“Dieses Spiel ist wie ein Film.” Wenn ich das sage, meine ich in der Regel storylastige Titel mit vielen Cutscenes und flachem Gameplay. Bei Phantom Blade Zero will ich damit aber auf etwas ganz anderes hinaus:
Im chinesischen Actionspiel stehen die Kämpfe im Vordergrund, und genau bei denen habe ich das Gefühl, mitten in einem schicken Kampfkunst-Streifen zu stecken; also während ich mich beispielsweise mit einem betrunkenen Mönch oder einem Löwentänzer kloppe. Die Animationen, die S-Game mit seinem Motion Capture-Team hervorgezaubert hat, sind einfach ganz großes Kino!
Mit den vielseitigen, detailverliebten und fließenden Animationen setzt Phantom Blade Zero Maßstäbe
PBZ-Protagonist Soul ist die fleischgewordene Coolness im schwarzen Flattergewand und an seinen Kampftricks kann ich mich gar nicht sattsehen.
Schwere, leuchtenden Hiebe mit dem Magieschwert, flinke, elegante Luftwirbelkombos mit dem gezackten Blutungsschwert oder ein Schlag mit der massiven Axt, deren Gewicht den Held zum Taumeln bringt: Alles ist extrem detailliert, flüssig und durchchoreographiert. Daneben macht es richtig Spaß, all die unterschiedlichen, teils brutalen Finisher zu entdecken.
Im Launch-Trailer könnt ihr euch davon einen ganz guten Eindruck verschaffen:
3:12
Phantom Blade Zero gibt im Launch-Trailer einen Vorgeschmack auf die Story und Kämpfe im potenziellen Action-Hit
Aber nicht nur in Gefechten, sondern auch wenn der Held sich einfach nur durch die geheimnisvolle Wuxiawelt bewegt, ist einiges geboten: Sogar banales Leiterklettern kann zum Hingucker werden.
Nähere ich mich den Sprossen nämlich aus der falschen Richtung und drücke zu früh die Taste, dann greift Soul die Streben und wirbelt sich stylisch um die Ecke; während die Figur in vielen anderen Spielen eher hakelig drumherumgelaufen oder stehengeblieben wäre.
Der Protagonist ist nicht die einzige coole Socke
Die Bosse geben sich alle Mühe, dem weißhaarigen Kampfkünstler die Show zu stehlen, und auch ihre Moves sind unglaublich vielseitig, von wuchtig bis filigran.
Mal tanzt eine Gegnerin so anmutig durch die Luft, dass ich sie den ganzen Tag anstarren könnte, dann werde ich so filmreif von einem Kung Fu-Kämpfer vermöbelt, dass ich gleich Lust auf einen Heimkino-Abend bekomme.
Mir fällt dabei vor allem auch auf, wie geschmeidig und nahtlos die Bewegungen ineinander übergehen. Und das Ganze läuft auf meiner PS5 eben auch noch größtenteils super rund und ohne die oftmals erlebte Dauer-Ruckelei bei Unreal Engine 5-Titeln.
Dass die Action so filmreif ist, hat einen guten Grund. Dafür kam aufwendiges Motion Capturing zum Einsatz, bei dem unter anderem Kampfkunst- und Filmstar Donnie Yen eine leitende Rolle eingenommen hat. Mehr über seine Arbeit und die Einflüsse von Jackie Chan lest ihr in diesem Artikel:
Obendrauf auf die ausnahmslos hohe Animationsqualität kommt auch noch die Inszenierung, und in der Beziehung hat Phantom Blade Zero von melancholisch-düster über episch bis hin zu witzig überdreht alles zu bieten.
Dafür sorgen düstere und malerische Schauplätze wie ein Flussufer im goldenen Sonnenuntergang, spektakuläre Feuer- und Partikeleffekte und ein einzigartiger und packender Soundtrack.
Ich zeichne nur selten einen Bosskampf im Nachhinein auf meiner PS5 auf, weil ich ihn noch mal in Ruhe anschauen und genießen will. Bei Phantom Blade Zero war das gleich mehrmals der Fall.
Die Bosskämpfe mögen sich nicht so komplex und fordernd spielen wie im Souls-Genre, aber sie machen einfach Spaß, weil Phantom Blade Zero eine Liebeserklärung an chinesische Kampfkunst ist. Klar können viele Spiele stylische Animationen, aber so gut wie hier haben die mir bisher noch nie gefallen.
Wie gefallen euch die Kampfanimationen im Spiel und welche Titel würdet ihr bei dem Thema außerdem beispielhaft nennen?
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