Tunic ist das 2D-Zelda für die Xbox

Tunic erinnert nicht nur stark an die 2D-Zelda, sondern hat sie bewusst zum Vorbild. Ob das aber ausreicht, muss das Xbox-Abenteuer noch beweisen.

von Annika Bavendiek,
29.08.2020 17:01 Uhr

Unser Held in Tunic sieht Link sehr ähnlich, nur, dass er ein Fuchs ist. Unser Held in Tunic sieht Link sehr ähnlich, nur, dass er ein Fuchs ist.

Genre: Action Adventure Entwickler: Andrew Shouldice Plattform: Xbox One, Xbox Series X, PC Release: Ende 2020

Mit einer grünen Robe bekleidet, kämpft er mit Schwert und Schild gegen Monster und erkundet nach und nach eine geheimnisvolle Welt. Was hier stark nach einem The Legend of Zelda-Spiel aus der Gameboy- bzw. SNES-Zeit klingt, ist Tunic. Das Indie-Spiel, das früher einmal Secret Legend hieß, wird dieses Jahr in der digitalen Indie Arena Booth der gamescom 2020 gezeigt.

Das niedliche Action-Adventure, das sich eindeutig an Link und seine Abenteuer hält, wird auf der Videospielmesse mit einer Demo vertreten sein, in der wir uns selbst ein Bild davon machen können, wie viel Zelda dem Spiel wirklich gut tut.

Wie viel Zelda steckt in Tunic?

Das isometrische Action-Advanture Tunic verschleiert seine Zelda-Inspiration nicht wirklich. Der kanadischen Indie-Entwickler Andrew Shouldice, der das Spiel im Alleingang entwickelt, sagte einmal selbst, dass er sich hauptsächlich von "bestimmten klassischen Dreiecksuchspielen" hat inspirieren lassen. Demnach geht es in Tunic um Erkundung, Kämpfe und Rätsel, während wir eine Welt und ihre Geheimnisse entdecken.

Darum geht es in Tunic

Als Fuchs erwachen wir am Strand einer uns fremden Welt und haben keine Ahnung, wo wir überhaupt sind. Also begeben wir uns auf die Suche und finden erst einmal Schwert und Schild, womit es sich gegen Monster wie Blobs und Spinnen gleich viel leichter kämpfen lässt.

An dieser Stelle beginnt das Abenteuer des Fuchses, nachdem er in der mysteriösen Welt gestrandet ist. An dieser Stelle beginnt das Abenteuer des Fuchses, nachdem er in der mysteriösen Welt gestrandet ist.

Wir müssen eine geheimnisvolle Welt entdecken: Die Welt, in der wir gelandet sind, entpuppt sich als Heimat einer alten Zivilisation, die in Trümmern liegt und einige Geheimnisse birgt. Um die ganze Welt mit ihren Ruinen und Höhlen zu erkunden, müssen wir sie uns jedoch nach und nach erschließen. Areale, die sonst durch Hindernisse und zu starke Kreaturen versperrte sind, machen wir uns durch neue Waffen und Fähigkeiten zugänglich. Ob der kleine Fuchs abseits davon noch höhere Ziele verfolgt, wissen wir bisher nicht.

Zelda-Mechaniken an fast jeder Ecke

In den Kämpfen nutzen wir diverse Waffen gegen unterschiedlich starke Gegner. Dabei verbraucht jede Aktion, wie ein Angriff oder die Ausweichrolle, etwas Ausdauer. Besonders im späteren Spielverlauf soll auch das Anvisieren der Gegner wichtig werden, um siegreich aus dem Kampf hervorzugehen. Werden wir getroffen, verlieren wir Leben, dass im Zelda-Stil anhand von Herzen angezeigt wird.

Sollten wir einen Kampf verlieren, respawnen wir am letzten Checkpoint. Die Checkpoints sind in der Welt verteilte Schreine, die unsere Energie wieder aufladen. Im Übrigen ist die isometrische Kameraansicht nicht ganz steif, sondern lässt sich etwas neigen, was im Kampf und bei der Erkundung einen Vorteil bringen kann.

Außerhalb des Kampfes geht es mit dem Zelda-Gefühl so richtig weiter: Wir sammeln von besiegten Gegnern Schätze ein, zerstören Krüge, zerschneiden Büsche und öffnen Truhen.

Büsche zerschneiden, Krüge zerschlagen, Tuhen öffnen. Das kommt uns alles aus den Zelda-Spielen bekannt vor. Büsche zerschneiden, Krüge zerschlagen, Tuhen öffnen. Das kommt uns alles aus den Zelda-Spielen bekannt vor.

Was macht den Zelda-Klon besonders?

Eine rätselhafte Fantasiesprache sticht in Tunic besonders hervor. In dem Action-Adventure gibt es keine Dialoge, sondern nur Texte, die alle in rätselhaften Glyphen verfasst sind. Das macht das Spiel natürlich komplizierter, lässt die Welt aber auch passend befremdlich wirken, was es wiederum interessanter macht. Wenn wir die Texte nicht lesen können, müssen wir uns ihren Inhalt erschließen bzw. uns einfach darauf einlassen.

Handbuch innerhalb des Spiels: Sogar die in der Welt verstreuten Handbuchseiten, die wir finden können und die uns eigentlich das Spiel erklären sollen, sind in der Glyphenschrift verfasst. Der Entwickler beruhigte die Fans aber, dass sie sich über die Übersetzung keine Sorgen machen brauchen. Es scheint also, als ob die Übersetzung Teil des Spiels ist und sich nach und nach ergibt.

Demo-Mitschnitt zeigt, wie putzig die Zelda-Hommage ist. 17:24 Demo-Mitschnitt zeigt, wie putzig die Zelda-Hommage ist.

Für wen ist Tunic interessant?

Tunic richtig sich, wenig überraschend, an alle Action-Adventure-Fans, die mehr Spiele wie The Legend of Zelda: Link's Awakening wollen. Das Ziel des Entwicklers ist es "Gefühle klassischer Action-Abenteuerspiele hervorzurufen". Wer sich da angesprochen fühlt und mit dem starken, wenn auch niedlichen Zelda-Stil klar kommt, der dürfte in Tunic ein niedliches Singleplayer-Abenteuer finden.

Wann und auf welche Plattformen kommt Tunic?

Aktuell gibt es für Tunic kein Releasedatum. Es ist aber davon auszugehen, dass die Zelda-Hommage, die von Finji vertrieben wird, frühestens Ende 2020 erscheint. Und das auch nur für Xbox One, Xbox Series X und für den PC auf Steam. Zumindest vorerst, denn Tunic ist ein Xbox Console Launch Exclusive.

Wer sich selbst einen Eindruck vom Zelda-Klon machen will, kann das auf der digitalen Gamescom 2020 tun. Im Rahmen der Indie Arena Booth wird eine Demo von Tunic vom 27. bis 30. August spielbar sein.

Was uns an Tunic gefällt und was nicht

Auf den bisherigen Infos basierend gibt es einige Dinge, die bei Tunic positiv herausstechen. Ob sich die Contra-Punkte mit der Zeit in Luft auflösen, wird sich noch zeigen müssen, wenn es mehr zum Spiel gibt.

Pro

Contra

Mögliche Alternative für Fans der 2D-Zelda-Spiele

Für manche vielleicht zu viel Zelda und zu wenig eigene Identität

Glyphenschrift verstärkt das Gefühl einer befremdlichen Welt

Angeblich träge Steuerung des Fuchses

Angenehme, niedliche Optik

Fehlende Infos zur Story und wenige Einblicke machen skeptisch

(Controller-Unterstützung für die PC-Version)

Keine Versionen für PlayStation und Nintendo Switch

GamePro-Einschätzung

Tunic sieht nicht nur auf dem ersten Blick stark nach einem 2D-Zelda-Klon aus. Das kann viel Spielspaß bedeuten, ist aber kein Patentrezept. Die aktuelle Infolage macht zudem die Einschätzung schwer, ob das Verhältnis zwischen Zelda-Anteilen und (den mageren) eigenen Ideen angenehm ist. Auch der magere Einblick in die Ruinen, Rätsel und Story machen skeptisch. Andererseits erwarten wir bei so einem Spiel keine packende Handlung, da es mehr um das Spielprinzip geht. Es bleibt spannend, wie Tunic sich am Ende als Zelda-Klon schlägt.

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