PS5-Earbuds im Test: Den Kauf der Pulse Explore solltet ihr euch wirklich gut überlegen

Die neuen In Ear-Kopfhörer für PS5 sind da und haben im GamePro-Test einen recht gemischten Eindruck hinterlassen.

Die PULSE Explore für PS5 im Test. Die PULSE Explore für PS5 im Test.

Release: 06. Dezember Preis: 219,99 Euro Akkulaufzeit: 5 Stunden Zubehör: Ladestation, PlayStation Link, USB-C-Kabel (1,5m), 3x Ohrkappen-Set Noise Canceling: nein Transparent-Modus: nein 

Nach dem Release des DualSense Edge-Pro-Controllers, der PSVR 2-Virtual Reality-Brille, des Access Controllers und dem PlayStation Portal-Streaming Handheld hat Sony mit den Pulse Explore ein weiteres Zubehörteil für die PS5 veröffentlicht.

Diesmal gibt's mit alltagstauglichen Earbuds auf die Ohren und wir konnten eine Woche lang testen, für wen die In-Ear-Kopfhörer taugen und für wen eher nicht. 

Allerdings hat es uns Sony bei der Beantwortung der Frage nicht allzu leicht gemacht. Denn egal, ob ihr gemütliche*r Gelegenheitszocker*in seid oder tollen Sound für längere Gaming-Sessions braucht, ihr müsst Abstriche machen.    

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Pro
  • einfache Bedienbarkeit
  • geringe Latenz
  • Sound
  • Multi-Nutzung
Contra
  • Tragekomfort
  • Akkulaufzeit
  • wenig Funktionen (ANC etc.)
  • Verbindungsaussetzer

Bei der Bedienung können die PULSE Explore punkten

Sony setzt bei der drahtlosen Verbindung auf PlayStation Link. Den beiliegenden Dongle stöpselt ihr in den USB-Port eurer PS5 (oder alternativ PC/Mac), koppelt die Earbuds im Lade-Case per Tastendruck an den PlayStation Link-Stick und schon kann's losgehen!

Wollt ihr die In-Ears zudem mit eurem PlayStation Portal oder einem Smartphone nutzen, ist das ebenfalls problemlos möglich und fix erledigt. Während in Sonys Streaming-Handheld die PlayStation Link-Technologie bereits fest verbaut ist, nutzt ihr über euer Handy schlicht die Bluetooth-Suche für die Kopplung. 

Auch schön: Habt ihr einen zweiten PS Link-Dongle, könnt ihr flott zwischen PC/Mac und PS5 wechseln. Dank Multi-Nutzung könnt ihr zudem via Bluetooth simultan spielen und beispielsweise am Handy telefonieren oder Musik hören. 

PS Link Die PlayStation Link-Technologie steht für geringe Latenz beim Spielen und ist bereits in eurer PS Portal integriert.

Case Durch das mitgelieferte Lade-Case könnt ihr weitere zehn Stunden Laufzeit herausholen.

Unkompliziert und leicht zu nutzen sind auch die Bedienelemente an den Earbuds. Neben einem Knopf fürs Pairing, kann die Lautstärke gut erreichbar entweder leiser oder lauter gestellt werden. Weitere Funktionen gibt es nicht, auf eine Steuerung per Gesten wurde komplett verzichtet.

Weitere Argumente für die PlayStation Earbuds

Niedrige Latenz dank PlayStation Link: Sony beschreibt die hauseigene Link-Technologie als "verlustfreie und blitzschnelle drahtlose Verbindung". Im Test wurde der Sound ohne spürbare Verzögerung übermittelt, was vor allem für kompetitive Spieler*innen interessant sein dürfte. 

Toller Sound mit einem Makel: Ob Spiel-Sound, Musikwiedergabe oder beim Hören von Podcasts, dank planarer Lautsprecher liefern die PULSE Explore ein für Earbuds sehr gutes Klangerlebnis mit fein ausgearbeiteten Details. Wer jedoch viel Wert auf wummernde Bässe legt, könnte enttäuscht werden Dahingehend fehlt es klar an Wucht. 

Was sind planare Lautsprecher? Im Gegensatz zu vielfach verwendeten, dynamischen Treibern, wird die klangerzeugende Membran in planaren Kopfhören nicht über eine Spule in Bewegung versetzt, sondern mittels eines eingearbeiteten Metallfadens. Dessen Schwingungen werden durch zwei an den Seiten angebrachte Magneten erzeugt. Die Komponenten bringen ein höheres Gewicht mit und  sind daher eigentlich nur in teurem Hi-Fi-Equipment zu finden.

Das verbaute Mikrofon im Sound-Check

Wollt ihr die PULSE Explore für Mehrspieler-Partien oder via PC/Smartphone für Anrufe nutzen, könnt ihr euch hier einen Eindruck vom verbauten Mikrofon machen. Als direkten Vergleich nutzen wir die Beats Fit Pro, die ihr aktuell für ca. 160-170 Euro bekommt und die zu unseren liebsten Earbuds in der Preiskategorie um 200 Euro zählen. 

Positiv sei angemerkt, dass die Geräuschunterdrückung des Mikrofons sehr gut greift und wir während Gesprächen kaum störende Nebengeräusche gehört haben.

Insgesamt ist die Sprachqualität jedoch recht dumpf und bestenfalls zweckmäßig. 

Tragekomfort: Schwer und wenig bequem

Wenn wir zum Tragekomfort kommen, bewegen wir uns in einem sehr subjektiven Bereich. Die PULSE Explore könnten euch also ziemlich gut passen – im Gegensatz zu uns.

Im Test konnte keines der drei im Lieferumfang enthaltenen, alternativen Ohrkappen-Paare bei längerer Verwendung ein zufriedenstellendes und bequemes Ergebnis liefern.

Der Grund dafür könnte unter anderem das recht klobige und wenig dezente Design der PULSE Explore sein. Hier ein Größenvergleich mit den Beats Fit Pro:

Die PULSE Explore sind echte Brocken. Die PULSE Explore sind echte Brocken.

Wie internationale Tests den Tragekomfort beurteilen, könnt ihr unter anderem in folgendem Artikel nachlesen:

Bei der Akkulaufzeit schwächeln die PULSE Explore deutlich

Im Test konnten wir die PS5-Earbuds 5 Stunden und 4 Minuten am Stück einsetzen, was auch den offiziellen Angaben von Sony entspricht. Das mitgelieferte Lade-Case, in dem ihr die Earbuds auch verstauen könnt, kann bei vollständiger Aufladung weitere 10 Stunden herausholen.

Im direkten Vergleich mit den Sony INZONE Buds (12 Stunden), die ihr ebenfalls via USB-C-Dongle an der PS5 nutzen könnt, und den Beats Fit Pro (circa 8-9 Stunden), enttäuscht die Akkulaufzeit der PULSE Explore.

Die vergleichsweise schlechten Werte könnten mit dem Fokus auf ein detailverliebtes Klangbild zu erklären sein. Planare Lautsprecher nehmen viel Raum ein, gleichzeitig einen größeren Akku zu verbauen, hätte die Earbuds wohl noch voluminöser werden lassen. 

Sony bringt ein neues PS5-Headset und Gaming-Buds, die das Pulse 3D alt aussehen lassen Video starten 1:43 Sony bringt ein neues PS5-Headset und Gaming-Buds, die das Pulse 3D alt aussehen lassen

Den Pulse Explore mangelt es an Features

Deutliche Abstriche müsst ihr übrigens bei den Funktionen der PULSE Explore machen. Weder bieten die Earbuds Active-Noise-Canceling (ANC), noch einen Transparent-Modus, mit dem ihr via schnellem Knopfdruck auf Geräusche in eurer Umgebung umschaltet – beispielsweise wenn eine Person in eurer direkten Umgebung mit euch spricht.

Beide Funktionen hätten zum Preis von 220 Euro und im direkten Vergleich mit den INZONE Buds durchaus enthalten sein dürfen.

Überaus seltsam ist außerdem die Entscheidung von Sony gegen eine separate Sound- bzw. Equalizer-App, mit der sich das Klangerlebnis anpassen lässt. Selbst auf der PS5 könnt ihr lediglich die Lautstärke regulieren. 

So bekommt ihr dank der planaren Lautsprecher auf der einen Seite zwar ein tolles Klangerlebnis, könnt das auf der anderen jedoch nicht feinjustieren.

PULSE Explore<br>PlayStation Earbuds
PULSE Explore
PlayStation Earbuds
Wireless In-Ears
Die PlayStation PULSE Explore kommen mit dem latenzfreien PlayStation Link-Standard und sind mit dem PlayStation Portal kompatibel.
219,99 €
INZONE Buds<br>Wireless In-Ears
INZONE Buds
Wireless In-Ears
kompatibel mit PS5
Die INZONE Buds sind mit einer Vielzahl von Geräten kompatibel und verfügen über zahlreiche Funktionen wie eine aktive Geräuschunterdrückung. Mit PS Portal funktionieren sie nicht kabellos.
199,00 €

Wir hatten gelegentliche Probleme mit Disconnects

Als letzter negativer Punkt soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir auf einer Distanz von circa 2,5 Metern zur PS5 gelegentlich Mikro-Verbindungsabbrüche für eine 0,5 bis 1 Sekunde hatten. 

Pro Spielstunde kamen die ungefähr zweimal vor und eine erneute Verbindung wurde direkt automatisch wiederhergestellt. Verpasst ihr beispielsweise beim kompetitiven Spielen ein wichtiges Ton-Signal oder euch entgeht im Rollenspiel eine Dialogzeile, kann das auf Dauer enorm stören. 

Fazit der Redaktion

Dennis Michel
@DemiG0rgon

Die PULSE Explore haben bei mir einen recht gemischten Eindruck hinterlassen und zudem eine große Frage aufgeworfen: Wen spricht Sony hier an? 

Während auf der einen Seite ein größtenteils tolles Klangerlebnis mit niedriger Latenz geboten wird – was die Earbuds speziell für kompetitive Spieler interessant macht – stehen auf der anderen Seite die für Vielzocker recht geringe Akkulaufzeit und gelegentliche Verbindungsabbrüche. 

Fühlt ihr euch jedoch auf der PS5 pudelwohl und wollt diese um Earbuds ergänzen oder die PULSE Explore überwiegend mit der PlayStation Portal nutzen, seid ihr sicher gut bedient. 

Überlegt euch aber gut, ob ihr die Abstriche, auch im Bereich der recht geringen Funktionsvielfalt, für einen Preis von aktuell 220 Euro in Kauf nehmen könnt – denn ihr könntet genauso gut auch zu den INZONE Buds für knapp 190 Euro greifen, die ebenfalls kaum Latenz aufweisen und ähnlich gut klingen.

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