PSN-Account gehackt - So schützt ihr euren Account & vermeidet eine Sperrung

Wie vermeidet ihr, dass jemand euren PSN-Account übernimmt? Und was tut ihr, wenn es doch passiert?

von Ann-Kathrin Kuhls,
28.12.2019 13:39 Uhr

Wie schützt ihr euer PSN-Konto? Wie schützt ihr euer PSN-Konto?

Immer wieder verlieren User die Kontrolle über ihren PSN-Account. Dann werden Passwörter geändert, große Mengen an Geld für Spiele ausgegeben und die Geschädigten riskieren nicht nur das eingesetzte Geld, sondern auch den eigenen Account dauerhaft zu verlieren. Wir zeigen euch, was ihr machen müsst, wenn euer Account gehackt wurde, und was ihr im Vorfeld machen könnt, damit es erst gar nicht so weit kommt.

PSN-Account gehackt - was tun?

Wenn ihr auf einmal Mails von SEN (Sony Entertainment Network) bekommt mit Käufen, die ihr nicht getätigt habt, oder ihr euch nicht mehr in euren Account einloggen könnt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich ein Dritter illegal Zugang zu dem Account verschafft hat. Ihr habt jetzt mehrere Möglichkeiten:

Account gehackt - Erste Schritte

Auf ihrer offiziellen Supportseite rät PlayStation zunächst zu mehreren Schritten um sicherzugehen, dass es sich wirklich um eine böswillige Aktion handelt:

  • Wurde Guthaben automatisch aufgeladen?
  • Wurde die Kreditkarte zweimal belastet?
  • Hat jemand aus meinem Umfeld etwas mit meinem Account gekauft?

Wenn keine der Möglichkeiten zutrifft, gilt es im zweiten Schritt, direkt mit Sony in Kontakt zu treten.

  • Versucht, die Passwörter zurückzusetzen
  • Setzt euch mit dem Kundendienst in Verbindung. Die aktuelle Rufnummer ist auf der Supportseite hinterlegt, wir empfehlen direkten Kontakt mit den Mitarbeitern und keine Nachricht via Mail
  • Haltet für das Telefonat folgende Informationen bereit: PSN-ID (Benutzername), Anmelde-ID (Mailadresse), Geburtsdatum, Einzelheiten möglicher Käufe (Bestellnummer, Datum, Bezeichnung und Gesamtpreis)

Den Erfahrungen vieler Nutzer nach ist der Kundendienst sehr kulant und ermöglicht es, die Kosten zu erstatten. Am einfachsten ist das, wenn die Spiele noch nicht gespielt wurden.

Hinterlegte Kreditkarte oder Paypal-Account

Achtung: Im Netz raten viele davon ab, eine mögliche hinterlegte Kreditkarte sperren zu lassen oder die Verbindung zu PayPal zu kappen. Denn ausstehende oder unterlassene Zahlungen können zu einer permanenten Sperrung des PSN-Accounts führen. Zwar wird die Sperrung aufgehoben, sobald die Schulden beglichen wurden, bis dahin kann es jedoch ein wenig dauern.

Außerdem werden mit einer Sperrung der Kreditkarte nicht nur die Zahlungen an das PSN, sondern auch alle anderen Dienste unterbrochen, die vielleicht angemeldet sind, wie beispielsweise Netflix, Xbox Live Gold oder Nintendo Online.

Achtet genau darauf, wer Zugang zu euren Kontodaten hat. Achtet genau darauf, wer Zugang zu euren Kontodaten hat.

Was jedoch möglich ist, ist die Bank (oder die Kreditkartenhotline) anzurufen und eine vorläufige Sperrung zu beantragen. So kann weiterer Schaden vermieden werden und die Karte für die Abbuchungen anderer Dienste, die meist zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden, rechtzeitig wieder freigegeben werden.

Beim Paypal Account reicht es lediglich, Mailadresse und Passwort zu ändern, sodass diese bei der nächsten Nutzung über den PlayStation Store neu angegeben werden müssten - was niemand außer euch kann, da ihr euch die Daten gerade aus dem Ärmel geschüttelt habt.

Ändert alle Passwörter

Einer der wichtigsten Schritte betrifft eure übrigen Online-Accounts:

Ändert alle Passwörter bei Accounts, die die selbe Mail- und Passwortkombination verwenden.

Wir wissen, dass die meisten von euch das sowieso nicht tun. Aber manchmal siegt eben die Faulheit und wenn Kriminelle einmal eure Daten haben, können sie sie überall ausprobieren, bis sie einen Treffer landen.

"!KratosROCKT2813" ist schwerer zu merken, aber dafür ein sehr viel sichereres Passowrt als "Passwort123". "!KratosROCKT2813" ist schwerer zu merken, aber dafür ein sehr viel sichereres Passowrt als "Passwort123".

Hacks vermeiden - Account schützen

Damit das alles gar nicht erst passiert gibt es ein paar Schritte, mit denen ihr euren Account zusätzlich schützen könnt.

  • Ändert eure Passwörter regelmäßig, benutzt nicht überall das selbe und denkt euch Passwörter mit Groß- und Kleinschreibung sowie Zahlen-, Buchstaben- und Sonderzeichenkombinationen aus.
  • Überlegt euch, ob ihr bei allen Diensten wirklich eure Kreditkarte hinterlegen wollt. Zwar ist es anstrengender, die Nummern jedes Mal neu einzugeben, aber wenn ihr sie nirgendwo speichert, kann sie auch niemand anderes benutzen.
  • Nutzt die zweistufige Verifizierung: Ist diese aktiviert, wird bei jeder Anmeldung auf einem neuen Gerät ein einmaliger Code an euer Handy geschickt, den ihr dann eingeben müsst. So kommt niemand nur mit euren Daten in den Account. Sitzt jemand an einer bereits aktivierten Konsole und kauft dort ein, habt ihr ganz andere Probleme, denn dann kennt ihr den Dieb sehr wahrscheinlich persönlich.
  • Meldet ihr euch an einer fremden Konsole an, müsst ihr dort auf jeden Fall eine der geschützten Optionen zur Anmeldung auswählen. Stellt sicher, dass erst ein Passwort eingegeben werden muss, um von dieser anderen Konsole auf euren Account zuzugreifen.

Zusatzinfo: Seid vorsichtig, was ihr teilt

Hacker brauchen nicht unbedingt euer Passwort, um Zugriff zu eurem Account zu bekommen. Es reicht schon, wenn ihr einfach sehr viel per sozialer Medien teilt. Nutzt jemand diese Informationen, um andere zu betrügen, nennt man das Social Engineering.

Ein Beispiel: Wenn euer Passwort fremd geändert wurde, ruft ihr beim Kundendienst an, gebt ihm den Namen, euer Geburtsdatum, die Mailadresse und die letzten Käufe. Das alles kann jedoch auch online nachgesehen und von anderen ausgenutzt werden.

Euren Namen und das Geburtsdatum von Twitter oder Facebook, die Mailadresse von Kontaktformularen oder Fishing-Seiten und die letzten Käufe mittels der Anzeige der kürzlich gespielten Spiele auf eurer PSN-Profilseite.

Schreibt ihr auf Twitter "Cool, zum 30ten habe ich mir Mittwoch erstmal HZD gegönnt!" weiß jeder mit einem Schlag euren Geburtstag und euren letzten Kauf im PSN-Store. Schreibt ihr auf Twitter "Cool, zum 30ten habe ich mir Mittwoch erstmal HZD gegönnt!" weiß jeder mit einem Schlag euren Geburtstag und euren letzten Kauf im PSN-Store.

Jetzt braucht es nur noch ein überzeugendes Auftreten und einen leichtgläubigen Kundendienstmitarbeiter und schon liegt euer Account in fremder Hand. Überlegt euch also vorher, was ihr in die Welt hinausposaunt und welche Fakten ihr lieber für euch behaltet.

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass wir Kundendienstmitarbeiter nicht generell für leichtgläubig halten. Aber ihr würdet euch wundern, womit charismatische Menschen so alles durchkommen.

Serienmörder Jeffrey Dahmer beispielsweise kam mit einer Leiche auf seiner Rückbank durch eine Polizeikontrolle, weil er besonders überzeugend wirkte. Vertraut also nicht auf andere, sondern schützt eure Daten selbst.

Habt ihr noch Tipps für einen sicheren Account?

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