In I Was a Teenage Exocolonist treffen RPGs, Dating und Kartenspiele aufeinander

I Was a Teenage Exocolonist ist Rollenspiel, Dating-Simulator und Deck-Builder in einem und stellt große Fragen über die Zukunft der Menschheit. Wir stellen euch den Genre-Hybriden vor.

Wir stellen euch I Was a Teenage Exocolonist vor, eine Mischung aus Rollenspiel, Dating-Simulator und Deck-Builder. Wir stellen euch I Was a Teenage Exocolonist vor, eine Mischung aus Rollenspiel, Dating-Simulator und Deck-Builder.

Genre: Narrative RPG Entwickler: Northway Games Plattform: PC, Mac, PlayStation 4, PlayStation 5, Switch Release: 25. August

Ob Shooter mit Rollenspielelementen wie Borderlands, Hack and Slays mit Strategie-Einschlag wie Brutal Legend oder Rennspiele mit riesigen Fußbällen wie Rocket League – Genre-Hybride sind nichts Neues. I Was a Teenage Exocolonist legt noch einen drauf. Das Computer-Rollenspiel bedient sich bei Dating-Simulatoren, RPGs und Deck-Buildern. Das steckt hinter der ungewöhnlichen Mischung.

Darum geht’s in I Was a Teenage Exocolonist

In I Was a Teenage Exocolonist spielen wir ein 10-jähriges Kind, das zur ersten Generation gehört, die in einer jungen Weltraumkolonie aufwächst. Aufgebaut von unseren Eltern, soll hier ein angenehmeres Leben als auf der mittlerweile kaum bewohnbaren Erde auf uns warten. 

Verpackt ist die insgesamt zehn Jahre umspannende Coming-of-Age-Geschichte als textfokussiertes Point-and-Click-Rollenspiel mit bildschöner handgezeichneter Grafik. Unsere Kindheitstage verbringen wir hauptsächlich in der Kolonie, können die Schule besuchen, auf dem Feld helfen oder Pakete ausliefern. Im Jugendalter gilt es dann, den fremden Planeten zu erkunden und unseren Platz in der Gesellschaft zu finden. Was wir aber letztendlich machen, überlässt I Was a Teenage Exocolonist ganz uns.

Die Idylle trügt jedoch. Es warten düstere Geheimnisse, denen wir auf den Grund gehen müssen, und das Leben in der Kolonie ist alles andere als sicher. Manche Charaktere sterben, wenn wir sie nicht retten, bei anderen lässt es sich nicht verhindern.

I Was a Teenage Exocolonist zeigt seine charmante Optik im Trailer 1:30 I Was a Teenage Exocolonist zeigt seine charmante Optik im Trailer

Was macht I Was a Teenage Exocolonist besonders?

I Was a Teenage Exocolonist fällt vor allem durch seinen spielmechanischen Umfang auf. Den klassischen Rollenspiel-Kern bilden drei Talentgruppen – Sozial, Mental und Physisch – mit jeweils vier Fähigkeiten, wie Empathie, logisches Denken oder Zähigkeit.

Hier kommt der Deck-Building-Aspekt ins Spiel. Die Werte dafür verbessern wir mit einem lose an Poker angelehnten Kartenspiel. Dabei müssen wir Spielkarten mit verschiedenen Farben und Zahlenwerten möglichst geschickt auslegen, um eine vorgegebene Punktzahl zu überbieten. 

Freund*innen Mit uns leben weitere Kinder in der Kolonie, die Freund*innen fürs Leben werden können.

Die Kartenspielmechanik Die "Skill Checks" müssen wir selbst mit einem Kartenspiel bestehen.

Vergangenheit der Spielwelt Im Schulunterricht lernen wir, warum unsere Eltern überhaupt ins Weltall flüchteten.

Trügerische Idylle Immer wieder plagen uns Albträume über das Ende der Kolonie, die überraschend vertraut wirken.

Mit den Verbesserungen schalten wir einerseits neue Dialogoptionen oder Jobs frei und lernen andererseits die anderen Kinder der Kolonie näher kennen. Sie alle haben unterschiedliche Interessen und Ideale, die sich an den Talentgruppen orientieren. Wenn wir ihre Ansichten teilen und die Fähigkeiten weit genug ausbauen, können Freundschaften fürs Leben entstehen – oder sogar Liebe. Sich früh zu spezialisieren, lohnt sich also.

Für wen eignet sich I Was a Teenage Exocolonist?

Grundsätzlich richtet sich das Spiel an alle. Via Slider bestimmen wir unabhängig voneinander die Pronomen und ob unser Charakter später eher feminin, maskulin oder androgyn aussieht. Die Dating-Mechanik erlaubt diverse Beziehungsmodelle und auch ein breites Spektrum an Identitäten deckt der Cast ab. Im Hauptmenü warten genaue Content-Warnungen, sodass etwaige Trigger im Vorfeld klar sind. 

Neben Lesefreude ist vor allem Durchhaltevermögen Pflicht. I Was a Teenage Exocolonist ist ein “Slow Burner”, die Story und Charaktere entfalten sich also nur langsam. Bis zum Abspann vergehen mindestens 20 Stunden. Und wenn es soweit ist, warten knapp 30 weitere Enden – hier könnt ihr versuchen, noch das ein oder andere Leben zu retten.

Fazit der Redaktion

Erik Körner
@snoopykoira


In den ersten Spielminuten war ich etwas besorgt. Über 200 Karten, rund 30 Enden, 25 Jobs, die Genre-Mischung, der Themenspagat aus Coming-of-Age-Geschichte und politischem Kommentar über die Zukunft der Menschheit: Ist das nicht ein bisschen viel? Am Ende hat mich I Was a Teenage Exocolonist aber positiv überrascht.

Trotz Umfang und offensichtlich großen Ambitionen übernimmt es sich nicht selbst, die Einzelteile greifen elegant ineinander. Mich stört nur, dass sich die Dialoge und Story generell gern mal in Schwatzerei verlaufen, statt direkt zum Punkt zu kommen. Das macht gerade den Anfang zäher, als er hätte sein müssen. Wer sich da aber durchbeißt, bekommt ein zutiefst empathisches Gedankenspiel über unsere Zukunft.

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