Bericht: Skull & Bones sei "zu teuer, um zu scheitern" und noch immer im Alpha-Status (Update)

Die Entwicklung des Piraten-MMOs wurde bereits 2013 gestartet. Trotzdem befindet sich das Spiel im Alpha-Status. Dafür soll es mehrere Gründe geben.

von Jasmin Beverungen,
21.07.2021 16:28 Uhr

Volle Kraft voraus! Das gilt leider weniger für Skull & Bones. Volle Kraft voraus! Das gilt leider weniger für Skull & Bones.

Update: 21. Juli, 16:27 Uhr - Ubisoft hat sich in einem offiziellen Statement zum besagten Kotaku-Artikel über Skull & Bones geäußert:

"Das Team von Skull & Bones ist stolz auf seine Arbeit, die es seit dem letzten Update zu diesem Projekt geleistet hat. Die Produktion hat gerade die Alpha-Phase passiert und das Team freut sich darauf, weitere Details bekannt geben zu können, sobald die Zeit dazu gekommen ist. Jedwede unbegründete Spekulation über das Spiel oder über getroffene Entscheidungen führt zur Demoralisierung des Teams, das gerade intensiv daran arbeitet, eine neue, ambitionierte Marke zu entwickeln, die den Erwartungen unserer Spieler:innen gerecht wird."

"Im Laufe des letzten Jahres haben wir wesentliche Änderungen an unseren Richtlinien und Prozessen vorgenommen, um einen sicheren und integrativeren Arbeitsplatz zu schaffen, und unsere Teams zu befähigen, Spiele zu entwickeln, die die Vielfalt der Welt, in der wir leben, widerspiegeln. "

Originalmeldung: Das letzte Lebenszeichen des Piraten-Spiels Skull & Bones liegt schon eine ganze Weile zurück. Obwohl das Spiel bereits im Jahr 2018 erscheinen sollte, soll sich der Titel aktuell immer noch im Alpha-Status befinden. Ein Release soll aktuell für das Jahr 2022 angedacht sein.

Ein umfassender Bericht von Kotaku deckt nun auf, was die Gründe für die fortlaufende Verzögerung sind und warum auch ein Release im Jahr 2022 immer unwahrscheinlicher wird.

Skull & Bones ist ein Fass ohne Boden

Ursprünglich war Skull & Bones laut besagtem Bericht als Erweiterung von Assassin's Creed 4: Black Flag gedacht, konnte sich jedoch als MMO-Standalone durchsetzen.

Seit dem Start der Entwicklung vor rund 8 Jahren wurden bereits eine immens hohe Summe von 120 Millionen US-Dollar in das Spiel investiert, wie es darin ebenfalls heißt. Laut Ubisoft-Mitarbeitenden soll bereits zu viel Geld hineingeflossen sein, damit Ubisoft es fallenlässt:

"Keiner will zugeben, dass er es versaut hat. Es ist zu groß, um zu scheitern, genauso wie die Banken in den USA."

"Wäre Skull & Bones bei einem Konkurrenten, wäre es bereits 10 Mal gekillt worden."

Zum Vergleich: Der Mega-Blockbuster GTA 5 hat bereits mit rund 268 Millionen US-Dollar eine unvorstellbar hohe Summe verschlungen. Allerdings ging die Hälfte des Budgets für das Marketing drauf. Aktuell nähert sich Skull & Bones also mit vollen Segeln einem ähnlichen Hammer-Investment.

Normalerweise wird dem Entwicklerteam ein Bonus ausgezahlt, der sich an den Wertungen des Spiels orientiert. Mitarbeiter*innen der Assassin's Creed-Reihe erhalten beispielsweise in regelmäßigen Abständen ihren Bonus, während die Mitarbeitenden an Skull & Bones schon seit Längerem auf dem Trockenen sitzen. Das Projekt musste intern abgeschrieben werden, damit die Entwickler*innen eine Chance auf irgendeine Art von Auszahlung haben.

Wer noch nie etwas von Skull & Bones gehört hat, kann sich mit dem Trailer einen Ersteindruck verschaffen:

Skull & Bones im Gameplay-Trailer - Multiplayer-Seeschlachten und Beutejagd 5:29 Skull & Bones im Gameplay-Trailer - Multiplayer-Seeschlachten und Beutejagd

Zu viele Köche verderben den Brei

Was ist der Grund für die lange Entwicklungszeit? Aktuelle und ehemalige Ubisoft-Mitarbeiter*innen klagten darüber, dass seit Entwicklungsbeginn keine klare Vision von Skull & Bones existiert. Aufgrund zu vieler Manager*innen, unter denen ein Macht-Wettkampf ausgebrochen ist, wurde die Entwicklung jedes Jahr quasi neu gestartet.

Dementsprechend befindet sich das Spiel wohl noch in einem sehr frühen Stadium, es befinde sich noch immer im Alpha-Stadium. Das nimmt vor allem die Mitarbeiter*innen mit, die keinen Fortschritt in der Entwicklung sehen:

"Wenn Menschen vier oder fünf Jahre lang an etwas arbeiten, das nicht vorankommt, zerstört das jeden."

Das Spiel hat sich seit dem Entwicklungsbeginn stark gewandelt. Ursprünglich sollte das Spiel riesige Seeschlachten, eine Open World, PVP- und Koop-Multiplayer beinhalten. In einem späteren Bericht hieß es, dass der Titel zu einem Service-Game umfunktioniert werden solle. Außerdem soll der Titel Mikrotransaktionen enthalten, eine klassische Kampagne sucht man dagegen vergebens.

Die letzten Lebenszeichen von Skull & Bones seht ihr auf GamePro:

Darum geht es in Skull & Bones

Im Multiplayer-Seeschlachten-Spiel Skull & Bones legen sich Spieler*innen mit anderen Seeräuber*innen und deren Flotten an. Im Schatzjagd-Modus treten zwei Teams aus jeweils fünf Mitgliedern gegeneinander an, ihr könnt aber auch allein lossegeln.

In einer Shared-World trefft ihr dann sowohl auf KI-Gegner als auch auf menschliche Mitspieler*innen, die ihr bekämpfen oder mit denen ihr gemeinsame Sache machen könnt, um auch den fettesten Schatzgaleonen ihre Fracht abzunehmen. Wie genau die Singleplayer-Story-Inhalte mit dem obligatorischen Multiplayer verbunden sind, wissen wir aktuell noch nicht.

Denkt ihr, dass Skull & Bones noch eine Zukunft hat?

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