Dieser Gratis-Shooter ist nur 100 MB groß – und sieht so realistisch aus, dass er uns die Zukunft der Videospiel-Grafik erahnen lässt

Der Shooter an sich wirkt eher wie eine Machbarkeitsstudie als wie ein spaßiges Spiel, aber es ist auch die Technik dahinter, die wirklich spannend ist.

Das sieht schon ziemlich vielversprechend aus, ist aber natürlich nur ein erster Blick auf die neue Grafik-Art. Das sieht schon ziemlich vielversprechend aus, ist aber natürlich nur ein erster Blick auf die neue Grafik-Art.

Fotorealismus ist das schier unerreichbare Ziel vieler Spiele-Programmierer*innen, das ab und zu mal in scheinbar greifbare Nähe rückt – und im Rückblick meist doch nicht das Wahre war. Einen völlig neuen Ansatz liefern die Macher dieses kostenlosen Shooters, den ihr jetzt schon in eurem Browser ausprobieren könnt.

Fast Fotorealismus – ist das die Grafik von morgen?

Die Bilder erinnern erst einmal an Unrecord oder Bodycam und das Shooter-Gameplay an sich dürfte auch niemanden vom Hocker reißen. Aber das Besondere an diesem Spiel ist die Art und Weise, wie es gemacht wurde. Außerdem ist es lediglich 100 MB groß. Im Gegensatz zu den 100 GB heutiger Open World-Brecher eine echte Wohltat und vielversprechende Zukunftsmusik.

Video starten 1:26 Neue Grafiktechnik zaubert extrem realistischen Look auf den Bildschirm

Der grundlegende Unterschied wird beim Anschauen des Endprodukts gar nicht sofort deutlich. Aber was da unter der Haube passiert, funktioniert ganz anders als eigentlich alle anderen Spiele. 3D-Grafik besteht normalerweise nämlich aus Polygonen oder Voxel, also einer Art Gerüst aus Oberflächen, die zusammen feste Gegenstände bilden.

Bei 3D Gaussian Splatting wird stattdessen eher mit einer Art Spraydose gearbeitet. Hier werden dreidimensionale, ovale Ellipsoide genutzt, die Eigenschaften wie Position, Form, Farbe und Transparenz innehaben und speichern können. Diese Dinger werden dann im dreidimensionalen Raum verteilt und können ein extrem realistisches Bild erschaffen.

Das Ganze hatte bisher aber ein großes Problem: keine Kollision. Es gab zwar sozusagen den Look, aber keine Physik, keinen Raum, in dem ihr euch bewegen konntet, keine Architektur, die im Weg stehen konnte, wenn mit dieser Technik eine dreidimensionale Spielwelt erschaffen wurde. Aber das ändert sich jetzt.

Die Menschen hinter dem kostenlosen 3D Gaussian Splatting-Shooter namens Sumygin haben das Problem gelöst, indem sie ein Tool aus den optischen Daten auch noch ein Kollisionsmodell anfertigen lassen. Aus einem echten, eingescannten Gebäude konnte dann auch ein begehbares 3D-Modell mit Kollision und Geometrie geformt werden.

Das Ergebnis kann sich offensichtlich sehen lassen. Dass es außerdem mit einer Größe von unter 100 MB auskommt, grenzt förmlich an ein Wunder und ist dem neuen technischen Ansatz zu verdanken. Klassische Texturen würden ein Vielfaches des Speicherplatzes in Anspruch nehmen.

Aber perfekt funktioniert das Ganze natürlich noch nicht. Bei genauerem Hinsehen wirken die Wände und das, was auf ihnen zu sehen ist, meist sehr verwaschen und detailarm. Es dauert also eindeutig noch etwas, bis die Technik richtig ausgereift ist, aber spannend wirkt es allemal und könnte ziemlich zukunftsweisend sein. Erst recht, wo SSDs immer teurer werden und Speicherplatz immer knapper ist.

Wie findet ihr den Look? Und vor allem: Die neue, platzsparende Technik dahinter?


Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.