Project Cars 3 kommt: So will Slightly Mad Forza Motorsport einholen

Slightly Mad veröffentlicht 2020 das Rennspiel Project Cars 3. In einer Vorab-Demonstration wurde uns gezeigt, welche Neuerungen es gibt.

von Tobias Veltin,
03.06.2020 20:35 Uhr

Unser erster Ausblick auf Project Cars 3. Unser erster Ausblick auf Project Cars 3.

Genre: Rennspiel Entwickler: Slightly Mad Plattform: PS4, Xbox One, PC Release: Sommer 2020

Die beiden bisherigen Teile der Project Cars-Serie standen vor allem für zwei Dinge: realistisches Fahrverhalten und schier endlose Anpassungsmöglichkeiten für Auto-Enthusiasten. Die Zielgruppe war dabei klar: Fans von Rennspielen mit Simulationscharakter, die sich stundenlang mit dem Setups ihres Fahrzeugs auseinandersetzen können.

Mit der Ankündigung von Project Cars 3 hat Entwickler Slightly Mad nun zwar niemanden mehr überrascht - dazu gab es zu viele Gerüchte - die angepeilte Marschrichtung ist aber trotzdem bemerkenswert. Denn wie in einer knapp 20-minütigen Präsentation, die wir noch vor dem Reveal sehen konnten, mehrfach betont wurde, soll das dritte Project Cars nun auch für Einsteiger interessant sein - ohne allerdings den Hardcore-Racing-Kern schmelzen zu lassen.

Eine Cockpitperspektive ist natürlich auch im dritten Project Cars wieder an Bord. Eine Cockpitperspektive ist natürlich auch im dritten Project Cars wieder an Bord.

Damit bietet Project Cars vor allem dem Rennspiel-Primus Forza Motorsport 7 die Stirn. Und will diesen mit einigen Neuerungen im besten Fall sogar überholen. Und die wären:

Überarbeiteter Karriere-Modus

Die Karriere-Modi der ersten beiden Teile setzten vor allem auf Wahlfreiheit. Wer wollte, konnte zum Beispiel direkt in einer der höchsten Rennsportklassen loslegen. In Project Cars 3 müsst ihr euch nun die Karriereleiter erst nach und nach in unterschiedlichen Rennserien hocharbeiten. Ein sehr klassischer Ansatz also, für den Slightly Mad allerdings ein besseres Progressionsgefühl und Belohnungen durch optionale Zwischenziele verspricht.

Durch attraktive XP-Belohnungen sollen die Spieler zudem motiviert werden, Fahrhilfen auszuschalten und die Schwierigkeit so nach und nach zu erhöhen. Unerwünschte Rennen können zudem übersprungen werden, in dem ihr für Ingame-Credits einfach ein späteres Event freikauft.

Neues Meta-Spiel und Upgrade-System

Um den Spieler konstant zu belohnen, sammelt ihr nun in jedem Rennen im Spiel (nicht nur in der Karrriere) Erfahrungspunkte und Ingame-Credits, die ihr dann für neue Autos und Upgrades verpulvern könnt. Verbessert ihr eine Karre, ändert sich auch dessen

  • Performance Index Rating (PIR): Der PIR gibt an, wie leistungsstark euer Fahrzeug ist. Höhere Rennklassen erfordern höhere PIR-Werte. Laut den Entwicklern soll es möglich sein, euer Auto so aufzubrezeln, dass ihr damit in (fast) allen Klassen antreten könnt.

Dieses "Spiel im Spiel" soll euch dauerhaft bei Laune halten.

Verbesserter Multiplayer

Im Mehrspieler-Bereich hat sich Slightly Mad offenbar von Gran Turismo Sport inspirieren lassen. Die Entwickler implementieren nun sogenannte "Scheduled Events". Das sind längere Rennen, die zu bestimmten Tageszeiten starten und für die ihr euch anmelden könnt. Belohnt werdet ihr hier ebenfalls mit Erfahrungspunkten und Ingame-Credits.

Auch im Multiplayer flitzt ihr über Renn- und Stadtkurse. Auch im Multiplayer flitzt ihr über Renn- und Stadtkurse.

Darüber hinaus gibt es zwei weitere coole Neuerungen:

  • Rivals-Modus: Hier tretet ihr gegen die Geister-Autos anderer Fahrer an und versucht deren Zeiten zu schlagen. Dieser Modus ersetzt die Community Events aus Project Cars 2.
  • Skill-Based-Matchmaking: Das Spiel sucht für euch passende Fahrer mit ähnlichem Fertigkeits-Level heraus.

Natürlich könnt ihr weiterhin auch in selbst erstellten Lobbies eigene Rennen mit beliebig angepassten Parametern fahren, hier ändert sich im Vergleich zu den Vorgängern nichts.

Weitere Verbesserungen

  • Erweitertete Customization: Ihr könnt eure Autos insbesondere optisch deutlich vielfältiger anpassen als in den Vorgängern, unter anderem mit etlichen Lackfarben und Decals.
  • Verbesserte Gamepad-Steuerung: Auch diese Neuerung kommt vor allem Serienneuligen entgegen, Veteranen spielen vermutlich weiter mit einem Lenkrad.
  • KI-Anpassungen: Laut den Entwicklern sollen sich die Computerfahrer noch natürlicher verhalten.

Dazu kommen natürlich die obligatorischen neuen Kurse, bestätigt sind etwa eine Stadtstrecke in Shanghai sowie der Interlagos-Kurs in Brasilien.

Interlagos gehört zu den neuen Strecken im Spiel. Interlagos gehört zu den neuen Strecken im Spiel.

Noch keine Infos zum Fahrverhalten

Erstaunlich: In der Präsentation ging es hauptsächlich um das Drumherum, über das Gameplay, also eventuelle Anpassungen bei der Physik und dem Fahrverhalten, wurde dagegen kein Wort verloren.

Hier machen wir uns allerdings wenig Sorgen, da Project Cars bislang in diesem Bereich zu den absoluten Spitzenvertretern im Rennspielbereich gezählt hat. Teil 3 dürfte höchstwahrscheinlich an diese Qualität anknüpfen.

Auch grafisch macht das Spiel schon eine gute Figur, wie ihr hier im ersten Trailer begutachten könnt.

Project Cars 3 - Gameplay-Trailer zur überraschenden Rennspiel-Ankündigung 1:45 Project Cars 3 - Gameplay-Trailer zur überraschenden Rennspiel-Ankündigung

Zudem steht fest: Auch im dritten Teil müsst ihr nicht auf frei einstellbare Auto-Parameter verzichten und auch das grafisch eindrucksvolle Wettersystem, das schon den zweiten Teil ausgezeichnet hat, ist wieder mit an Bord. Trotz merkbar angepasster Orientierung bleibt also auch Project Cars 3 offenbar wieder unverkennbar ein Project Cars.

GamePro-Einschätzung

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Entwickler Slightly Mad schraubt bei Project Cars 3 vor allem am Drumherum. Gut so, denn dort hatte die Serie insbesondere im Vergleich zu Forza Motorsport noch Nachholbedarf. Zwar wirkt die Präsentation der neuen Kampagne immer noch etwas trocken, durch die stetigen Belohnungen und das PIR-System kann ich mir aber gut vorstellen, dass hier auch Neulinge angezogen werden könnten.

Viele der Neuerungen bringen PC3 meiner Meinung nach allerdings nur auf den gleichen Level wie Forza Motorsport 7, ob es daran auch vorbeiziehen kann, muss sich erst noch zeigen. Veteranen und Kenner der ersten beiden Teile schwören allerdings auf das Fahrverhalten und dürften auch beim dritten Project Cars wieder auf der sicheren Seite sein.

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