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Zelda Minish Cap wird unterschätzt & braucht ein Switch-Remake

Kaum ein Spieler redet heute mehr über Zelda Minish Cap, dabei verbirgt sich dahinter ein fantastischer Ableger der Reihe, der ein Switch-Remake verdient hat, findet Linda.

von Linda Sprenger,
11.12.2019 18:50 Uhr

Was neben BotW 2 das nächste Zelda-Spiel für Switch sein soll, steht für Linda schon fest. Was neben BotW 2 das nächste Zelda-Spiel für Switch sein soll, steht für Linda schon fest.

Fragt man langjährige Zelda-Fans heute nach ihrem liebsten Teil der Reihe, fallen oft Titel wie Link's Awakening, Ocarina of Time und Breath of the Wild. Über einen Serienteil will aber kaum jemand mehr ein Wort verlieren: The Minish Cap. Ein in meinen Augen völlig zu Unrecht missachtetes Zelda für den GBA, das ich liebend gerne als Remake auf der Switch spielen würde.

Niemand spricht mehr über The Minish Cap - aber wieso?

Ich kann nur darüber spekulieren, warum The Minish Cap bei vielen Fans heute einen so schweren Stand hat.

Ein Grund könnte der ungünstige Release-Zeitraum sein. Das Action-Adventure erschien im November 2004. Eine Zeit, in der der Game Boy Advance (SP) in seinen letzten Atemzügen lag. Nur wenige Wochen später wurde das kleine Handheld-Gerät bereits vom Nintendo DS abgelöst, den das Traditionsunternehmen mit voller Aufmerksamkeit vermarktete.

Mithilfe seiner sprechenden Mütze verwandelt sich Link in einen Minish. Mithilfe seiner sprechenden Mütze verwandelt sich Link in einen Minish.

2005 kamen zwar noch ein überarbeitetes Modell des Advance SP sowie der Game Boy Micro (eine Mini-Version des Advance) heraus, jedoch konnten beide nicht aus dem Schatten ihres technisch stärkeren Nachfolgers treten.

Der Release von The Minish Cap ist bei vielen Spielern deshalb womöglich schlicht untergegangen. Dass das Spiel wie die meisten anderen Zelda-Hauptableger nicht von Nintendo, sondern stattdessen von Capcom entwickelt wurde, dürfte da ebenfalls mit reinspielen. Schaue ich mich heute in einschlägigen Foren um, geben einige Fans zu, damals gar nicht mitbekommen zu haben, dass das Spiel überhaupt erschienen ist. Sehr schade, wie ich finde.

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Dass Linda großer Zelda-Fan ist, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Schließlich lässt sie keine Gelegenheit aus, um über Breath of the Wild und Link's Awakening zu schreiben. Zelda: The Minish Cap gehört aber ebenfalls zu ihren Serienlieblingen und jetzt muss sie endlich einmal klarstellen, warum sie das GBA-Spiel so sehr liebt!

The Minish Cap ist ein großartiges Zelda

Warum ich The Minish Cap so sehr ins Herz geschlossen habe, lässt sich auf zwei Punkte herunterbrechen:

  1. Es sieht (immer noch!) wunderschön aus.
  2. Es setzt seine Kern-Spielmechanik sehr clever ein.

1. Ein optischer Genuss...

Im Gegensatz zu Phantom Hourglass und Spirit Tracks ist Minish Cap wesentlich besser gealtert. Während ich mir die unangenehm pixeligen 3D-Modelle der beiden DS-Ableger mittlerweile nur noch mit zugekniffenen Augen anschauen kann, entfalten die 2D-Sprites des Advance-Spiels heute dieselbe Magie wie damals.

So detailverliebt! Die Häuser im Dorf der Minish sind Schuhe von normalgroßen Hylianern. So detailverliebt! Die Häuser im Dorf der Minish sind Schuhe von normalgroßen Hylianern.

The Minish Cap kleidet Welt und Charaktere in einen charmanten Cartoon-Look. Die Städte, Dungeons und dichten Wälder Hyrules sind so farbenfroh gestaltet wie in kaum einem anderen Handheld-Teil der Reihe. Link, Zelda und das titelgebende Volk der Minish sehen so drollig aus, dass ich am liebsten jeden einzelnen von ihnen knuddeln würde.

Aber The Minish Cap gefällt mir eben nicht nur optisch. Hinter der kunterbunten Fassade verbirgt sich ein fantastisches Action-Adventure voller Witz und frischer Ideen.

2. ...und ein spielerischer Genuss

Das Besondere von Minish Cap steckt nämlich bereits im Namen des Spiels. Mithilfe seiner grünen Kappe, schrumpft Link und verwandelt sich damit in einen Minish. Putzige Wesen, die wesentlich kleiner sind als die menschenähnlichen Hylianer, zu denen der Held eigentlich zählt.

Dadurch eröffnen sich etliche neue spielerische Möglichkeiten: Regentropfen wachsen in der Miniatur-Welt zu tödlichen Geschossen heran, denen Schrumpf-Link ausweichen muss. Seerosenblätter werden zu Flößen, auf denen er tiefe und weite Seen (sprich: Pfützen) überquert. Zudem kann Link als Minish durch winzige Löcher krabbeln, um abgelegene Räume in Dungeons zu durchstöbern oder tief in Höhlen verborgene Schätze zu bergen, die er in seiner Normal-Form niemals erreichen würde.

Gegner, die Link eigentlich nur bis zur Hüfte gehen, erscheinen aus Minish-Perspektive riesig. Gegner, die Link eigentlich nur bis zur Hüfte gehen, erscheinen aus Minish-Perspektive riesig.

Beim Rätseln und Erkunden musste ich also immer in zwei Perspektiven denken, und das spielte sich im direkten Vergleich etwas eintönigen Link's Awakening frisch und abwechslungsgreich.

The Minish Cap ist damit natürlich kein perfektes Zelda. Damals störte ich mich beispielsweise am geringen Umfang: Lediglich sechs Dungeons konnte ich erkunden, in den Handheld-Vorgängern kämpfte ich mich hingegen durch acht oder mehr. Den Spielspaß trübte das letztendlich aber nicht.

Minish Cap braucht ein Remake für Nintendo Switch

Habe ich euch das Spiel (wieder) schmackhaft gemacht? Dann muss ich eure Abenteuerlust jetzt etwas dämpfen. Wenn ihr The Minish Cap heute spielen wollt, dann müsst ihr zwangsläufig auf veraltete Nintendo-Konsolen ausweichen:

  • entweder ihr spielt das Original auf dem Game Boy Advance (SP)/Game Boy Micro...
  • ... oder ihr greift zur Virtual Console-Version

Allerdings wird die digitale Fassung von The Minish Cap nur auf der Wii U unterstützt. Seid ihr 3DS-Frühkäufer, könnt ihr den Titel auch auf dem Handheld spielen.

Switch-Besitzer schauen in Sachen Virtual Console aber bislang in die Röhre, der Service wird von Nintendos aktueller Konsole nämlich nicht unterstützt.

Deshalb plädiere ich für ein Remake! Der Sprung auf die Switch wäre der logische Schritt, um das Spiel für eine breitere Zielgruppe verfügbar zu machen. Ich bin mir sicher, dass eine Neuauflage nicht nur Fans von damals abholen würde, sondern auch Spieler, die zum Release des Originals zu jung oder gar nicht erst auf der Welt waren. Denn The Minish Cap ist ein zeitloser Klassiker, der es verdient, gespielt zu werden und (auf der Switch vielleicht wirklich) ganz groß herauszukommen.

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