The Callisto Protocol hat mehr mit Barbie als mit PUBG gemein

Im Interview mit Dead Space-Schöpfer Glen Schofield konnten wir ihn über die Anfänge seiner Karriere befragen und wissen jetzt auch, dass seine Zukunft nur wenig mit PUBG zu tun hat.

von Dennis Michel,
16.06.2022 17:00 Uhr

Barbie und The Callisto Protocol haben eine entscheidende Sache gemein. Barbie und The Callisto Protocol haben eine entscheidende Sache gemein.

The Callisto Protocol machte zum Reveal im Dezember 2020 nicht nur als neues Spiel von Dead Space-Schöpfer Glen Schofield Schlagzeilen sondern auch, weil das Horrorspiel im gleichen Universum wie PUBG angesiedelt war. Im Interview mit dem Game Director konnten wir jetzt nachhaken, was hinter dieser recht ungewöhnlichen Verbindung zum Battle Royale steckt und haben dabei eine enge Verbindung zu ... Barbie entdeckt.

"Macht einfach euer Ding"

Falls euch der Publisher von The Callisto Protocol namens Krafton in der Gaming-Szene kein Begriff ist, dann vielleicht der frühere Name des südkoreanischen Unternehmens. Der lautete Bluehole und vielleicht macht es jetzt bei dem ein oder anderen "Klick". Unter Bluehole wurde nämlich kein geringeres Spiel als PUBG veröffentlicht.

Schofield, der 2019 bei Krafton die Striking Distance Studios gründete und direkt mit Callisto startete, erzählte uns im Interview, dass Krafton im Zuge des Megaerfolgs des Battle Royals an einer "gigantischen Timeline" für PUBG arbeitete. Eine umfangreiche Story, Lore und große Events, all das lag vor ihm und sollte binnen der kommenden Jahre umgesetzt werden.

100 Jahre nach PUBG: In Absprache mit Krafton wurde dann beschlossen The Callisto Protocol in diese Timeline zu integrieren und in der fernen Zukunft von PUBG anzusiedeln. Schofield empfand den Plan damals als plausibel:

Es geht (in The Callisto Protocol) um ein Gefängnis auf einer Weltraumkolonie, deren Wissenschaftler glauben, dass die Menschheit den Planeten irgendwann bewohnen können, weil es Wasser gibt.

Mit PUBG hat The Callisto Protocol jetzt kaum mehr zu tun. Mit PUBG hat The Callisto Protocol jetzt kaum mehr zu tun.

Kein Chicken Dinner im Weltall: Doch bereits während der Konzeptionsphase von Callisto, in der es um die Ausarbeitung von Story, Universum und Charakteren ging wurde klar, dass man sich von der PUBG-Timeline weit entfernt hatte.

Es war ein eigenes Ding, das sich anders entwickelte, also sprach ich mit der Geschäftsführung, und dort hieß es, zieht einfach euer Ding durch.

Im finalen Spiel können wir daher vielleicht noch die ein oder andere Anspielung oder möglicherweise ein Easter Egg zu PUBG finden, mehr aber auch nicht. The Callisto Protocol ist ein eigenständiges Spiel und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Teil 1 unseres Interviews mit Glen Schofield, in dem es um den Grad der Herausforderung sowie bizarre und abartige Monster geht, könnt ihr hier lesen:

Abartig, bizarr und kein Spaziergang im Park   18     3

The Callisto Protocol

Abartig, bizarr und 'kein Spaziergang im Park'

Von grotesken Monstern zur berühmten Spielzeugpuppe

Der Name Glen Schofield wird heutzutage auf der einen Seite mit der Entwicklung von Dead Space, einem der furchteinflößendsten Videospiele aller Zeiten, in Verbindung gebracht. Auf der anderen Seite für seine langjährige Arbeit an Call of Duty unter Publisher Activision. Was jedoch nur die wenigsten wissen: Schofields erstes Spiel als Entwickler war kein geringeres als Barbie: Game Girl für den Game Boy.

Glen Schofield arbeitete unter anderem bei Visceral Games an Dead Space, eher er als Mitgründer von Sledgehammer Games für Spiele wie Call of Duty: Modern Warfare 3, Advanced Warfare und WWII verantwortlich war. 2019 gründete er unter Publisher Krafton die Striking Distance Studios und entwickelt seitdem in der Rolle des Game Directors The Callisto Protocol, das im Dezember 2022 erscheinen soll.

Im Interview kamen wir daher nicht drumherum ihn nach seinen Ursprüngen als Entwickler zu fragen und auch, ob er sich noch an seine Arbeit am Spiel mit der Spielzeugpuppe erinnert.

Cover Schofields erstes Spiel als Entwickler war Barbie: Game Girl.

Spiel Ja Barbie, die Schuhe sind wirklich wunderschön.

GamePro: Okay, eine letzte Sache. Du hast an Barbie: Game Girl mitgearbeitet. Erinnerst du dich daran?

Oh, ja! In der Creative-Abteilung von Absolute Entertainment dachte man damals, es wäre lustig mir das neue Barbie: Game Girl zu geben. Aber ich war einfach nur glücklich, an einem Videospiel zu arbeiten. Ich war so aufgeregt. Mein erstes Videospiel!

Ich habe mich also intensiv mit Barbie beschäftigt, und am Ende hat sich das Spiel besser verkauft als alles, was der Publisher in diesem Jahr auf den Markt brachte. Also wurde ich zum Art Director befördert und war plötzlich der Vorgesetzte desjenigen, der mir aus Jux den Barbie-Gig gegeben hatte.

Nun konnte ich ihn ganz nach Belieben an jedes Spiel setzen, das in Entwicklung war. Es hat sich für mich also gelohnt. Und ob du es glaubst oder nicht: Gary Kitchen, der Absolute Entertainment gründete und mir damals diesen Job verschaffte, kam letzte Woche hier ins Studio. Ich verdanke ihm eine Menge, und wir sind immer noch in Kontakt. Barbie: Game Girl war mein Startpunkt im Spielebusiness, und ich bin irgendwie stolz darauf, spreche aber nicht oft darüber. (lacht)

Falls ihr also demnächst ein cooles Nerdquiz schreiben wollt, dann fragt doch einfach mal was Barbie und Dead Space gemein haben. Es ist jedenfalls ein schöner Fun Fact, dass es ohne den Erfolg der Spielzeugpuppe vielleicht kein Spiel wie The Callisto Protocol geben würde. Von daher: Danke Barbie, und danke Glen Schofield für das erfrischende Interview.

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