Stadt durch ihre Musik mit Strom versorgt. Mayday und Zuke wollen erfolgreiche Musiker werden und nehmen deshalb an einem Casting teil und werden durch ihre Rockmusik abgelehnt. Als sie merken, dass NSR Rock vernichten will, starten die beiden eine Revolution gegen die Unterdrücker.

Im Interview hat uns Daim Dziauddin, der Creative Director des Spiels, verraten, ob die Idee für den Kampf der Genres einen persönlichen Hintergrund hat:

"Die Leute haben eine falsche Vorstellung, wo die Idee herkam. Sie denken, wir hassen EDM und deshalb machen wir dieses Spiel, um den Hass gegen EDM zu befeuern. Das ist aber nicht der Fall, sonst hätten wir die EDM-Musik im Spiel schlecht gemacht. Tatsächlich hat es uns die Möglichkeit gegeben, coole EDM-Musik in das Spiel zu integrieren. Der Konflikt "EDM gegen Rock" ist rein für die Story und spiegelt nicht unsere persönliche Präferenz wieder."

Die beiden Rocker Zuke und Mayday starten eine Rock-Revolution. Die beiden Rocker Zuke und Mayday starten eine Rock-Revolution.

Actionspiel mit Rhythmus: Auch wenn Musik ein zentrales Element ist, brauchen wir keinen Rhythmus im Blut, um es spielen zu können. Die Gegner greifen basierend auf der Musik an und die Hindernisse bewegen sich im Takt aber wir bewegen uns und greifen ganz frei an. Die Actionspiel-Systeme lassen uns auf die Gegner schlagen oder sie mit Items beschießen. Es gibt zwar auch Upgrades aber das, was wir bisher sehen konnten, war recht simpel - Spaß macht das aber allemal.

Aber auch im Gameplay spiegelt sich der Rhythmus wieder. Wenn wir wollen und das Risiko eingehen, können bestimmte Geschosse für extra Schaden im Takt zurückgeschlagen werden. In der Demo konnte es manchmal jedoch zu sehr hektischen Situationen kommen, in denen der Überblick leidet.

Das sagt Daim zur Hektik des Spiels:

"Gerade bei manchen Bossen passiert sehr viel. Es kann passieren, dass das Spiel den Spieler überfordert. Wir haben es vielleicht nicht ganz geschafft, es perfekt zu machen aber diese Sachen sind Erfahrungen, die wir für unser nächstes Spiel verwenden können.

Wir müssen mehr lernen und es soll auch keine Ausrede sein. Wir sind noch recht jung und müssen definitiv mehr unser Herz öffnen, um mehr von dem Feedback der Spieler zu lernen."

Extrem kreative Bosse: Innerhalb der Demo konnten wir den Kampf gegen Sayu, einem virtuellen Idol erleben, der uns durch seine Kreativität umgehauen hat. Spielerisch ist er nicht der Stärkste, da wir einfach nur linearen Wegen folgen, um Ziele, die dem Boss Schaden, zu zerstören. Aber dafür besticht er durch einen Stil, den wir so selten in einem Spiel erlebt haben. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten aber wer auf Meta-Spielereien und Kaijus steht, kommt hier voll auf seine Kosten.

Sayu ist ein virtuelles Idol, die mit einem kreativen Bosskampf auf euch wartet. Sayu ist ein virtuelles Idol, die mit einem kreativen Bosskampf auf euch wartet.

Für wen ist No Straight Roads interessant

Auch wenn No Straight Roads einen großen Stellenwert auf das Musik-Thema legt, ist es immer noch ein Actionspiel, das wir im Couch-Koop spielen können. Wer es liebt, ein stylishes Abenteuer mit einem lokalen Mitspieler zu erleben, der kommt hier voll auf seine Kosten. Zudem scheint das Spiel etwas kürzer zu sein aber wie es letztlich ausfällt, können wir anhand der Preview-Version noch nicht sagen.

Etwas aus der Zeit gefallen: Tatsächlich haben wir uns beim Spielen sehr an Spiele aus der PS2-Ära erinnert gefühlt. No Straight Roads reiht sich perfekt neben Psychonauts oder Jak & Daxter ein und lässt uns in Kindheitserinnerungen schwelgen. Es ist ein Spiel, das den Spaß nicht vergisst und bereits jetzt unser Herz durch seinen Charme sowie Kreativität erobern konnte.

Was gefällt uns, was nicht

No Straight Roads besticht vor allem durch seinen Stil, der es uns direkt angetan hat. Es macht einfach unglaublich Spaß, den Kampf gegen das EDM-Regime mit Rockmusik anzugehen. Jedoch muss sich am Ende zeigen, ob das Spiel lang genug ist und wir uns an die Hektik der Kämpfe gewöhnen können.

Pro

Contra

liebevoll gestaltete, bunte Welt

Kämpfe können schnell hektisch und unübersichtlich werden

Charaktere, die wir direkt in unser Herz geschlossen haben

Spielzeit könnte etwas zu kurz ausfallen

EDM und Rock passt im Soundtrack gut zueinander

kreative Bosse

schnell zu erlernende Spielsysteme

GamePro-Einschätzung


Sebastian Zeitz
@Citronat
Ich konnte zwar nur knapp eine Stunde von No Straight Roads sehen aber als Musikspiel-Fan, hat es bei mir direkt klick gemacht. Ich mag einfach den Stil und die Charaktere des Spiels. Es ist alles überzeichnet aber es ist auch einfach voller Charme. Vor allem der Kampf gegen Sayu hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, wie selten bei einem solchen Spiel.

Spielerisch hat es kleinere Schwächen gehabt und war für mich etwas zu hektisch aber trotzdem hatte ich durchweg eine gute Zeit. Ich freue mich darauf, die Revolution gegen EDM bald fortführen zu können.

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