Wer Fan von Character-Action wie Devil May Cry und Bayonetta ist, hat womöglich schon vom großen Newcomer des Genres Tides of Annihilation gehört. Ich durfte den Grafikbrecher auf der gamescom 2026 rund 40 Minuten lang anspielen und dabei sowohl in das Kampfsystem reinschnuppern als auch etwas mehr von der post-apokalyptischen Zukunft Londons sehen.
Danach kann ich euch sagen: Auch wenn die bisherigen Trailer schon episch aussahen, habe ich nicht damit gerechnet, dass mich das Debütspiel des chinesischen Studios Eclipse Glow Games in seinen Kämpfen so dermaßen packen würde. Die sind einfach nur beeindruckend inszeniert!
Darum geht’s in Tides of Annihilation
Aber bevor ich überhaupt zu den Phantomrittern und dem Gameplay komme, erzähle ich euch erst einmal, worum es in der Geschichte von Tides of Annihilation überhaupt geht: Im Spiel liegt die englische Hauptstadt London komplett in Trümmern, nachdem Kreaturen aus einer anderen Welt eine plötzliche Invasion gestartet haben.
Optisch erinnern sie mich an die gefallenen Engel aus Bayonetta, aber auch ein paar mutierte insektenänliche Viecher sind mit am Start, genau wie mittelalterliche Soldaten, die allerdings nicht mehr ganz menschlich sind. Eine ganz wilde Mischung einfach!
Die Stadt droht in der Folge zwischen Realität und einer unbekannten Fantasiewelt zu zerbrechen, was unter anderem an rankenähnlichen, organisch wirkenden Überwucherungen sehr deutlich wird.
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Tides of Annihilation: Neues Action-Spiel liefert Bombast-Grafik im zerstörten London
Ich schlüpfe in die Rolle der einzigen menschlichen Überlebenden der Invasion: Gwendolyn. Sie ist eine Nachfahrin des sagenumwobenen Artus-Geschlechts aus der weltbekannten Sage und tritt das Erbe mit dem Schwert in der Hand an.
Um London vor dem Untergang zu bewahren, muss Gwendolyn die Scherben des Heiligen Grals finden und sich dabei mächtigen Widersachern stellen, die selbst den Gral an sich reißen wollen.
Dass die Artus-Sage die Inspiration für das Spiel lieferte, zeigt sich beispielsweise dadurch, dass sich die Phantomritter an den Rittern der Tafelrunde orientieren.
Ich hatte beim Anspielen etwa den Ritter Bedivere an meiner Seite, der mit seiner mächtigen Rüstung und einer riesigen Sense in den Kampf zieht. In der Legende ist er eine der wichtigsten und stärksten Figuren, da er sich beispielsweise um Excalibur nach Artus’ letzter Schlacht kümmerte.
Auch die Bossgegner sind aus der Saga inspiriert und tragen die Namen von den Figuren aus der Geschichte. Mordred taucht beispielsweise als fähige Ritterin auf, die sich Gwendolyn in den Weg stellt. Später ruft Mordred sogar einen Drachen herbei.
Eigentlich handelt es sich bei ihr aber um den verräterischen Neffe Artus’ in der ursprünglichen Geschichte. Die Entwickler*innen haben sich bei der Auslegung der Sage ganz offensichtlich so einige Freiheiten genommen, aber Eclipse Glow Games bezeichnet es auch selbst als “lockere” Inspiration.
Tides of Annihilation macht sowohl technisch als auch beim Gameplay bereits einen hervorragenden Eindruck
Um diesen Punkt direkt abgehakt zu haben: Tides of Annihilation sieht live in Bewegung genauso schön aus, wie es die Trailer suggerieren. Die Charaktermodelle strotzen also nur so vor Details und das effektreiche Gameplay lief auf einem PC vor Ort auch wunderbar flüssig.
Noch wichtiger als die Grafik ist aber das spielerische Erlebnis und das hat es in sich: Während der Demo konnte ich mich in einem kleinen Teil des zerstörten Londons umschauen und einen kurzen Abschnitt der Geschichte mit einem Bossgegner spielen.
Gwendolyn muss sich zum Great-Rusell-Museum, also einer fiktiven Abwandlung des British Musuem, begeben und dort jemanden konfrontieren, um eine Scherbe des Heiligen Grals in ihren Besitz zu bringen. Ich wurde also direkt in die Action geworfen.
Auf dem Weg zum Museum musste ich durch einige Passagen mit einem magischen Greifhaken springen und etliche Widersacher überwältigen. In den Kämpfen spielt Tides of Annihilation seine Stärken voll aus und reißt mich förmlich mit – abseits der Standardaktionen wie Schwerthiebe auszuführen oder zu blocken, kann ich nämlich auch mit den bereits erwähnten Phantomrittern angreifen.
Die kämpfen an Gwendolyns Seite und erweitern ihr Moveset mit stylishen Ritter-Angriffen, die in Sachen kinoreifen Darstellung und Coolness locker mit Stellar Blade und Bayonetta mithalten können.
Die Schwerthiebe der Ritter-Angriffe haben nicht nur einen coolen Partikeleffekt, sondern geben Gwendolyn auch Spezialangriffe, mit denen ich in episch animierten Attacken den Gegner dem Boden gleichmachen kann.
Ritter Kay kann zum Beispiel mit seiner Fähigkeit einzelne Gegner einfrieren und Gwendolyn ein kurzes Zeitfenster verschaffen, um massiven Schaden auszuteilen. Ritter Bedivere verstärkt hingegen Gwendolyns Schaden durch geladene Angriffe, die auch mehrere Gegner in der Nähe treffen können – und das hat sich dann besonders im schweißtreibenden Boss-Duell gegen Mordred richtig gebockt.
Dank der unterschiedlichen Schwertkombos, dem Einsatz der Spektralritter und einem dynamischen Mix aus Block-, Parier- und Ausweichmanövern fühlt sich der Kampf gegen Mordred wie ein rhythmischer Klingentanz an. Ein wahrlicher Augenschmaus für mich als Fan von schnellem Character-Action-Geschnetzel!
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Tides of Annihilation zeigt knapp 13 Minuten Gameplay
Spaßige Character-Action für jedermann
Obwohl der Bosskampf gegen Mordred mir die Schweißperlen auf die Stirn getrieben hat und ich mehrere Versuche gebraucht habe, könnte Tides of Annihilation in meinen Augen dennoch allen Spieler*innen gefallen – denn es gibt mehrere Schwierigkeitsgrade.
Während ich auf der normalen Schwierigkeitsstufe als Hack and Slash-Fan und geübte Souls-Spielerin etwas auf den Zahn gefühlt wurde, könnt ihr auch auf Einfach wechseln, um die Story zu genießen. Und für Liebhaber*innen von knüppelharten Kämpfen gibt es natürlich auch eine schwerere Schwierigkeitsstufe, die es dann wirklich in sich hat.
Tides of Annihilation muss sich noch beweisen
Gameplay-technisch hat mich das erste Spiel von Eclipse Glow Games extrem positiv überrascht. Das abwechslungsreiche und wuchtig choreografierte Kampfsystem von Tides of Annihilation hat es einfach in sich!
Nach einer so kurzen Anspielzeit bleibt jedoch die Frage, ob die Action-orientierte Auslegung der Artus-Sage auch außerhalb der Bosskämpfe und des durchdachten Kampfsystems punkten kann, beispielsweise bei seiner Geschichte und beim Level-Design.
Davon habe ich bisher nur wenig gesehen oder spielen können, es handelt sich dabei aber um entscheidende Aspekte des Genres. Ein bisschen Skepsis bleibt also dennoch, auch wenn mich Tides of Annihilation Gameplay-technisch bereits ziemlich begeistert hat.
Ich, für meinen Teil, werde das Spiel auf jeden Fall im Auge behalten. Ein Release-Datum steht noch nicht fest, dafür aber, dass es für PS5 (mit Pro-Enhancement), Xbox Series X|S und PC erscheint.
Steht Tides of Annihilation auch auf eurer Wunschliste?
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