Die meisten von euch werden das Kürzel PSX wahrscheinlich am ehesten mit der PlayStation 1 verbinden. Anfangs wollte Sony die Konsole noch so nennen, um sie von einer gescheiterten Nintendo-Kooperation abzugrenzen. Dazu kam es bekanntlich nie. 2003 erschien dann aber tatsächlich eine Konsole mit der Abkürzung und die ist aufgrund ihrer einzigartigen Funktionen unter Sammlern ziemlich beliebt.
Allerdings hat sie einige Mankos, wie auch dieser Redditor herausfunden musste. Dabei wollte er einfach nur ein paar PS2-Spiele darauf zocken.
Die PSX ist ein legendäres Stück Sony-Geschichte
Die Modellreihen DESR-5000 und DESR-7000 wurden exklusiv in Japan auf den Markt gebracht und sind der PlayStation X zugehörig – eine Kombination aus PlayStation 2 und digitalem Videorekorder (DVR). PS1- und PS2-Spiele konnten ganz einfach über das DVD-Laufwerk eingelegt und gestartet werden, Controller-Anschlüsse befinden sich an der Rückseite.
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Zudem ist es möglich, analoge TV-Sendungen auf der eingebauten 160 beziehungsweise 250-Gigabyte-Festplatte oder auf einer DVD aufzunehmen. Das Laufwerk hatte also eine eingebaute Brennerfunktion. Aufgrund ihres hohen Preises verkaufte sich die Konsole jedoch schleppend und schaffte somit nie den Sprung in den Westen.
Analoges Fernsehen wird heutzutage niemand mehr aufnehmen wollen, für Sammler*innen stecken aber dennoch ein paar interessante Features im sechs Kilogramm schweren Kiste: Ein VGA-Anschluss kann ein hochwertiges RGB-Signal übertragen, ein Internet-Port wurde verbaut und im Zusammenspiel mit der internen Festplatte könnten theoretisch MMOs wie Final Fantasy 11 gespielt werden.
Dementsprechend hochpreisig werden funktionierende PSX auf Gebrauchtplattformen gehandelt: Gut 500 bis 1000 Euro müsst ihr für ein Exemplar in ordentlichem Zustand blechen. Als 'defekt' deklarierte PSX schaffen es auf circa 150 Euro. Und die machen den Löwenanteil der Angebote aus, denn die sonderbare Konsole ist ungefähr so widerstandsfähig wie ein Kartenhäuschen.
Dieser Gaming-Fan kauft sich eine PSX - und muss erstmal schauen, wie er sie überhaupt zum Laufen kriegt
Welchen Preis der Redditor Sweet-Owl-7280 zahlen musste, geht nicht aus seinem Post hervor, lediglich, dass er Probleme hatte, Gran Turismo 3 auf dem weißen Kasten zum Laufen zu kriegen:
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Dass die PSX bei Spielen Probleme macht, ist wie bereits erwähnt aber nicht ungewöhnlich. Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Hardware-Komponenten:
Fallstrick #1: das DVD-Laufwerk
Wie bei vielen anderen Retro-Konsolen auch, streikt bei der PSX gern einmal der Laser im Disc-Laufwerk. Genauer gesagt stecken sogar zwei Laser im Gerät: Einer für die DVR-Funktion und einer für PS1- sowie PS2-Spiele.
Der Laser für die DVR-Funktion gilt als deutlich fragiler, allerdings ist er notwendig, da er identifiziert, ob es sich bei der einer Disc um einen DVD-Rohling oder ein PlayStation-Spiel handelt. Fällt der Erkennungsprozess fehl, startet auch das eingelegte Spiel nicht.
Genau daran scheiterte auch die PSX von Sweet-Owl-7280. Aber es gibt dafür einen Fix: Wie in einem zweiten Post von der Person beschrieben, kann über eine modifizierte Memory Card der sogenannte MechaPwn-Exploit gestartet werden. Der Exploit hebelt den sogenannten MechaCon-Chip aus, der die Funktionsweise des Laufwerks steuert, und sorgt dafür, dass die Disc ohne Identifikation geladen wird.
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Gleichzeitig hebelt der MechaPwn-Exploit auch noch den Region-Lock der Konsole aus, der selbst bei einem funktionieren Laufwerk verhindert hätte, dass Spiele aus den USA oder Europa auf der japanischen Konsole laufen.
Fallstrick #2: die Festplatte
Die mechanischen HDDs in älteren Geräten sind nicht für die Ewigkeit gebaut und fallen aus, wenn sie in der Vergangenheit zu viel oder über Dekaden hinweg gar nicht genutzt wurden. Passiert das bei einer PSX, bleibt der Bildschirm nach dem Boot komplett schwarz, es geht also nichts mehr.
Da die Festplatten der PSX stark verschlüsselt sind, lassen sie sich auch nicht einfach mit herkömmlichen Mitteln austauschen. Seit wenigen Wochen gibt es aber eine Lösung in Form eines Adapters, der den IDE-Steckplatz der Festplatte um einen MicroSD-Slot erweitert. Über einen auf dem Adapter angebrachten Chip wird der PSX das Signal gegeben, dass es sich bei der MicroSD um eine PSX-Festplatte handelt.
Wie genau das funktioniert, seht ihr beispielsweise in diesem Video von Macho Nacho Productions:
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Aktuell funktioniert der Trick nur bei Geräten der ersten Generation, zu der auch die PSX von Sweet-Owl-7280 gehört. Sollte es also mal zu Schwierigkeiten mit der Festplatte kommen, hat der PS2-Fan direkt eine Reparaturoption.
Habt ihr schon einmal von der PSX gehört? Hättet ihr vielleicht sogar Lust darauf, ebenfalls auf dem Gerät zu zocken?
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