PSVR 2 kommt mit Foveated Rendering und sorgt so für ein schärferes Bild

Sonys kommendes Virtual Reality-System setzt unter anderem auf Foveated Rendering, was im VR-Bereich bislang kaum zum Einsatz kam.

von Tobias Veltin,
06.01.2022 07:30 Uhr

Das PSVR2-Headset ist im Vergleich zum Vorgänger auf diesem Bild technisch deutlich weiter entwickelt. Das PSVR2-Headset ist im Vergleich zum Vorgänger auf diesem Bild technisch deutlich weiter entwickelt.

Obwohl schon seit Anfang 2021 bekannt war, dass Sony an einem neuen VR-Headset arbeitet, hat Sony nun endlich den offiziellen Namen - PSVR 2 - und erste technische Details zum Headset und den Controllern veröffentlicht. Im Rahmen der CES 2022 wurde unter anderem bekannt gegeben, dass das System 4K HDR, ein größeres Sichtfeld und ein integriertes OLED-Display bieten wird.

Wer die technischen Spezifikationen durchliest, stolpert womöglich über den Begriff "Foveated Rendering". Klingt erstmal ziemlich unspektakulär, ist im VR-Bereich aber erwähnenswert, weil es in PSVR 2 erstmals wirklich richtig zum Einsatz kommen bzw. genutzt werden dürfte.

Was ist Foveated Rendering eigentlich?

Beim Foveated Rendering handelt es sich um eine Technologie, die in der Lage ist, auf Basis der Blickrichtung des menschlichen Auges bestimmte Bereiche der VR-Spielwelt scharf und detailliert darzustellen - nämlich die, auf die das Auge gerade fokussiert ist - und diese Detailfülle in anderen und "nicht beachteten" Bereichen zu reduzieren.

Seinen Namen hat die Technik von einem Teil des menschlichen Auges. Die Fovea Centralis, die im deutschen auch "Sehgrube" heißt, ist der Bereich auf der Netzhaut, mit dem wir am schärfsten sehen können (via DocCheck). Sie ist dafür verantwortlich, dass wir unseren Blick auf bestimmte Dinge fokussieren können - zum Beispiel, wenn wir ein Buch lesen.

Foveated Rendering funktioniert nach demselben Prinzip, benötigt dafür allerdings auch ein Eye-Tracking-System, das erkennt, wo unser Auge unter dem Headset gerade hinblickt. Diese Technologie besitzt PSVR 2 ebenfalls und kann so erkennen, auf welche Stelle die Fovea Centralis fokussiert ist - beispielsweise das Bein eines gigantischen Langhalses in Horizon Call of the Mountain.

Horizon Call of the Mountain - Erster Teaser-Trailer zu Guerrillas PSVR2-Abenteuer 1:51 Horizon Call of the Mountain - Erster Teaser-Trailer zu Guerrillas PSVR2-Abenteuer

Das ist der Vorteil der Technologie

Dadurch, dass aufgrund des Foveated Renderings nur bestimmte Teile des Spiels detaillierter gerendert werden, reduziert das generell die Renderlast und ermöglicht Entwickler*innen dadurch etwa, mehr Rechen-Ressourcen für andere Bereiche des Spiels zur Verfügung zu haben, beispielsweise eine konstante und höhere Framerate. Dem VR-Spieler oder der VR-Spielerin selbst wird das dagegen vermutlich nicht auffallen, weil das Auge die entsprechenden Bereiche ohnehin "ausblendet".

Neu oder gar PSVR 2-exklusiv ist Foveated Rendering allerdings nicht. Die Technologie gibt es schon seit etwa 10 Jahren und kam bislang in einigen Development Kits (z.B. vom Snapdragon 835 VRDK) zum Einsatz. In Sonys kommendem VR-Headset dürfte es allerdings erstmals richtig und für eine größere Zielgruppe genutzt werden, was es wiederum zu einer Besonderheit werden lässt.

Sony hat bislang weder einen Release-Termin noch einen Preis für PSVR 2 genannt, auch Bilder vom Headset gibt es bisher nicht. Mehr zum System erfahrt ihr in unserem Spec-Artikel zur PSVR 2.

Klingt cool, oder? Was haltet ihr von dieser Technologie?

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