Outriders - Ein bisschen Destiny, eine Prise Gears & viel Rollenspiel

Outriders von People Can Fly sieht aus wie eine Mischung aus Destiny und Gears of War, hat aber auch ein paar Besonderheiten, wie wir beim Anspielen herausgefunden haben.

von Tobias Veltin,
23.06.2020 10:00 Uhr

Outriders: Nicht nur die Charaktere erinnern an Destiny. Outriders: Nicht nur die Charaktere erinnern an Destiny.

Genre: Shooter Entwickler: People Can Fly Plattform: PS4, Xbox One, PS5, Xbox Series X, PC Release: 4. Quartal 2020

Schon bei der ersten Ankündigung machte der Shooter Outriders Lust auf mehr. 3-Spieler-Koop, Loot-Mechaniken und SciFi-Setting hörten sich zumindest auf dem Papier nicht schlecht an, warfen aber gleichzeitig auch eine wichtige Frage auf: Wird das eventuell "nur" ein weiterer Loot-Shooter im Stil von Destiny 2 und Co.?

Wir haben Outriders mittlerweile etwa zwei Stunden gespielt und sagen: Ja, da steckt definitiv ein bisschen Destiny 2 drin, den Titel aber nur damit zu vergleichen wird dem Shooter nicht gerecht.

Was haben wir gespielt?
Wir konnten eine Mission aus der ersten Hälfte des Spiels spielen und dabei zwei Charakterklassen ausprobieren. Dabei handelte es sich um die PC-Version, auf die wir per Streaming-Service Zugriff bekamen.

Was zeichnet Outriders aus?

Darum geht's: In Outriders will die Menschheit den Alien-Planeten Enoch besiedeln. Doch beim Aufbau der sogenannten "Ersten Stadt" erscheint ein riesiger Energiesturm, die "Anomalie", die die meisten Menschen verscheucht. Eine Gruppe von Aufständischen scheint seltsamerweise immun gegen die Energie zu sein, verschanzt sich in den Trümmern der Stadt und will auch den anderen Siedlern ans Leder. Als Outrider können wir das natürlich nicht zulassen und bekämpfen die Aufständischen fortan in diversen Missionen.

So auch in der von uns gespielten Mission, in der wir uns durch die Trümmer der Ersten Stadt einen Weg zum Wissenschaftler Zahedi bahnen müssen, der von den Aufständischen festgehalten wird.

Schauplatz der von uns gespielten Mission ist die erste Stadt auf Enoch. Schauplatz der von uns gespielten Mission ist die erste Stadt auf Enoch.

Dafür müssen wir uns einen Weg durch ein mit Trümmern übersätes Gebiet bahnen, in dem es von Aufständischen nur so wimmelt. Dafür setzen wir allerlei recht generische Waffen wie Maschinenpistolen, Scharfschützengewehre oder Schrotflinten ein, im späteren Spielverlauf soll es auch noch Waffen mit besonderen Fähigkeiten geben.

Von vielem ein bisschen

Geballert wird dabei in der Third-Person-Sicht, ähnlich wie in den Gears of War-Spielen können wir uns mit unserem Outrider auch hinter Deckungen und Hindernisse aller Art klemmen, was beim Anspielen ganz ordentlich funktioniert. Und ja, Destiny 2/Loot-Shooter-Elemente gibt es ebenfalls reichlich, wir finden etwa regelmäßig bessere Waffen und Rüstungsteile, die sich dann in einem Menü ausrüsten lassen, das frappierend an den Bungie-Shooter erinnert.

So weit, so viele Gemeinsamkeiten: Das Besondere an Outriders sind allerdings die Fähigkeiten, die sich je nach Klasse unterscheiden. Insgesamt gibt es derer drei:

  • Pyromancer: Feuer-Angriffe wie eine Flammenwalze oder -peitsche
  • Trickster: Kann Bewegungen der Gegner verlangsamen oder sich zu ihnen teleportieren
  • Devastators: Damage Dealer mit wuchtigen Stoßangriffen

Bis zu drei Fähigkeiten lassen sich auf die Schultertasten legen, später werden im Verlauf des Spiels freigeschaltet. Und diese Power-Fähigkeiten zu nutzen, macht beim Anspielen wegen ihrer wuchtigen Effekte nicht nur enorm viel Laune, sondern ist tatsächlich auch für den Energiehaushalt unseres Outriders entscheidend.

Mit den Flammenfähigkeiten des Pyromancers lassen sich auch größere Gegnergruppen erledigen. Mit den Flammenfähigkeiten des Pyromancers lassen sich auch größere Gegnergruppen erledigen.

Denn: Unsere Energie lädt sich nur bis zu einem bestimmten Punkt der Lebensleiste automatisch wieder auf, für die volle Power müssen wir Gegner erledigen. Das zwingt uns regelmäßig in die Offensive und sorgt wiederum dafür, dass wir die Fähigkeiten öfter einsetzen müssen, die praktischerweise nur einen kurzen Cooldown haben.

Motivierendes Level-Prinzip

Outriders führt das Fähigkeiten-Prinzip aber noch weiter. Mit fortschreitendem Spielverlauf sammeln wir Klassenpunkte, die wir dann wiederum in einen verzweigten Skilltree investieren dürfen. Neben banalen Verbesserungen wie "+10% mehr Energie" lassen sich hier auch nach und nach die Dauer unserer Superangriffe verlängern oder deren Wucht verbessern, was sich dann auch deutlich im Kampf bemerkbar macht.

Das führt bei unserer Anspiel-Session dazu, dass wir schon nach kurzer Zeit sehr geschmeidig durch die Gegnermassen pflügen. Waffen- und Fähigkeiteneinsatz gehen dabei gut von der Hand, auch dickere Brocken wie eine Variante mit Maschinengewehr lassen sich angenehm fix erledigen.

Der Skilltree ist weitverzweigt und motiviert zum stetigen Verbessern des eigenen Charakters. Der Skilltree ist weitverzweigt und motiviert zum stetigen Verbessern des eigenen Charakters.

Besonders cool: Die Kämpfe fühlen sich schon in der von uns gespielten Version sehr "satt" an, was vor allem am tollen Treffer-Feedback der Waffen und den Sounds der Knarren liegt. Passend dazu ist auch der Gewaltgrad ziemlich hoch (und überzeichnet), was allerdings auch zum Setting passt.

Angenehm überrascht sind wir zudem vom Schwierigkeitsgrad, der sich im zweiten Teil der Mission als ziemlich knackig erweist. Der Grund: Die Schwierigkeit "levelt" mit dem Spieler in Form von "World Tiers" mit. Stufe 4 wird dabei schon als "Hard" beschrieben, insgesamt soll es 15 geben.

Viel von der Story bekommen wir noch nicht mit, können in der Mission aber immerhin einen kleinen Nebeneinsatz spielen, in dem wir in einer Fabrik für Ordnung sorgen müssen. Das geht zwar nicht über die beschriebene Baller-Action hinaus, aber weil die so gut funktioniert, macht auch diese vermeintlich öde Aufgabe durchaus Laune.

Noch nicht spielen konnten wir zudem den Koop-Modus für bis zu drei Spieler, in den die Teilnehmer jederzeit aus- und wieder einsteigen können. Hier dürften sich dann wahrscheinlich interessante Kombinationseffekte der unterschiedlichen Fähigkeiten ergeben.

Für wen ist Outriders interessant?

Natürlich dürfte Outriders für jeden etwas sein, der an Loot-Shootern Gefallen findet, denn auch bei Outriders ist Beute, Leveln und bessere Ausrüstung ein wichtiger Bestandteil. Outriders ist allerdings nicht darauf ausgelegt, ewig weiterzugehen, ist also kein Service Game. Dementsprechend wird es irgendwann zu Ende sein, nämlich nach der Kampagne.

Wer also bei Service Games den Überblick verliert, aber trotzdem auf die beschriebenen Mechaniken steht und irgendwann mit einem Spiel "fertig" sein will, für den dürfte der Titel von People Can Fly ebenfalls interessant sein.

Outriders - Vorschau-Video zum neuen Shooter der Bulletstorm-Macher 12:42 Outriders - Vorschau-Video zum neuen Shooter der Bulletstorm-Macher

Was gefällt uns, was nicht?

Pro

Contra

coole "wuchtige" Kämpfe

generische Waffen

Fähigkeiten und Ausbau der Klassen

austauschbar wirkendes SciFi-Setting

Koop für bis zu drei Spieler

schicke Optik und Effekte

GamePro-Einschätzung


Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Mir haben meine beiden Spielstunden mit Outriders Spaß gemacht. Sicherlich bedient sich das Spiel bei anderen Titeln wie Destiny 2 und Gears of War, schafft es mit den Klassenfähigkeiten und dem nicht geringen Rollenspielanteil aber auch, eigenen Charakter zu zeigen. Besonders gut gefallen mir die Kämpfe, die durch die Kombination von Waffen- und Fähigkeiteneinsatz sehr dynamisch wirken.

Ziemlich generisch wirken bislang allerdings noch die Waffenauswahl sowie das Gegnerdesign, hier erhoffe ich mir vom fertigen Spiel deutlich mehr. Auch das Setting wirkt noch etwas austauschbar, das ist allerdings auch nur mein erster Eindruck nach der überschaubaren Anspielzeit. Als Koop-Fan und Anhänger genannter Loot-Mechanismen bin ich aber definitiv angefixt von Outriders und freue mich schon auf den Release Ende 2020.

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