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PewDiePie-Kontroverse - Youtuber befürchten längerfristige Nachwirkungen

Pewdiepie ist in letzter Zeit öfter mit einigen Fehltritten aufgefallen. Nach der aktuellen Kontroverse fragen sich Youtuber nun: Haben solche Ausrutscher beim grössten Channel überhaupt Auswirkungen auf alle Videoproduzenten auf der Plattform?

von Michael Cherdchupan,
12.09.2017 12:30 Uhr

PewDiePies Gesicht dürfte mittlerweile jeder Mal gesehen haben, der sich ab und zu auf Youtube bewegt. PewDiePies Gesicht dürfte mittlerweile jeder Mal gesehen haben, der sich ab und zu auf Youtube bewegt.

Mit über 57 Millionen Abonnenten ist Felix "Pewdiepie" Kjellberg der grösste und erfolgreichste Youtuber überhaupt. Sein Kanal hat ihm zum Millionär gemacht. Seine Zuschauer bestehen zum Großteil aus Kindern und Jugendlichen. Welche Verantwortung Kjellberg dadurch hat, scheint ihm aber nicht klar zu sein. Ob kritische politische Ansichten, wüste Beschimpfungen oder Ausrutscher: Alle schauen ungefiltert zu. Vor allem auch bei seinen gefilmten Reaktionen auf von ihm verursachte Kontroversen, wo er wenig Einsicht zeigt.

Nachdem Kjellberg in einem Stream das N-Wort entglitten ist und er sich damit rechtfertigt, man dürfe so etwas in einer hitzigen Gaming-Situation auch mal sagen dürfen, machen sich nun viele Youtuber Sorgen. Dabei geht es nicht nur um politische Korrektheit, sondern auch um die Reaktionen der Werbepartner.

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Schließlich ist die sogenannte "Adpocalypse" im vollem Gange. Als Reaktion auf einen Artikel der The Times, der offenlegte, dass automatisch Werbung vor Beiträgen gepostet worden ist, die kritische Inhalte zeigten, machten viele Werbekunden einen Rückzieher. Niemand wollte sein Produkt mit Hatespeech, sexistischen Inhalten oder Gewalt in Verbindung bringen.

Youtube musste entsprechend reagieren und hat den Algorithmus angepasst, mit dem Uploads auf bedenkliche Inhalte überprüft werden. Der ist so scharf eingestellt, dass zum Beispiel vor vielen Videos mit Ego-Shootern nicht mehr Werbung geschaltet werden kann. Manchmal schnappt der Algorithmus auch zu, obwohl die Inhalte problemlos sind. Getreu dem Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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Mit seinem Kanal ist Kjellberg eben sehr sichtbar, und Reaktionen auf sein Fehlverhalten können sich global auf ganz Youtube auswirken. Schließlich gibt es viele, die mit Videos auf der Plattform ihren Lebensunterhalt verdienen. Zwar gibt es keinen Beleg, dass Kjellberg auch zu der "Adpocalypse" beigetragen hat, doch es erscheint plausibel.

Erste Reaktionen auf den Eklat zum N-Wort gibt es allerdings schon: Campo Santo, das Studio hinter Firewatch, hat DMCA-Takedowns angekündigt, wo Kjellberg über ihr Spiel spricht. Laut dem Mitbegründer des Studios Sean Vanaman sind sie es leid, dass Kjellberg Geld mit ihren Produkten verdient, während er öffentlich "verabscheungswürdigen Müll propagiert". Er räumt gleichzeitig ein, selbst Schuld an der Situation zu sein, da Campo Santo durch die Reichweite von Kjellberg natürlich auch mitverdient hat.

Die ständige Medienpräsenz von Pewdiepie mag nerven, aber eben das zeigt leider auch, welchen Einfluss der junge Mann hat. Die Youtube-Community überschlägt sich mit Reaktionsvideos und auch die Social Media-Kanäle brennen förmlich. Hier ein paar Beispiele von bekannten Youtubern:

"Wenn deine erste Reaktion auf Frust das N-Wort ist und nicht das gute alte 'Motherf**ker, dann stimmt da was nicht. Kontrolliere dich."

"Gedanken zur PewDiePie-Geschichte:
(a) Was er sagt, ist unakzepabel
(b) "Ausrutscher" teilen uns etwas mit
(c) Kids, einige eurer Helden sind Arschlöcher"

"PewDiePie ist an diesem Punkt einfach nur eine Belastung. Für jeden im Business."

Mehr über die Hintergründe könnt Ihr bei der Gamestar erfahren, wo Pietsmiet die aktuelle Situation genauer erklärt.

Haltet ihr diese Reaktionen für übertrieben oder könnt ihr das gut nachvollziehen? Wird es Zeit für Kjellberg sich endlich am Riemen zu reißen?


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