PS5 vs. Xbox Series X: Phil Spencer spricht sich gegen Konsolen-Krieg aus

Xbox-Chef Phil Spencer findet die Gräben zwischen Konsolen-Fans mit am schlimmsten, wenn es um die Gaming-Industrie geht. Es sei das einzige, was ihn zum Aufhören bringen könnte.

von David Molke,
25.11.2020 17:02 Uhr

Bei PlayStation- und Xbox-Fans ist es am Schlimmsten, aber auch bei Nintendo oder PC-Spielern sind die absurden Lagerbildungen zu beobachten. Bei PlayStation- und Xbox-Fans ist es am Schlimmsten, aber auch bei Nintendo oder PC-Spielern sind die absurden Lagerbildungen zu beobachten.

Xbox-Chef Phil Spencer kann den Grabenkämpfen zwischen PlayStation- und Xbox-Fans überhaupt nichts abgewinnen. Ganz im Gegenteil: Er findet diesen Konsolenkrieg oder Tribalismus, wie er es nennt, einfach nur ätzend und erklärt, es sei eine der schlimmsten Sachen, die es in der gesamten Gaming-Branche gibt. Es sei sogar das einzige, was ihn eventuell irgendwann einmal dazu bewegen könnte, der Industrie den Rücken zu kehren.

Xbox-Chef Phil Spencer kann Grabenkämpfe im Konsolenkrieg nicht nachvollziehen

Darum geht's: Viele Menschen verteidigen ein teures Unterhaltungs-Produkt samt dem millionenschweren Unternehmen dahinter, als wäre es ihr eigenes Kind. Schlimmer noch: Sie greifen die vermeintliche Gegenseite an, als handele es sich bei denen nicht auch um Menschen. Dieses verklärte Fan-Sein verkehrt sich leider allzu oft in Hass, Missgunst und toxisches Verhalten.

Das lässt sich insbesondere bei Anlässen wie dem jüngst über die Bühne gegangenen Next Gen-Launch beobachten. Viele PlayStation 5-Fans machen die Xbox Series X schlecht und umgekehrt. Aber anstatt sachlich zu diskutieren, wird emotional argumentiert, beleidigt und gehasst.

Kein Verständnis: Auch der Xbox-Chef Phil Spencer findet dieses Verhalten nicht nur unangebracht, sondern hält es für einen der schlimmsten Aspekte an der gesamten Videospiele-Industrie. Er bezeichnet die sogenannten Konsolenkriege als "Tribalismus", also eine Art Stammeszugehörigkeit, was die Sache ziemlich gut trifft (via The Verge).

"Dieser Tribalismus in der Industrie – falls es jemals etwas geben sollte, dass mich aus der Industrie vertreibt, ist es tatsächlich das."

Der Xbox-Chef spricht dabei über den harten und lauten Kern derjenigen, die ein anderes Unterhaltungsprodukt einfach wirklich hassen würden.

"Das wirkt auf mich so abstoßend. Für mich ist das eine der schlimmsten Sachen an unserer Industrie."

Nicht zum ersten Mal: Microsofts Phil Spencer hat ähnliche Aussagen in den letzten Jahren immer wieder getätigt. 2019 betonte er beispielsweise, es müsse Sony nicht schlecht gehen, damit es Microsoft gut gehe. Dabei wurden auch die guten Beziehungen untereinander betont:

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Im The Verge-Interview wiederholt Phil Spencer dann auch nochmal sein Statement, dass PlayStation und Sony keine Konkurrenz seien. Anfang des Jahres führte der Xbox-Chef Google und Amazon als tatsächliche Konkurrenten an, dieses Mal formuliert er es so:

"Wir sind in der Unterhaltungsindustrie. Der größte Konkurrent, den wir haben, ist die Apathie im Hinblick auf unsere Produkte, Services und Spiele, die wir bauen."

Ebenfalls in dem Gespräch mit The Verge hat Phil Spencer auch verraten, dass Microsoft innerhalb der nächsten 12 Monate wohl eine Xbox-App für Smart-TVs anbieten will. Dann könnte der Game Pass per xCloud-Streaming direkt am Fernseher genutzt werden, komplett ohne Zusatzkonsole.

Was könnten wir alle gemeinsam gegen die nicht enden wollenden Grabenkämpfe zwischen Videospiel-Fans unternehmen? Oder stört euch der sogenannte "Konsolenkrieg" nicht?

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