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Seite 2: Assassin's Creed Syndicate - England schlägt Frankreich

Spaß mit organisierter Kriminalität

Die exakte Motivation des meuchelnden Zwillingspaars Jacob und Evie Frye kennen wir aufgrund des uns vorenthaltenen Prologs nicht. Doch binnen weniger Zwischensequenzen mögen wir das Duo richtig gern. Sie sind nicht die einprägsamsten Charaktere der Reihe, doch beide haben eine angenehm freche, ja geradezu verrückte Energie. Sie wollen im Alleingang die Templer aus London vertreiben, sehr zur Verwunderung des Assassinenclans, der ihnen dann aber dennoch hilft.

Sie streiten miteinander, sie pfeifen auf Gefahren und stürzen sich blind ins Abenteuer. Jacob liebt die Idee, eine Straßengang zu gründen, Evie flirtet mit Graham Bell - das lässt das Heldenduo sympathisch wirken. Ihre Unbeschwertheit und ihre Freude am Chaos stehen in einem angenehmen Kontrast zu einigen bisherigen, etwas blassen Serienhelden.

Noch haben wir nicht viel vom Bösewicht Crawford Starrick gesehen, doch er wirkt herrlich fies und rücksichtslos. Noch haben wir nicht viel vom Bösewicht Crawford Starrick gesehen, doch er wirkt herrlich fies und rücksichtslos.

Und mit Crawford Starrick steht ihnen ein ebenso überzeichneter, weil unfassbar fieser Bösewicht gegenüber, der aus dem Schatten über London herrscht und nun das ganze Land im Visier hat. Hoffen wir, dass diese drei Hauptcharaktere im Verlauf der restlichen Story noch etwas an Charaktertiefe gewinnen und dass die Fryes weiterhin so frech und vorlaut bleiben.

Und da wir gerade die Sache mit der Straßengangs ansprechen: Dieses Feature hat Potenzial und machte uns in seinen ersten Ausformungen bereits Spaß. Denn erledigen wir im Londoner Bezirk Whitechapel, wo unser Abenteuer beginnt, genügend Missionen, wechseln die Mitglieder der örtlichen Schlägerbande auf unsere Seite.

Fortan können wir unsere eigene Gang, die Rooks, kommandieren - und zwar sprichwörtlich. Jeder, der sich mit seiner Kleidung als Mitglied unserer Bande zu erkennen gibt, lässt sich per Tastendruck herbeirufen und auf unsere Widersacher hetzen. Ein ähnliches Feature gab es bereits in Assassin's Creed: Brotherhood - hier funktioniert es aber weitaus eleganter und unterhaltsamer

Auch das gibt’s wieder oft: Wir laufen allerlei Berühmtheiten der Epoche, hier Graham Bell, über den Weg. Auch das gibt’s wieder oft: Wir laufen allerlei Berühmtheiten der Epoche, hier Graham Bell, über den Weg.

Mit genügend Geld und Materialien lässt sich unsere Gang gehörig aufrüsten - mit Kutschen, mehr Kampfkraft oder Spezialisten verschiedener Kampfdisziplinen. Das fröhliche Upgraden geht bei Jacob und Evie weiter: Beide Fryes lassen sich getrennt voneinander mit immer neuen Skills versehen.

Wer will, entwickelt ein Geschwisterteil zum Prügelprofi, den anderen zum Schleichspezialisten. Schön: Erhält Jacob einen Skillpunkt, gibt's den für Evie gratis dazu. So wird niemand abgestraft, der einen Charakter bevorzugt, zumal wir nur außerhalb der Story-Missionen unsere Spielfigur frei wählen dürfen. GTA 5 lässt grüßen.

Wieder mit Mikrotransaktionen
Auch in Assassin’s Creed Syndicate wird es Mikrotransaktionen geben. Im Hauptmenü der Vorabversion entdeckten wir einen (beim Probespiel noch funktionslosen) Menüpunkt namens »E-Store« und in den Crafting- oder Charakterupgrade-Menüs bietet uns das Spiel an, per Tastendruck XP-Booster, Spielwährung oder Craftingmaterialien zu kaufen. Wir konnten allerdings nicht lang genug spielen, um einzuschätzen, ob diese Mikrotransaktionen eine Gängelung des Spielers oder ein faires Angebot für Ungeduldige darstellen. Sie sind aber drin.

Schöner Open-World-Spielplatz

Dieses Aufrüsten und Aufleveln, das allmähliche Befreien der einzelnen Stadtteile Londons und das Erledigen all der Nebensachen und Sammelziele - das scheint in Syndicate ganz reizvoll zu funktionieren. Denn durch das Gang-System bekommt jeder Stadtteil Relevanz, wird er doch von einer anderen Bande beherrscht, die wir am Ende vertreiben und durch unsere Gang ersetzen. Unser Wirken wird also sichtbar und spürbar. Obendrein ist das vom Fortschritt gezeichnete London eine tolle Kulisse für das Spiel, einfach weil die Stadt schön viel Abwechslung bietet.

Die herrlich belebte Themse war eins unserer Lieblingselemente im Spiel. Sie ist ein krasser Unterschied zur Seine in Unity! Die herrlich belebte Themse war eins unserer Lieblingselemente im Spiel. Sie ist ein krasser Unterschied zur Seine in Unity!

Die Themse etwa ist nicht nur ein Wasserhindernis, sondern eine mit Schiffen, Bojen und Kränen vollgestopfte Verkehrsader. Es macht Spaß, zu versuchen, den Strom zu überqueren, ohne nass zu werden. Ähnlich wie bei Frogger hüpfen wir dann von Schiff zu Schiff, können dabei sogar bewachte Frachtschiffe plündern und müssen aufpassen, nicht von Raddampfern plattgewalzt zu werden, während wir auf Treibgut balancieren.

Neben den Wasserwegen gibt's in London auch Bahnhöfe und ein kleines Schienennetzwerk. Vorbeifahrende Züge bieten nicht nur eine tolle Flucht- und Reisemöglichkeiten, im Spielverlauf reißt sich unsere Gang auch einen eigenen Zug unter den Nagel und fortan haben wir unser eigenes, fahrendes Hauptquartier. Dort erwarten uns Nebenaufträge, dort rüsten wir unsere Gang aus und all das, während London am Fenster vorbei zuckelt. Schön.

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