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Western Digital SN850 im Test: Eine großartige Speichererweiterung für die PS5

Performance satt und leicht in der Handhabung, die WD_Black mit vorinstalliertem Heatsink erweitert den Speicher eurer PS5 in wenigen Schritten – sofern sie in euer Budget passt.

von Chris Werian,
18.09.2021 10:00 Uhr

Die WD_Black SN850 schlägt sich hervorragend im Verbund mit der PlayStation 5. Die WD_Black SN850 schlägt sich hervorragend im Verbund mit der PlayStation 5.

Seit dem 15. September ist die aktuelle Firmware für die PS5 erhältlich, ihr könnt nun endlich den internen Speicher mittels einer NVMe-SSD erweitern. Voraussetzung ist eine PCI-Express-Anbindung der vierten Generation. Die Western Digital SN850 bekommt als kompatible SSD prominente Schützenhilfe, Mark Cerny, leitender Architekt der PS5, empfahl sie auf Twitter. Verfügbar ist sie in sechs verschiedenen Ausführungen: 500 GB, 1 TB und 2 TB, jeweils mit und ohne Kühlelement.

Erwartungsgemäß hoher Datendurchsatz

Sonys Empfehlung ist eine minimale Lesegeschwindigkeit von 5.5 GB/s, Western Digital gibt für die SN850 ein theoretisches Maximum von 7 GB/s an. Den Benchmark der PS5 besteht die SSD mit Bravour, unser Testexemplar erreichte einen Wert von ungefähr 6.5 GB/s.

Es ist zwar auch möglich, eine NVMe-SSD mit einer geringeren Lesegeschwindigkeit als 5.5 GB/s zu nutzen, allerdings garantiert Sony dann keine hundertprozentige Stabilität in PS5-Titeln, die rasant schnelle Ladezeiten erfordern.

Die Performance-Empfehlung von Sony wird locker gemeistert. Die Performance-Empfehlung von Sony wird locker gemeistert.

Vergleich zur internen SSD

Gegenüber der internen SSD hat die SN850 bei der Lesegeschwindigkeit einen Vorsprung von ungefähr einem GB/s. Dieser manifestiert sich auch in geringem Maß in unseren Messungen. Dazu sei jedoch gesagt, dass wir mittlerweile von wenigen Sekunden oder gar Millisekunden Unterschied sprechen.

Vor allem bei PS5-Titeln, deren Daten-Streaming für die neue Generation optimiert ist, dienen die Messwerte daher eher zur Evaluierung der angegebenen Kompatibilität.

Vergleich: Demon's Souls Im Demon’s Souls Remake wurde unser Spielstand eine halbe bzw. eine Viertelsekunde schneller geladen.

Returnal Nutzen wir in Returnal den Translokator, um zwischen zwei Arealen zu wechseln, decken sich die Werte exakt. Lediglich der Neustart des Spielzyklus führte zu leichten Differenzen, die aber am ehesten auf die zufällige Struktur der Level zurückzuführen sind.

R&C: Rift Apart Ratchet & Clank: Rift Apart lädt Assets in irrer Geschwindigkeit von der SSD. Der interne Datenträger liegt bei einer Sekunde und sechzig Tausendstel, die SN850 ist im Mittel neun Tausendstel schneller.

Bloodborne Ältere Titel laden Daten klassisch nacheinander in den Arbeitsspeicher, weshalb der Vorsprung für die SN850 leicht höher ausfallen kann. In Bloodborne reduzieren sich die Ladezeiten um ungefähr eine Sekunde.

Cyberpunk 2077 Auch Cyberpunk 2077 lässt uns zwischen einer und zwei Sekunden schneller ins Savegame.

Metro: Exodus Metro: Exodus geht als Vertreter der Spiele ins Rennen, die nachträglich optimiert wurden. Auch hier fällt der Unterschied minimal aus: Nur eine bzw. zwei Sekunden hängt die interne SSD hinterher.

God of War Einziger Ausreißer: God of War. Mit der internen SSD ging es konstant vier Sekunden schneller in den Speicherstand. Das war über mehrere Versuche hinweg der Fall. Die Vermutung liegt nahe, dass der Titel zusätzliche Optimierungen für den internen Speicher-Controller erfuhr.

The Last of Part II In The Last of Us Part II verkürzte sich die Ladezeit um bis zu acht Sekunden. Die gemessenen Werte zeigen sehr gut, wie unterschiedlich die Konditionen auf demselben Datenträger ausfallen können.

The Last of Us Remastered Im Remaster des ersten Teils liegen die Datenträger wieder nahezu gleichauf.

Shadow of the Colossus Im Bluepoint-Remake von Shadow of the Colossus stellten wir Unterschiede von wenigen Hundertstel fest …

Persona 5 … ebenso im JRPG Persona 5.

Uncharted 2 Als Abschluss noch ein Port von einem älteren PS3-Spiel. Auch in Uncharted 2: Among Thieves unterscheiden sich die Ladezeiten kaum.

Deutlicher Vorsprung bei Schreibvorgängen: Die SN850 überholt die interne SSD im Hinblick auf die Schreibgeschwindigkeit bei weitem. Bisher war unbekannt, wie schnell der Speicher-Controller auf der PS5-Platine Daten schreiben kann.

Zum Vergleich verschoben wir Cyberpunk 2077 zwischen beiden Datenträgern. Die benötigte Zeit und damit auch die erzielte Transferrate können abhängig vom Titel variieren, je nachdem, wie die Dateien in den Paketen strukturiert sind. Spiele, die sich aus vielen kleinen Dateien zusammensetzen, würden den Kopiervorgang verlängern. Zum Vergleich verschoben wir Cyberpunk 2077 zwischen beiden Datenträgern. Die benötigte Zeit und damit auch die erzielte Transferrate können abhängig vom Titel variieren, je nachdem, wie die Dateien in den Paketen strukturiert sind. Spiele, die sich aus vielen kleinen Dateien zusammensetzen, würden den Kopiervorgang verlängern.

Die interne SSD benötigte für den Schreibvorgang ganze 7 Minuten und 13 Sekunden, was einer Rate von ungefähr 230 MB pro Sekunde entspricht. Mit einer Zeit von 68 Sekunden kommt die SN850 hingegen auf ganze 1,47 GB pro Sekunde. Füllt man die SN850 bis zum Rand mit Spielen, verlängert sich die Wartezeit auf eine Minute und 48 Sekunden, also 0,93 GB/s. Das liegt an der Art und Weise, wie bei NVMe-SSDs freier Speicherplatz verwaltet wird. Damit Ladezeiten niedrig bleiben, wird die Belegung der einzelnen Blöcke optimiert. Befinden sich auf dem bestmöglichen Block bereits Daten, müssen diese erst einem anderen Platz zugewiesen werden.

Bei der internen SSD spielt die Blockbelegung hingegen keine Rolle. Auf dem Datenträger bleibt stets ein großer Bereich für temporäre Dateien frei, weshalb sie in der Praxis nie komplett gefüllt werden kann. Die geringe Schreibgeschwindigkeit der internen SSD zeigt aber gut, welche Kompromisse Sony eingehen musste, um den Preis der einzelnen Komponenten möglichst niedrig zu halten. Für die meisten Nutzer wird die Schreibgeschwindigkeit wohl nie zum Tragen kommen.

Es muss nicht unbedingt mit Heatsink sein

Da wir auf ein Testmuster mit vorinstalliertem Kühlkörper zurückgreifen durften, gestaltete sich die Installation der NVMe-SSD besonders einfach. Unter Zuhilfenahme von Sonys offizieller Anleitung mussten wir knapp unter zehn Minuten investieren.

Rechnet außerdem mit folgenden Verschraubungen:

  • Schlitzschraube 7 bzw. 8 am Standfuß
  • Kreuzschraube 0 bzw. 1 für alle weiteren Halterungen

Für das futuristische Heatsink-Design der Primer Studios müsst ihr ungefähr 80 Euro extra berappen. Der Kühlkörper bewältigt den Hitzetransfer zuverlässig, jedoch erzielt ihr mit günstigen Heatsinks von Drittanbietern ähnliche Ergebnisse. Alternativen wie der be quiet! MC1 können für ungefähr 15 Euro erstanden werden, es fällt dann zusätzliche Arbeit durch das Auflegen der Wärmeleitpads sowie beim Verschrauben an.

Schick anzuschauen, aber ihr bekommt die SSD nach dem Einbau ohnehin nicht mehr zu Gesicht. Die SN850 ohne Heatsink ist bedeutend günstiger, die Installation eines eigenen Kühlkörpers sehr leicht. Schick anzuschauen, aber ihr bekommt die SSD nach dem Einbau ohnehin nicht mehr zu Gesicht. Die SN850 ohne Heatsink ist bedeutend günstiger, die Installation eines eigenen Kühlkörpers sehr leicht.

Achtet auf die Abmessungen des Kühlelements: Ein zu hoher Heatsink kann mit der dünnen Aluminiumklappe über der SSD-Halterung kollidieren. Diese könnt ihr in der Theorie zwar weglassen, müsst dann aber mit einer suboptimalen Kühlperformance oder sogar einer möglichen Überhitzung rechnen.

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Tests zeigen auf, dass ein komplexer Kühlkörper mit zwei Heatpipes, der aus dem Schacht hinausragt, nur wenige Grad Celsius im Vergleich zu einem viel kleineren Exemplar herausholen kann, sofern die Klappe geschlossen wird. Der Unterschied ist leicht erklärt - der Lüfter der PS5 erzeugt innerhalb der Kammer, in der die SSD sitzt, einen Unterdruck, der dafür sorgt, dass Luft auf kleinstem Raum zirkulieren kann. Ohne die dünne Aluminiumplatte baut sich jedoch kaum Druck auf.

Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke

Bei der Variante mit Heatsink müssen wir baubedingt die Halterung des Kühlkörpers kritisieren. Diese lässt sich nur unter großem Kraftaufwand lösen. Eine Beschädigung des Heatsinks oder der SSD wäre in dem Fall wahrscheinlich, weshalb wir dringend von solchen Versuchen abraten. Da es sich um kein Verschleißteil handelt, ist ein Wechsel allerdings so gut wie ausgeschlossen. Die Konstruktionsweise schließt aber leider auch eine Weiterverwendung aus, sollte etwa die SSD nach einigen Jahren einen Defekt aufweisen. Das ist nicht nur im Anbetracht des hohen Aufpreises schade, sondern auch mit Blick auf die Umwelt.

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