Until Dawn-Entwickler - "Wir sind erst am Anfang von dem, was wir mit VR anstellen können"

In einem Interview spricht Supermassive Games darüber, warum VR noch in den Kinderschuhen steckt und wie das Studio das in Zukunft ändern will.

von Maximilian Franke,
23.10.2017 18:30 Uhr

Laut Supermassive Games hat die Spiele-Entwicklung mit VR noch einen weiten Weg vor sich. Laut Supermassive Games hat die Spiele-Entwicklung mit VR noch einen weiten Weg vor sich.

Das Entwicklerstudio Supermassive Games ist vor allem für Until Dawn bekannt. Außerdem entwickelten sie verschiedene Inhalte für die Little Big Planet-Reihe und den kommenden Playlink-Titel Hidden Agenda, der erst kürzlich auf den 22. November verschoben wurde. Seit nunmehr vier Jahren konzentriert sich das Unternehmen auf Titel für die Playstation VR.

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Die Früchte ihrer VR-Arbeit sind bisher Until Dawn: Rush of Blood sowie die kommenden Spiele The Inpatient und Bravo Team. Es ist also nicht verwunderlich, dass Virtual Reality von Executive Producer Simon Harris hoch gelobt wird. Im Interview mit Develop Online spricht er über den aktuellen Stand und die Zukunft von VR.

"Aus unserer Perspektive liefert VR genau das, was wir erhofft haben: Eine unglaubliche, neue Möglichkeit Spiele zu erleben. Wir glauben, dass wir gerade erst am Anfang von dem sind, was wir mit VR anstellen können. Wir haben also sehr hohe Erwartungen an das, was wir abliefern können. […] Es gibt eine große Debatte und Hype über die Bedeutung und den Wert des VR-Geschäfts. Aber letztlich müssen wir uns darauf konzentrieren, die bestmöglichen Erlebnisse für die Plattform zu liefern. Einzig und allein guter Content wird die Leute dazu anregen, sich ein VR-Headset zu kaufen."

Mit Until Dawn: Rush of Blood hat das Studio bereits Erfahrung mit VR sammeln können. Mit Until Dawn: Rush of Blood hat das Studio bereits Erfahrung mit VR sammeln können.

Mit den zwei kommenden Projekten des Studios wollen die Entwickler versuchen, die Stärken des Mediums voll auszuspielen, während die Schwächen minimiert werden.

The Inpatient setzt dabei alles auf Immersion. Der Spieler ist dank Playstation Move immer in der Lage seinen kompletten Körper zu sehen, alles anzufassen, aufzuheben und wegzuwerfen. Außerdem soll es möglich sein mit Spracherkennung die eigene Stimme ins Spiel zu integrieren. Diese soll dann in Dialogen zum Einsatz kommen. Die Zusammenarbeit mit dem technischen Team von Sony soll sicherstellen, dass der Spieler am Ende mit seiner eigenen Stimme auf Gespräche mit NPCs antworten kann.

The Inpatient - Trailer zum Until-Dawn-Prequel für PSVR 1:15 The Inpatient - Trailer zum Until-Dawn-Prequel für PSVR

Bravo Team verfolgt einen anderen Ansatz. In diesem Koop-Shooter könnt ihr zu zweit, oder allein mit einem KI-Begleiter, die Spielwelt erleben. Besonders stolz ist Harris dabei auf das Bewegungs- und Kamerasystem. Anders als man bisher von VR-Spielen gewohnt ist, ist die Kameraperspektive nicht immer das Blickfeld des Spielers. Die Entwickler bauen Kamera-Schnitte ein, wie in klassischen Spielen oder Filmen. Harris erklärt die Kamera-Wechsel wie folgt:

"Was das heißt ist, dass du hauptsächlich einen Ego-Shooter spielst. Du siehst deinen Körper und deine Waffe, kannst durch das Visier zielen, oder aus der Hüfte schießen und dich umschauen. Wenn du zur nächsten Deckung willst, springt die Kamera in eine Third Person-Perspektive deines Soldaten. Du siehst dich selbst, wie du zur nächsten Deckung rennst und wenn du dort ankommst, springt die Kamera wieder in die Ego-Perspektive zurück. Wir machen das unter Berücksichtigung von verschiedenen Regeln, die dafür sorgen, dass der Spieler nicht die Orientierung verliert. Dieses System erlaubt es uns, grundlegende Bewegungen mit Sprüngen, Messer-Kills oder dem Wiederbeleben deines Partners zu erweitern."

Bravo Team - Gameplay-Trailer zum PSVR-Shooter 0:55 Bravo Team - Gameplay-Trailer zum PSVR-Shooter

Harris macht im Interview mehrfach deutlich, dass es in der VR-Entwicklung noch viele ungelöste Fragen gibt. Momentan befinden sich die Entwickler noch in einem nahezu leeren Raum voller Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Daher auch die wechselnden Kamera-Perspektiven, an die sich bisher kaum jemand herangetraut hat.

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Auch für den Multiplayer setzt Supermassive auf Virtual Reality, egal ob kompetitiv oder kooperativ. Die Entwickler wollen zudem immer auf dem neuesten Stand der Technik bleiben, schließlich gibt es noch einiges zu tun. Sobald Feature wie das zusätzliche Tracking von Beinen oder Augen von den Herstellern der Headsets umsetzbar sind, wollen sie Gebrauch davon machen.

Wie steht ihr zu VR? Zukunft, oder Schnickschnack?

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