Fazit: Agony im Test - Grenzerfahrung als spielbare Kunstinstallation

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Fazit der Redaktion

Michael Cherdchupan
@the_whispering

An Agony werden sich die Geister scheiden. Da sich die Entwickler vorgenommen haben, die traditionelle Darstellung der Hölle in ein Spiel zu übersetzen, explodiert dieses regelrecht vor ekelhaften, geschmacklosen Elementen. Eigentlich bin ich eher ein Freund von Horror, der auf der psychologischen Ebene spielt. Aber die gemäß dem Quellmaterial plumpen, sehr auf Schockwirkung getrimmten Bilder mache ich Agony nicht zum Vorwurf. Im Gegenteil: Diese ungeheure Ansammlung surrealen Wahnsinns hat eine hypnotische Wirkung. Wie eben die Werke aus der Bildenden Kunst. Ich bin angeekelt, aber kann trotzdem nicht wegsehen. Trotzdem bin ich ganz froh, dass es die ganz, ganz krassen Szenen nicht ins fertige Spiel geschafft haben. Hölle hin oder her, ein paar Grenzen gibt es für mich persönlich dann doch.

Die Zielgruppe für Agony dürfte relativ schmal sein. Wer sich als Horrorfan für das Material begeistern kann, muss sich aber durch ein unfertiges Spiel beißen. Ich stoße mich normalerweise nicht an ein paar kleinen Ungereimtheiten, aber wir sprechen hier von echten Blockern, die den Spielfortschritt behindern. Auf PS4 und Xbox One kompromittieren die zahlreichen Grafikfehler auch das eigentlich schrecklich-schöne Art Design. Madmind Studio arbeitet zwar gerade an Patches, aber selbst in unserer getesteten Version (1.02) waren noch grobe Bugs. Sind diese in der Zukunft korrigiert, dürfen Horrorfans gerne ein paar Punkte auf meine Wertung drauf rechnen. Trotzdem wird dann eine gute Geschichte mit guten Charakteren fehlen, die ein gutes Horrorspiel eigentlich braucht. Es fehlt die Ebene, die eine Brücke zum Spieler schafft. So fühle ich mich eher wie auf einer Galerie, wenn ich auf ein eingerahmtes Bild an einer weißen Wand starre: Auf Distanz.

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