"Herber Verlust": US-Zoll zerstört eine der seltensten Sonder-Editionen eines Spiels - jetzt gibt es nur noch 49 Stück davon

Die Tsukihime Trial Edition von 1999 gehört zu den seltensten Gaming-Artefakten der Welt. Beim Zoll in den USA wurde ein Exemplar dieser Rarität offenbar zerstört.

Die gezeigte Tsukihime Trial Edition neben der Verpackung mitsamt Begleitposter war eine von nur 50 existierenden Exemplaren - bis der Zoll sie zerstörte. (© Keripo via X) Die gezeigte Tsukihime Trial Edition neben der Verpackung mitsamt Begleitposter war eine von nur 50 existierenden Exemplaren - bis der Zoll sie zerstörte. (© Keripo via X)

Es ist ein Verlust, der sich mit Geld nicht wieder retten lässt: Am 26. Februar 2026 erreichte "Keripo" ein lang ersehntes Paket aus Japan. Darin befand sich eine der seltensten Raritäten der Visual-Novel-Geschichte, nämlich die auf einer 3,5-Zoll-Diskette gespeicherte "Tsukihime Trial Edition" von 1999.

Statt des Sammlerstücks fand Keripo jedoch etwas vor, das wir unserem schlimmsten Feind nicht wünschen: Die Diskette war vollständig zerbrochen, das Plastikgehäuse verbogen und zertrümmert. Selbst das beigelegte Werbeposter war beschädigt. Der US-Zoll hatte offenbar die komplette Schutzverpackung entfernt und das Speichermedium physisch zerstört.

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Sorgfältige Verpackung, rücksichtslose Kontrolle

In einem Folgebeitrag zeigte Keripo den Zustand des Pakets vor dem Versand. Der/die Absender*in aus Japan hatte das Exemplar zwischen Kartonlagen eingelegt und mit reichlich Luftpolsterfolie geschützt. Die Diskette war gezielt zwischen stabilem Verpackungsmaterial fixiert worden, um Bewegung und Druck beim Transport zu verhindern.

Beim Empfänger angekommen war von all diesen Vorkehrungen nichts mehr übrig. Die Polsterung war entfernt, die Diskette lag offen und zerbrochen im Karton.

  • Ein Aufkleber an der Seite des Pakets trug die Aufschrift "Sicherheit geprüft" und wies darauf hin, dass der Inhalt von DHL oder dem US-Zoll geöffnet und kontrolliert worden war.
  • Sämtliche Felder auf dem Kontrollaufkleber waren jedoch leer geblieben. Keripo erklärte hierzu, nicht sicher zu sein, ob die Zerstörung auf einen Mitarbeitenden von DHL oder der US-Zollbehörde CBP zurückgehe.
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Was die Tsukihime Trial Edition so besonders macht

Tsukihime gilt neben den Werken "Higurashi no Naku Koro ni" und "Touhou Project" als eines der "drei Wunder" der Doujin-Szene.

Die "Trial Edition" des Visual Novels wurde im Dezember 1999 auf dem Comiket 57 in Tokio verkauft. Type-Moon, damals noch ein kleiner Doujin-Zirkel um Autor Kinoko Nasu und Zeichner Takashi Takeuchi, produzierte lediglich 50 Exemplare auf 3,5-Zoll-Disketten und verkaufte sie für je 100 Yen (entspricht ca. 50 Cent, via Tsukikan).

  • Es war die zweite öffentliche Vorstellung des Projekts, nachdem beim vorangegangenen Comiket 56 bereits 300 kostenlose Ankündigungs-Disketten verteilt worden waren. Spielbar waren 767 Zeilen des Scripts, die später auch auf der Tsukihime Plus-Disc enthalten waren.
  • Als vollständiges Visual Novel erschien Tsukihime selbst ein Jahr später beim Comiket 59 im Dezember 2000 und wurde zu einem der erwähnten Phänomene im Doujin-Markt. Nasus einzigartige Erzählweise und Takeuchis Charakterdesigns legten so den Grundstein für ein Franchise, das heute mit Fate/Grand Order Milliardenumsätze generiert.

Ein Schlag ins Gesicht für die Bewahrung der VN-Geschichte

Der Vorfall löste vor allem unter Sammler*innen eine Welle der Anteilnahme aus.

"KaroshiMyriad" schrieb etwa, die Tsukihime Trial Edition sei "eines der berühmtesten Visual Novel-Relikte" und der Ausgangspunkt einer Serie, die Type-Moon zu dem gemacht habe, was das Studio heute sei. Die Zerstörung eines der wenigen verbliebenen Exemplare sei "ein herber Verlust".

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In der japanischen Community kursieren wiederum verschiedene Erklärungsversuche für die Zerstörung (via LiveDoor).

Einige vermuten, dass der "Für Erwachsense"-Aufdruck auf dem Cover des Begleitposters die Aufmerksamkeit der Zollbeamten erregt haben könnte. Andere spekulieren, dass der Inhalt einer Diskette für moderne Zollgeräte nicht auslesbar sei und dies zu einer Sicherheitsüberreaktion geführt habe. Eine offizielle Stellungnahme der US-Zollbehörde CBP liegt bislang nicht vor.


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