Xbox One - Kommt die Scorpio im Bundle mit einer eigenen VR-Brille?

Im Rahmen eines Windows-Events hat Microsoft gestern unter anderem eine eigene VR-Brille angekündigt. Analysten spekulieren nun, ob diese gebündelt mit der Xbox Scorpio angeboten werden könnte.

von Christopher Krizsak,
27.10.2016 11:42 Uhr

Wird die Xbox Scorpio mit einer eigenen VR-Brille ausgeliefert? Wird die Xbox Scorpio mit einer eigenen VR-Brille ausgeliefert?

Auf dem gestrigen Windows-Event hat Microsoft auch neue Hardware in Form einer eigenen VR-Brille enthüllt, die von den Drittanbietern HP, Dell, Lenovo, Asus und Acer hergestellt wird. Mit einem Preis von 300 US-Dollar ist diese deutlich günstiger als etwa die Oculus Rift und HTC Vive. Zwar ist Microsofts VR-Headset nicht in erster Linie fürs Spielen gedacht, dennoch diskutieren Marktanalysten auf Gamesindustry nun, ob sie womöglich im Bundle mit der Xbox Scorpio angeboten werden könnte.

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Tim Merel, Gründer der VR-Firmen Digi-Capital und Eyetouch Reality, bezeichnete Microsofts Vorstoß in die virtuelle Realität als wahre "Spielwende" und vermutet, dass die VR-Brille die Attraktivität der Xbox Scorpio noch steigern könnte, wenn beide Geräte im Bundle angeboten würden:

"Das größte Potenzial für das Microsoft VR-Headset könnte durch die Produktbündelung mit der Xbox One Scorpio entstehen, für die Microsoft bereits die Unterstützung von VR der nächsten Generation zugesichert hat. Mit einer Xbox One-Basis von über 20 Millionen Nutzern könnte dies Microsofts Wunderwaffe sowohl speziell für VR als auch für den Konsolenmarkt im Allgemeinen darstellen. "

Auch Michael Pachter von Wedbush Securities pflichtet seinem Kollegen bei, indem er schreibt:

"Ein eigenes Headset ohne CPU und GPU hat keinen Sinn, denn wenn es den Kauf eines High-End-PCs voraussetzen würde, ist ungewiss, ob der Kunde nicht eher zu einer Oculus, Vive oder PSVR greifen würde. Wenn es allerdings mit der Scorpio laufen würde, wäre dies ein formidabler Rivale für die PSVR [...] Ich denke, das wird wahrscheinlich der Plan sein, und ich bin gespannt, ob auch Software für Oculus und Vive mit dem Microsoft-Headset funktionieren wird."

Andere Beobachter sind bei der Vorhersage eines Bundles von VR-Headset und Scorpio skeptischer. Stephanie Llamas, die Direktorin von Research and Insights des Marktanalysten SuperData, schreibt:

"Ein eigenes VR-Gerät wird auf keinem Markt für längere Zeit die Patentlösung bleiben. Erstens setzt Microsoft auf Konsumenten, die es noch nicht einmal gibt: Die Xbox One wird diese Geräte nicht unterstützen, also müssen sie bei der Nutzerbasis von vorne beginnen und hoffen, dass alle sich die Xbox One Projekt Scorpio kaufen. Die frühen VR-Anwender haben sich bereits eine PSVR, Vive oder Oculus gekauft — das bessere Tracking allein wird als Kaufargument nicht ausreichen."

Weiter merkt sie an, dass es sich um Geräte von Drittanbietern handelt, die aber mit der Microsoft-eigenen Scorpio beworben werden müssten. Das verkompliziere freilich das Marketing und eine potenzielle Bündelung beider Geräte. Wenn überhaupt, so Llamas, hätte Microsoft diesen Schritt bereits vor Markteinführung der VR-Konkurrenzmodelle gehen müssen.

Führend in Sachen VR bleibt derzeit weiterhin Sony, die mit der PlayStation VR eine kundenfreundliche VR-Brille zu einem erschwinglichen Preis auf den Markt gebracht haben, die sich den Zahlen nach zu urteilen zudem sehr gut verkauft. Ob Microsoft mit seinem eigenen VR-Headset den Launch der Xbox Scorpio zu Weihnachten nächsten Jahres also vorantreiben wird, bleibt spannend.

Was glaubt ihr? Kommt Microsofts VR-Brille im Bundle mit der Xbox Scorpio?

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