Bei The Quarry gibt’s jetzt Online Koop und der macht richtig Spaß – nur eines stört

Samara hat den neuen Multiplayer-Modus "Wolfsrudel" getestet und hatte dabei grundsätzlich Spaß, sieht aber auch verschenktes Potenzial.

Wäre der Wolfsrudel-Modus nur etwas konsequenter umgesetzt worden, so wäre er noch wesentlich spannender gewesen. Wäre der Wolfsrudel-Modus nur etwas konsequenter umgesetzt worden, so wäre er noch wesentlich spannender gewesen.

Zum Release war die einzige Möglichkeit, den neuen interaktiven Horror-Slasher von Supermassive mit Freund*innen zu erleben, der Couch-Koop. Bei diesem steuern wir ganz klassisch abwechselnd die spielbaren Charaktere. Am 8. Juli wurde zusätzlich der Online-Multiplayer nachgeliefert – und dessen Konzept unterscheidet sich sowohl von dem der Dark Pictures-Spiele als auch vom lokalen Zusammenspielen.

Im neuen „Wolfsrudel“-Modus von The Quarry dürfen wir nämlich über Entscheidungen abstimmen und müssen QuickTime-Events gemeinsam bestreiten, anstatt uns beim Spielen abzuwechseln. Ich habe mich gefragt, ob das Spaß macht und eine ganz eindeutige Antwort kann ich nicht geben, da es sehr stark davon abhängt, wie sich der Host verhält. 

So starten wir ins gemeinsame Abenteuer

Eine kleine Teen-Horror erprobte Truppe war in unserem Team schnell zusammengetrommelt. Zu viert reisten Testerin Annika, Dennis, Stephan und ich noch einmal nach Hackett’s Quarry.

Den Wolfsrudel-Modus können wir im Menü auswählen. Wer als Host fungieren möchte, startet dort einfach ein neues Spiel, während die anderen nach einer bestehenden Partie suchen und mit ins Abenteuer hineinspringen. 

Nur so könnt ihr das gemeinsame Spiel starten: Dafür müssen alle, die dabei sein wollen, das Spiel auf derselben Konsolengeneration besitzen, in unserem Fall war das die PS5. Crossplay-Optionen gibt es leider nicht, also auch nicht von PS4 zu PS5.

Sich der Partie im Nachhinein anschließen, nachdem das Spiel bereits gestartet ist, funktioniert aber. Um neue Teilnehmer*innen dazu zu holen, müssen alle aber noch mal ins Menü zurückkehren – was jedoch kein großes Problem ist, da das Spiel sehr oft speichert und wir beim Neueinstieg fast wieder an dieselbe Stelle gesetzt wurden, an der wir die Partie verlassen haben. 

Host am Steuer: Sind alle im Spiel, dann ist es allein die Aufgabe des Hosts, die Charaktere in den Sequenzen zu steuern, in denen wir die Umgebung erkunden können. Im ersten Kapitel kontrolliert unser Host Dennis beispielsweise Laura, als sie im Wald herumläuft und dort eine Tarot-Karte sowie Hinweise auf spätere Geschehnisse finden kann. 

QuickTime-Event bestanden Hier schafft Laura den Sprung, da die Hälfte von uns beim QuickTime richtig gedrückt hat.

QuickTime-Event verfehlt Hier verfehlen die beiden sich beim High Five, da die Mehrheit beim QuickTime versagt hat.

Wir anderen dürfen uns aber trotzdem nicht zurücklehnen, denn sobald die Action einsetzt, Laura davonrennt und QuickTimes gefragt sind, muss mindestens die Hälfte von uns die richtige Eingabe machen. Andernfalls knallt die junge Frau erst mal gegen einen Baum. Gerade wenn unerfahrene Spieler*innen mit von der Partie sind, dürfte das für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen. Dass angezeigt wird, wer richtig gedrückt und wer versagt hat, erhöht den Druck. Allerdings sind die QuickTime-Events in The Quarry sehr einfach.

Wir haben zudem die Möglichkeit, Dennis mitzuteilen, welche Winkel er sich mit Laura genauer ansehen soll, indem wir mit einem Cursor eine Markierung setzen. Alle können dann sehen, wer den Marker gesetzt hat. In unserem Fall war das allerdings nicht nötig, da wir in einer Party verbunden waren und den Sprachchat genutzt haben. Wir haben aber dadurch oft die Dialoge übertönt. Wer das vermeiden will, hat mit dem Cursor ein praktisches Werkzeug. Spammen könnt ihr den übrigens nicht, da er eine Abklingzeit hat.

Samara Summer
Samara Summer

Samara hat alle Horror-Abenteuer von Supermassive gespielt. Ihr Favorit ist und bleibt Until Dawn. The Quarry liegt für sie aber nur knapp dahinter. Besonders gefallen haben ihr dieses Mal die Charaktere und wie sich ihre Beziehungen entwickeln. Das Ende und der zu einfache Schwierigkeitsgrad haben das Spiel aber letztendlich auf den zweiten Platz verwiesen. Sie hat das Spiel einmal im Couch-Koop durchgespielt, sich den Filmmodus und nun für die Kolumne den Online-Multiplayer angeschaut.

So funktionieren die Abstimmungen

Neben den QuickTimes dürfen auch alle von uns bei der Story mitmischen – zumindest, wenn der Host es zulässt. Dazu später mehr. Stehen Entscheidungen an, so treffen alle ihre Wahl, beispielsweise, ob Laura ihrem Freund Max erst mal die Leviten liest, weil er sich verfahren hat oder ihm Mut machen soll. Dabei wird angezeigt, wie viel Prozent von uns sich für das eine und das andere entschieden haben. Auch wer was gewählt hat, ist zu sehen. 

Host hat dauerhaftes Veto-Recht: Das Konzept gefällt uns eigentlich gut. Wir haben das Spiel alle bereits mindestens einmal gezockt und wissen, was bei bestimmten Entscheidungen herauskommt. Darum gibt es keine großen Diskussionen. Wären wir ganz frisch im Spiel, so hätte es sicher hitzige Debatten gegeben, wie wir die Teens am besten durchbringen.

Hier entscheidet sich der Host, angezeigt durch den Wolfskopf, gegen die Gruppe, die mehrheitlich den Hammer nehmen wollte. Hier entscheidet sich der Host, angezeigt durch den Wolfskopf, gegen die Gruppe, die mehrheitlich den Hammer nehmen wollte.

Nur eines stört bei der Umsetzung dieser Abstimmungen: Der Host darf seine Wahl zwar erst nach uns anderen treffen, kann aber alleine alle überstimmen. Wenn Annika, Stephan und ich unfreundlich zu Max sein möchten, kann Dennis einfach ein Veto einlegen und nett sein (Anmerkung von Dennis: Das würde ich natürlich nie machen ... *unheilvolles Lachen). Das ist sehr schade, weil alle außer Dennis dadurch nur ein Pseudo-Wahlrecht haben und das den Entscheidungen viel Spannung nimmt. 

Viel besser hätte es uns gefallen, wenn es ganz normale Mehrheitsabstimmungen geben würde. An sich finden wir das neue Koop-Konzept ziemlich passend für die Art der Spiele. Das Steuern der Charaktere, das nur eine Person übernimmt, macht sowieso nur einen kleinen Teil des Spiels aus und dass alle bei QuickTimes und Entscheidungen mitmischen können, sorgt für lustige, wenn auch – je nach Gruppengröße – chaotische Diskussionen. Wäre da nur die Option, dem Host seine Macht zu entziehen. So macht das Ganze eben nur Spaß, wenn sich die Person mit Vetorecht an das hält, was die anderen vorgeben.

Wollt ihr noch mehr über das Spiel im Allgemeinen wissen, dann schaut doch mal in Annikas Test rein.

Habt ihr euch den Wolfsrudel-Modus schon angeschaut oder werdet ihr es noch tun? Was haltet ihr von diesem Konzept?

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