Steam Machine: Valve gibt zu, dass es 'gute' und 'schlechte' Exemplare gibt

Aufgrund der RAM-Krise musste Valve auf eine Notlösung umsteigen, die vielen Steam Machines Performance kostet.

RAM ist zum großen Problem für Valve geworden. RAM ist zum großen Problem für Valve geworden.

Da ist sie also – die Steam Machine. Mit ihrem kompakten Design und der SteamOS-Oberfläche soll sie es sich neben eurem TV bequem machen, allerdings macht ihr die Speicherkrise deutlich zu schaffen. Für Valve war es laut Angaben des Unternehmens so gut wie unmöglich, an RAM zu kommen, geschweige denn zu annehmbaren Preisen.

Deshalb wurde der Software-Gigant sogar zu einer Notlösung gezwungen, die vielen Käufer*innen Performance kosten wird. Dabei ist gerade die relativ schwache Leistung auch so schon ein Kritikpunkt am Wohnzimmer-PC.

In vielen Steam Machines steckt langsamerer RAM

Gegenüber GamersNexus wurde von Valve bestätigt, dass viele Steam Machines mit einem 16 Gigabyte-RAM-Riegel ausgeliefert werden, andere wiederum mit zwei 8 Gigabyte-Riegeln. Sprich: Bei einigen Steam Machines läuft der Speicher im Single-Channel-Verfahren, bei anderen wiederum im Dual-Channel.

Video starten 1:00:20 Wird die nächste Steam Machine wieder zum Desaster für Valve?

Dual-Channel hat dabei einen klaren Vorteil: Über zwei Kanäle statt nur einem werden Daten von der CPU in den Speicher verschieben und wieder abgerufen, wodurch die Bandbreite effektiv verdoppelt wird.

Wie sich das in der Praxis auswirkt? Laut Valve "sollte der Unterschied nicht allzu groß sein". Und das bestätigen auch Tests, etwa von dem Youtuber Kreativecke, der in Spielen einen Vorsprung von circa 3 bis 7 Prozent bei einer Dual-Channel-Konfiguration gemessen hat.

Praktisch bewegen wir uns bei einem Spiel mit angestrebten 60 fps bei einer Differenz von 2 bis 4 fps. Der Unterschied ist nicht riesig und zudem von Spiel zu Spiel unterschiedlich, aber es gibt ihn definitiv.

Wohlgemerkt wurden die Messwerte von einem PC genommen, nicht von einer Steam Machine, dazu stehen Tests erst noch aus.

Cyberpunk 2077 ist eines der wenigen Spiele, die kaum vom Dual-Channel-Betrieb profitieren, bei anderen ist der Einfluss größer. Cyberpunk 2077 ist eines der wenigen Spiele, die kaum vom Dual-Channel-Betrieb profitieren, bei anderen ist der Einfluss größer.

Etwas härter trifft es außerdem Personen, die – wie von Valve explizit beworben – ihre Steam Machine auch zum Arbeiten nutzen wollen. Dort ist je nach Programm der Performance-Verlust deutlicher spürbar.

Laut Benchmarks von GamersNexus verlieren Simulationen in der Strömungsmechanik beispielsweise knapp 18 Prozent Performance bei einer Single-Channel-Konfiguration. Beim Videoschnitt sind es circa 5 Prozent und auch das Verschieben vieler Daten wird etwas verlangsamt.

Es gilt daher auch in diesem Bereich, dass ein Single-Channel-Stick nicht generell riesige Nachteile mit sich bringt, zumal die Steam Machine laut Tests ohnehin weit von einem "Workstation-Monster" entfernt ist, aber ein Performance-Verlust ist objektiv messbar.

Wichtig ist bei dem Ganzen zudem: Ihr zahlt für die Single-Channel-Machine dasselbe wie für die Dual-Channel-Variante und habt keine Kontrolle darüber, was ihr erhaltet.

"Wenn wir Nein sagen, hätten wir nie wieder von den RAM-Herstellern gehört"

Valve liefert im Interview mit GamersNexus auch direkt den Grund für die unterschiedlichen RAM-Konfigurationen: Es sei unmöglich gewesen, feste Verträge mit Samsung, SK.Hynix und Micron einzugehen, also die drei großen RAM-Hersteller.

Stattdessen wurde Valve auf monatlicher Basis ein Preis genannt, und wenn der nicht gezahlt wird, dann "höre man nie wieder etwas von den Herstellern". Für die haben nämlich gerade andere Unternehmen Priorität – sprich OpenAI, Anthropic, Google und Co.

Das Ziel war es für Valve aber, so viele Steam Machines wie möglich zu produzieren, wobei die Stückzahlen schon deutlich heruntergeschraubt werden mussten. Sony und Microsoft dürften es in der Hinsicht deutlich leichter haben, da sie als Hardware-Hersteller und KI-Entwickler viel besser mit der Speicherindustrie verzahnt sind und auch feste Verträge aushandeln können.

Kurzum: Über den Preis und die Verfügbarkeit hat Valve als "Underdog" im Hardware-Business keinerlei Kontrolle. Es wird sogar mit ein wenig Galgenhumor argumentiert, dass die Single-Channel-Konfiguration ja für all diejenigen eine gute Upgrade-Option wäre, die später dann noch einen weiteren RAM-Stick mit 16 Gigabyte in die Steam Machine stecken wollen.

Wie denkt ihr darüber? Wäre es für euch wichtiger überhaupt eine Steam Machine zu bekommen? Wie würdet ihr reagieren, wenn sie minimal langsamer als andere Exemplare ist?


Kommentare(1)
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