Um an Pokémon TCG-Karten zu kommen, platzieren Scalper mittlerweile sogar Tracker unter LKWs - und fliegen direkt damit auf

Diese Geschichte zeigt, wie aus einem Sammelspiel ein obsessives Geschäft wird, das längst Grenzen überschreitet.

Lieferanten mit GPS zu folgen hat nichts mehr mit einem Hobby zu tun, sondern ist Stalking. (Bild: The Pokémon Company) Lieferanten mit GPS zu folgen hat nichts mehr mit einem Hobby zu tun, sondern ist Stalking. (Bild: The Pokémon Company)

Pokémon-Karten sind schon lange nicht mehr nur ein Zeitvertreib für Kinder. Für viele Erwachsene sind sie Investition, Spekulationsobjekt oder Statussymbol geworden. Doch dass das auch zu weit gehen kann, zeigen einige Fälle, in denen der Hype die Grenze längst überschritten hat.

Über 20.000 US-Dollar Schulden dank Pokémon

Einer dieser Fälle wurde in dem YouTube-Podcast Financial Audit von Caleb Hammer besprochen. In der Show treten Menschen auf, die sich finanziell übernommen haben und Hilfe suchen. Immer wieder geht es dabei um exzessive Ausgaben – für Lieferdienste, Luxus oder eben Pokémon-Karten.

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Einer der Gäste ist der 23-jährige Jeffrey, der mit mehr als 20.000 US-Dollar Schulden im Podcast auftritt. Nach eigenen Angaben kauft er täglich Pokémon-Karten und gibt teils bis zu 28.000 US-Dollar im Monat für Packs aus. Jeffrey ist dabei kein Einzelfall, sondern ein Extrembeispiel für eine Szene, in der Menschen oft schon den Überblick verloren haben, wie stark Pokémon-Karten ihr Leben dominieren.

Aber es geht noch extremer.

Ein GPS-Tracker – mit Anklage

Im Podcast wird auch deutlich, wie weit einige Sammler*innen und Scalper inzwischen gehen, um an neue Ware zu kommen. Das Warten auf Nachlieferungen in Läden gehört längst zum Alltag – inklusive Discord-Gruppen, interner Tipps und minutiöser Beobachtung von Regalen.

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In einem besonders drastischen Fall wurde diese Grenze deutlich überschritten. Ein Scalper brachte einen GPS-Tracker an dem Lieferfahrzeug einer Frau an, die Pokémon-Karten unter anderem an Walmart-Filialen ausliefert. Ziel war es, den Truck zu verfolgen und die Karten direkt nach Ankunft im Laden vollständig aufzukaufen.

Der Scalper konnte so systematisch sämtliche Bestände abgreifen. Allerdings handelt es sich dabei um eine Straftat. Der Verantwortliche wurde gefasst und angeklagt.

Vom Kinderspielzeug zur Obsession

Es geht also längst nicht mehr nur um normale Sammler*innen oder Fans, die gelegentlich ein paar Packs kaufen. Vielmehr hat sich rund um das Pokémon Trading Card Game eine Szene entwickelt, die gezielt auf Weiterverkauf, Verknappung und maximale Gewinne setzt.

Der Druck entsteht aus mehreren Richtungen zugleich: künstlich limitierte Druckmengen, professionelle Scalper-Strukturen und der Wunsch vieler Millennials, ein Stück Kindheit zurückzukaufen – oft um jeden Preis.

Ob Jeffreys Schulden oder das Stalking einer Lieferantin: Beide Fälle zeigen, wie sehr sich das Pokémon-TCG von seinem ursprünglichen Zweck entfernt hat. Was einmal ein harmloses Sammelkartenspiel war, ist für manche zu einer Obsession geworden, die soziale, finanzielle und rechtliche Grenzen sprengt.

Bekommt ihr Pokémon-Karten noch ganz normal im Laden – oder ist das TCG für euch längst ein Minenfeld aus Scalpern, Wartelisten und Glückstreffern?


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