Aniimo könnte die Welt von Creature Collector-Fans ordentlich auf den Kopf stellen. Das Free2Play-Spiel sieht nicht nur ziemlich schick aus, sondern macht auch ein paar Dinge grundlegend anders als die Konkurrenz.
Ich habe einen Blick auf die aktuelle Closed Beta geworfen und kann mir durchaus vorstellen, dass Aniimo viele Menschen für sich begeistern kann. Allerdings habe ich auch Sorgen, was die Monetarisierung angeht.
Was ist Aniimo?
Aniimo ist ein kostenloses Action-Adventure von Pawprint Studio, das für PS5, Xbox Series, PC (Steam, Epic) und Mobile erscheinen soll. Im Zentrum steht das Fangen und Sammeln von meist niedlichen Monstern, die hier wenig überraschend “Aniimo” heißen.
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Aniimo: Gameplay-Showcase zeigt mehr aus der bunten Welt der Pokémon-Alternative
Ihr erkundet allein oder im Online-Koop eine weitläufige Open World, stellt ein Team aus bis zu vier Aniimo zusammen und schickt diese dann in Echtzeitkämpfe gegen andere Monster.
Außerdem untersucht ihr im Auftrag eines Instituts das Wesen der kleinen Biester und helft der Bevölkerung des Kontinents Idyll bei ihren Problemen, sammelt XP und steigt so im Charakter- und Aniimo-Level auf.
Die Parallelen zu Pokémon sind recht deutlich: Ihr werft Aniipods auf eure Ziele, die genau wie Pokébälle funktionieren, ein Professor schickt euch zu Beginn in die Wildnis, um unbekannte Aniimo zu erforschen und im Laufe des Abenteuers wollen Badges gesammelt werden, die eure Fähigkeiten widerspiegeln.
Was macht Aniimo besonders?
Viel spannender ist aber die Frage, wie sich das Free2Play-Spiel von dem offensichtlichen Vorbild unterscheidet und genau hier könnten dann auch die großen Stärken von Aniimo liegen.
Die wichtigsten Unterschiede:
- Die Spielwelt: Das Land Idyll sieht schön aus, ist sehr weitläufig und steckt voll mit Aufgaben, Sammelgegenständen und Aniimo. Das Spiel versprüht ein modernes Open-World-Feeling mit viel Bewegungsfreiheit und detaillierten, weiten Landschaften.
- Level-Cap: Ich kann sofort überall hinlaufen, allerdings hängt das Level der örtlichen Aniimo von der jeweiligen Region ab. Fangen und Kämpfen lohnt sich also nur, wenn ihr vorher entsprechend gelevelt habt.
- Echtzeit-Kämpfe: Wie in einem Action-Spiel wechsle ich fließend mein aktives Aniimo und kann per Mausklick Befehle geben, die dann sofort ausgeführt werden.
- Aniimo-Verwandlung: Alternativ kann ich jederzeit auf Knopfdruck selbst zum aktuell aktiven Aniimo werden und es direkt steuern. So habe ich volle Kontrolle über alle Fähigkeiten und Cooldowns.
- Challenges: Jeder Eintrag im Aniilog (dem “Pokédex”) kommt mit eigenen Herausforderungen, die ihr mit dem jeweiligen Aniimo erledigen könnt, um euer Forschungslevel zu erhöhen.
- Basenbau: Im “Homeland” kann ich meinen eigenen Bereich bauen, dekorieren und seichte Farming-Sim-Features ausleben.
Survival-Elemente wie in Palworld solltet ihr übrigens nicht erwarten. Aniimo präsentiert sich stets ruhig und entspannt. Das gilt auch für die Kämpfe, solange ihr euch nicht mit Gegnern anlegt, die deutlich über eurem Level liegen.
Was es auch nicht gibt, ist eine nennenswerte Story. Ein SciFi-Institut möchte die Monster erforschen und schickt seine Leute deswegen hinaus ins Land. Außerdem treffe ich auf antike Super-Aniimo mit legendären Fähigkeiten und Dialogen über das ausgelutschte Schicksal der Welt. In Sachen Story solltet ihr also kein Meisterwerk erwarten.
Coole Action, spaßige Kämpfe
In Kämpfen weiche ich aktiv aus, muss die Cooldowns meiner Aniimo-Fertigkeiten beachten und wechsle blitzschnell zwischen den ausgerüsteten Monstern meines Teams, um die Schwächen meiner Gegner mit passenden Elementarangriffen zu kontern.
Jedes Aniimo hat die üblichen Typen wie Feuer, Wasser und Co. Im Schere-Stein-Papier-Prinzip schwächt oder stärkt das die Attacken im Duell, je nach Resistenzen des Gegners.
Die Attacken selbst haben mir gut gefallen. Das Dunkel-Aniimo Stellarys kann etwa einen Klon von sich erschaffen. Dieser bleibt an Ort und Stelle stehen, spiegelt aber sämtliche Angriffe und Fähigkeiten, die ich danach ausführe – sehr praktisch!
Meine ausgerüsteten Aniimo bekommen alle die gleiche Menge an Erfahrungspunkten, wenn ich ein Monster fange oder besiege. Ich kann also bis zu vier Wesen gleichzeitig leveln.
Next-Level-Erkundung
Die Verwandlung in meine Aniimo hat auch außerhalb der Kämpfe einen großen Nutzen. Denn viele Monster haben Fähigkeiten, die das Erkunden der Open World massiv auflockern.
Als Vogel Chirpi kann ich beispielsweise gleiten, um lange Strecken von hohen Klippen zu überbrücken. Feuer-Starter Emberpupp kann dagegen kurzzeitig extrem schnell sprinten, was mir das Vorankommen erleichtert – und Flughörnchen Celestis erklimmt steile Wände im Nu, ganz wie Link in Breath of the Wild.
Hier hat Aniimo wirklich großes Potenzial, denn je nachdem, wie kreativ das Entwicklerteam im fertigen Spiel mit den Kampf- und Reise-Fähigkeiten der Monster wird, dürfte sich das Erkunden der Spielwelt deutlich dynamischer und aktiver spielen als bei vergleichbaren Titeln.
Wenn das Wörtchen “Wenn” nicht wäre
Grundsätzlich hat mir der Gameplay-Kern von Aniimo im ersten Eindruck ziemlich gut gefallen. Was mir dagegen nach wie vor Bauchschmerzen bereitet, ist die Monetarisierung.
Aniimo ist – wie bereits erwähnt – ein Free2Play-Spiel und das bedeutet Mikrotransaktionen. Viele Mikrotransaktionen, um genau zu sein. In der aktuellen Closed Beta ist das Bezahlen zwar noch nicht möglich, aber der Shop ist bereits zu sehen und bestätigt meine bisherigen Befürchtungen.
So gibt es etwa mehrere Premium-Währungen wie “Voxel-Coins” oder “Lumin Crystals”, mit denen sich kosmetische Items für Aniimo und Spielfiguren kaufen lassen. Zu sehen sind Outfits, Hüte oder kleine Objekte, die neben den Monstern als Accessoire schweben können.
Außerdem wird bereits für ein monatliches Abo geworben, das alle vier Wochen ein Paket aus verschiedenen Währungen und Ressourcen verspricht.
Die Beschreibung der Voxel Coins lautet: “Du kannst Voxel Coins im Shop ausgeben, um Items zu kaufen oder spiele Super Lucky Star und versucht dein Glück!”
Uns erwartet im fertigen Spiel also vermutlich auch ein glücksbasiertes Gacha-System im Stil von Genshin Impact und Co. Ob wir nur kosmetischen Schnickschnack beim “Super Lucky Star” ziehen sollen, oder auch seltene Aniimo bzw. Aniimo-Varianten, bleibt abzuwarten.
Abseits dessen nutzt das Entwicklerteam bereits die gleiche Flut an Mikro-Belohnungen, unzählige Währungen, verschiedene gleichzeitig aktive Mini-Events, Login-Boni und gleich mehrere Battle-Pass-ähnliche Fortschrittsysteme, wie etwa Infinity Nikki – und das geht mir persönlich schon jetzt auf die Nerven.
In Anbetracht dessen wäre es mir lieber gewesen, Aniimo wäre kein kostenloses Spiel geworden, denn das, was ich im Spiel letztlich mache, ist ja durchaus eine spaßige Angelegenheit.
Falls es Entwickler Pawprint schafft, mir im fertigen Spiel nicht mit der aggressiven Monetarisierung die Laune zu verderben, kann ich mir einen längeren Ausflug durch Idyll durchaus gut vorstellen – zumindest, um die Wartezeit bis Pokémon Wind und Welle zu überbrücken.
Was denkt ihr: Freut ihr euch auf Aniimo und wie steht ihr zum Gatcha-Free-to-Play-Ansatz, der uns hier erwartet?
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