Kickstarter - Macher von Tiny Metal soll $1 Mio an Backer-Geldern veruntreut haben

Das ist der Stoff, aus dem die Alpträume der meisten Crowdfunding-Unterstützer sind: Ein Spiel, das wohl nie wirklich erscheinen sollte und ein Entwickler, der sich angeblich mit einer Million Crowdfunding-Dollars aus dem Staub gemacht hat.

von David Molke,
21.11.2017 16:00 Uhr

Entsteht Tiny Metal womöglich mit Hilfe des Geldes, das Backer eigentlich für Phoenix Project beigesteuert haben? Entsteht Tiny Metal womöglich mit Hilfe des Geldes, das Backer eigentlich für Phoenix Project beigesteuert haben?

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Der ehemalige Area 35-Mitarbeiter Tariq Lacy behauptet, Hiroaki Yura habe das Geld vom Crowdfunding-Erfolg Project Phoenixveruntreut. Die Summe von rund einer Million US-Dollar soll er stattdessen dazu genutzt haben, um sein aktuelles Projekt Tiny Metal zu finanzieren.

Die ganze Angelegenheit sieht nicht gut aus und artet aktuell in eine öffentliche Schlammschlacht aus. Dabei wurde der Launch von Tiny Metal gerade erst auf Dezember verschoben – und um Project Phoenix ist es in letzter Zeit sehr still geworden.

Laut Kotaku soll Tariq Lacy über den Project Phoenix-Facebook-Account ein (mittlerweile wieder gelöschtes) Statement veröffentlicht haben, in dem er erklärt, dass nie beabsichtigt gewesen sei, das Spiel jemals zu veröffentlichen. Von Anfang an sei vielmehr der Plan gewesen, das Geld aus der Crowdfunding-Kampagne in die Entwicklung von Tiny Metal zu stecken. Der CEO Hiroaki Yura habe ihn dann sogar darum gebeten, derartige Anschuldigungen abzuschmettern.

Mehr:Project Phoenix - 1-Millionen-Dollar-Rollenspiel um mehrere Jahre verschoben

Hiroaki Yura reagiert auf die Vorwürfe

Hiroaki Yura selbst sieht die Angelegenheit allerdings komplett anders und reagiert auf entsprechende Nachfragen seinerseits mit schweren Anschuldigungen. Tariq Lacy sei ein "toxischer" Angestellter gewesen, der ständig Probleme gemacht und andere Angestellte sexuell belästigt habe.

Das Geld aus der Crowdfunding-Kampagne für Project Phoenix sei vollständig in die Entwicklung des Alpha-Builds geflossen (der von den Fans allerdings mit vernichtender Kritik aufgenommen wurde):

"Wir haben also im Endeffekt nicht nur das Kickstarter-Geld aufgebraucht und hatten die Assets, die das zeigen, sondern wir haben auch selbst noch eine ganze Menge an Geldern beigesteuert, wie durch all die Videos, Konzepte, Assets und das Gameplay ersichtlich ist, was wir in all den Jahren gezeigt haben."

Mehr:Tiny Metal - Sony veröffentlicht erstes Nintendo Switch-Spiel unter neuem Label

Das Geld für Tiny Metal komme zum Teil von einer Gruppe Investoren aus Australien. Weil das aber nicht genug gewesen sei, habe ein Deal mit Sony Music Entertainment für die restliche Finanzierung gesorgt. Tariq Lacy erklärt gegenüber Kotaku allerdings, dass die Anschuldigungen von Hiroaki Yura nicht der Wahrheit entsprechen. Der Game Director reagiere einfach nur mit Verleumdung auf die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe. Tiny Metal wurde aus Zeit- und Qualitätsgründen verschoben und soll aktuell am 21. Dezember erscheinen.

Wie schätzt ihr die Situation ein? Auf wessen Seite schlagt ihr euch?

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