Pokémon Prism - Von Nintendo verbotenes Fan-Projekt im Netz geleakt

Über acht Jahre werkelten Hobbyentwickler am ROM-Hack Pokémon Prism, bevor es Nintendo verbieten ließ. Aufgetaucht ist es jetzt trotzdem.

von Tobias Veltin,
30.12.2016 16:00 Uhr

Pokémon Prism ist trotz des Einschreitens von Nintendo im Netz aufgetaucht. Pokémon Prism ist trotz des Einschreitens von Nintendo im Netz aufgetaucht.

Pokémon Prism ist kein offizielles Pokémon-Spiel, sondern ein sogenannter ROM-Hack für das Spiel Pokémon Crystal. Kopf hinter dem Projekt ist ein Mann namens "Koolboyman", der mit seinem Team knapp acht Jahre an dem Spiel arbeitete.

Bei einem ROM-Hack werden die "Read Only Memory"-Dateien eines Spiels editiert, sodass man grundlegende Software-Eigenschaften und Gameplay-Elemente ändern kann. Pokémon Prism sollte unter anderem eine Charakter-Anpassung, eine komplett neue Region sowie die Möglichkeit bieten, als eines der Taschenmonster zu spielen. Das Projekt lag in den letzten Zügen und wurde unter anderem auf einem Twitch-Kanal bereits vorgeführt, der Erscheinungstermin war für Dezember 2016 geplant. Doch Nintendo schritt 4 Tage vor Release kurzfristig ein und ließ das Projekt per Unterlassungsklage verbieten.

Jetzt sind die Spielfiles trotzdem im Internet aufgetaucht - auf der Plattform 4chan. Daran angefügt ist eine Readme-Datei der Verbreiter. Sie schreiben darin, dass sie sehr daran interessiert seien, dass Prism verbreitet würde. Es gäbe keine Verbindung zum Entwicklungsteam, schließlich wolle man diese Personen nicht gefährden. Deshalb wurden auch die Credits aus den Spielfiles entfernt und durch eines Dankesbotschaft ersetzt.

Mehr zum Thema:Pokémon Stadium: Was ihr noch nicht über den N64-Klassiker wusstet

Die Verbreiter-Gruppe erkennt Nintendos Vorgehen zwar an, glaubt aber trotzdem, dass der japanische Spielegigant die harte Arbeit der Fans sinnlos zerstören würde. Prism hätte man zum Beispiel als Promotion für die Serie nutzen können.

Fraglich bleibt, ob der Leak der Prism-Dateien eine Strafe für die Entwickler nach sich zieht. Laut der Internetplattform Kotaku könnte das durchaus sein, als Strafe wären hiermit Zahlungen von mehreren Tausend Dollar fällig. Die Verbreitung von Pokémon Prism kann das allerdings nicht mehr aufhalten - innerhalb weniger Stunden fanden sich die Spieldateien in zahlreichen Foren und Download-Portalen.

zu den Kommentaren (1)

Kommentare(1)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.